Planung eines KFW 55 Hauses, welche Maßnahmen sind Sinnvoll?

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7 Antworten

zu 1:

eine Luftwärmepumpe ist nur unter engen vorrausetzungen wirklich sinnvoll. dazu zählt eine gute dämmung, ist hier gegeben, fussbodenheizungen, sind hier auch gegeben aber auch die warmwassebereitung! das beachten viele leider nicht.

fakt ist, dass für eine verdoppelung der differenz zwischen der "ansaugtemperatur" was bei der luftwärmpumpe der außenlufttemperatur entspricht und der Anlagenvorlauftemperatur der vierfache energieaufwand benötigt wird...

hier ist es deutlich sinniger, auf die warmwassebereitung komplett zu verzichten und statt dessen elektrische duchlauferhitzer einzusetzen...

energiebedarf NUR dann, wenn auch wasser fließt, keine zirkulationsverluste, hygienischer,. genauerere temperaturregelung... das sind nur einige der vorteile. und das was du an energie mehr brauchst für die DLH das sparst du locker bei der wärmepumpe wieder ein. zumal die elektrische heizpatrone, bei der wärmepumpe obligatorisch, deutlich weniger zu tun hat...

zu 2:

eine PV Anlage mit speicher lohnt sich nur selten. ins besondere wenn man daran denkt, damit die wärmepumpe zu füttern. eine 9 kWp Anlage wird dich umterm strich rund 9000 € kosten. 6.500 für die panele, 1500 für die wechselrichter und noch mal gut 1000 für den ganzen rest. kabel, sicherungskasten etc... das wäre dann die Ausführung OHNE speicher. rechnet man noch einen 11 kWh Speicher und einen Inselinverter dazu, dann werden gleich noch mal 5000 € fällig!

zum vergleich: eine große solarthermische anlage die ungefähr die gleiche energetische leistung bringt, auch kombinierbar mit einer wärmepumpe, kostet gerade mal ein gutes drittel davon...

zu 3:

lohnen, das ist schwer zu sagen. ins besondere in verbindung mit der luftwärmepumpe aber duchaus sinnvoll, denn wenn du im winter wenns kalt ist feuerst, dann entlastest du die wärmepumpe doch sehr (siehe quadratisch ansteigender primärenergiebedarf)

auf jeden fall machts was her mit einem kamin, und wenn kamin, dann wie schon fesgstellt am besten gleich wasserführend. ob schonrsteinanbindung im haus, oder externer edelstahlkamin, das ist mehr geschmackssache und richtet sich nach dem standort und den baulichen gegebenheiten.

zu 4:

auf jeden fall lohnt sich eine solarthermie. aber dann bitte für heizungsunterstützung und vor allem mit einem ausreichend großen speicher!

du kannst übrigens auch die solarthermie mit einem elektrischen duchlauferhitzer kombiniren, in dem du ein geärt nimmst, das eingangseitig mit vorgewärmtem wasser klar kommt wie der DHB SL von Stiebel eltron. nimm in dem fall auf jeden fall einen hygienespeicher, das ist ein speicher, der brauchwasserseits qusi kein volumen hat, sondern das brauchwasser über eine wärmetauscherwendel aus dem heizkreis entnimmt.

zu 5:

kleinwindkraft ist spielerei. in der leistungsklasse lohnt sich das nicht wirklich, aber wenn man spass daran hat, sei es gegönnt.

zu 6:

für eine solarthermie sind 45° schon okay. 40 oder 35° würden bei einer PV sinn machen. in dem fall würde ich aber überlegen, entweder ein Pultdach zu bauen, um viele Panele, mögkichst verschattungsfrei unter zu bekommen. ggf. wäre auch ein asymetrisches satteldach denkbar. z.b. auf der einen seite 60° auf der anderen 35°

lg, Anna

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Ob sich etwas "lohnt" hängt immer vom Betrachter ab.

KfW55 erfordert stets erhöhten Investaufwand, sofern eine Förderung nach KfW Richtlinen beabsichtigt ist. Geschenke werden nicht verteilt. Ob sich dieser Mehraufwand tatsächlich lohnt, muß jeder selbst beurteilen.

Zunächst muß erst einmal eine solide Grundlagenermittlung durchgefühert werden (tatsächlicher Leistungs- und Energiebedarf) für Hzg u. WW.
Erst dann lassen sich belastbare Entscheidungen treffen, alles andere ist wertloses Rätselraten oder Schätzen.
Bei einem wesentlichen Investitionsaufwand würde ich mich darauf nicht verlassen. Insofern sind diesem Vorplanungsstadium konkrete Hersteller und gar Typenangaben merkwürdig.

Tendenziell passt STA nicht zu WP, PVA jedoch sehr gut. Wgf. Kaminofen und Kleinwindrad dürften wenig wirtschaftlich sein. Dezentrale Lüftung ist wenig empfehlenswert.

Tendenziell wird hier vermutlich eine vollmodulierende Inverter-Splitt LWP die Nase vorn haben. Allerdings nicht als Kombigerät, denn die sind meist wenig empfehlenswerte Kompromisse.

NB:
Bevor man Meinungen aus dem I-Net in die Tat umsetzt, sollte man sich u.a. über die Qualifikation des Ratgebers informieren.

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Zu 1: Eine Sole/Wasser WP hat bessere Werte als eine Luft/Wasser WP, vorallem im Winter. Der Boden hat immer +14°C .

Zu 2: 10kWp sollten es schon sein.

Zu 3: Nur wenn ihr das Holz nicht bezahlen müsste.

Zu 4: Ja.

Zu 5: Ja.

Zu 6: bei 45° Dachneigung und Modulneigung habt ihr eine bessere Leistung im Winter, bei einer Modulneigung von unter 35° habt ihr eine bessere Leistung im Sommer. Kann das Dach nicht unter 35° abgeflacht werden solltet ihr nichts ändern ( kostet nur Geld).

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Hallo Bitninja, hier ein paar Erfahrungen von mir, ich habe
2 Objekte ein mit zentraler und ein mit dezentrale Belüftungsanlage. ich würde
nur noch die mit den Sevilüfter dezentral wieder nehmen "kleiner,
einfacher, sauberer keine Revisionskästen in der Decke, hohe Wartungskosten".

Die LWP und Sevilüfter hatte ich bei derofenfuchs in Hamburg erworben. Der
Grund war die gute Beratung.

Wasserkamin mit LWP macht Sinn, auch der Gemütlichkeit
wegen.

Alles andere macht bei Jahreskosten mit WW von Ca. 840.-
bis  1100.- wohl kaum sinn

Simco hat recht: Bevor man Meinungen aus dem I-Net in die
Tat umsetzt, sollte man sich u.a. über die Qualifikation des Ratgebers
informieren.

So auch die Aussage „der Heizwiederstand läuft denn mit“,
bei meiner Mitsubishi ist der das ganze Jahr aus, den mache ich nur an, wenn
ich im Urlaub bin, so bin ich sicher hier arbeitet nur die LWP.

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Da war bei den Antworten schon viel Gutes dabei!
Ich würde auch sagen - wenn schon, denn schon - Passivhaus!

Suche Dir einen Architekten mit BAFA Erfahrung, der auch die DIN V 18599 Zulassung hat. Durch die BAFA gibt es ca. 30 % Zuschuss! 
Danach zuerst einmal den Energiebedarf des Objektes berechnen.

Aus welchem Material gebaut wird, ist oft reine Geschmackssache (nicht jeder mag Holzhäuser).

Es ist die wesentliche Frage: Wie soll die Wärmeerzeugung erfolgen?
Die Zukunft liegt sicherlich in der Stromheizung. Hier gibt es ein neues Produkt von der Firma Ekomo - die solltest Du Dir auf jeden Fall ansehen. 
Zusätzlich würde ich Photovoltaikmodule als auch Solarthermiemodule einsetzen.
Hierzu bieten sich zwei Speichersysteme an: Stromspeicher z.B. von Peus-Testing (Aus meiner Sicht ist es des Beste auf dem Markt) und ein Latentwärmespeicher der LeMarc Group (Auch hier kommt kein Mitbeweber mit!).
Mit dieser Kombination erübrigt sich auch die Wärmepumpe.

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Wie ich deinem Text entnehme, bist du an nachhaltigem, ökologischen Bauen interessiert.
Da fängt es mit der Bauweise an. Am Besten isoliert ein Fachwerkhaus, gefolgt von einem Blockhaus. Beim Blockhaus sollten die Balken so dick sein, dass keine zusätzliche Isolierung notwendig wird. Beide Bauweisen sind preiswert. Es gibt über 600 Jahre alte Holzhäuser, die Fachwerkhäuser sind noch älter. An dritter Stelle kommen Backsteine, die mit Lavamasse oder Ähnlichem gefüllt sind. Beispiel Backstein T5
Gasbeton kommt erst danach. Wenn Gasbeton einnässt, wird er praktisch nicht mehr trocken.
Mit den Bauweisen 1-3 kannst du dir die Aufwendigen Lüftungen sparen. Die WSände dienen als Feuchtigkeitspuffer und gewähren überragendes Raumklima.
Polystyroldämmungen sind in vielen Ländern der Welt und in der EU mit gutem Grund verboten. EDin Schelm, wer Böses dabei denkt.
Die haltbarsten Fenster sind die aus Holz, nordische Fichte oder Kiefer. Es gibt über 500 Jahre alte Fichtenholzfenster, die täglich geöffnet werden und in perfektem Zustand sind. Voraussetzung dabei ist, dass du die Fenster roh beziehst und dann so behandelst, wie man es in Skandinavien heute noch manchmal tut. Durch die Industriepropaganda geht die alte Handwerkskunst mehr und mehr verloren.
Eine Solaranlage lohnt sich in jedem Fall. Je größer, desto wirtschaftlicher auf lange Sicht. Auch ein Windgenerator ist sinnvoll, aber fraglich, ob du den genehmigt bekommst. Eine Luft-Wärmepumpe hat vor allem in den kühleren Jahreszeiten einen sehr schlechten Wirkungsgrad
Was die Heizung generell betrifft, so solltest du dich über Infrarot Wand- und Deckenheizungen informieren. Bei einem Vergleich schneiden diese Systeme bei der Wirtschaftlichkeit am Besten ab..
Bei einem Holzhaus kostet der Holzschutz nur wenige Euros und hält gut 25 Jahre. Danach wiird die Oberfläche  abgebürstet und ein neuer Schutzanstrich aufgetragen. Bei Holzhäusern empfehle ich vor allem Firmen aus Finnland oder Kanada, da dort generell gutes Holz verarbeitet wird. Bitte mach dich mal schlau, wenn di Interesse an gutem Raumklima hast.

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Ich kann dir nicht direkt auf deine Fragen antworten, aber nur zur Hilfe soviel von mir:

Regenerative Rohstoffe und KFW-Standart beißt sich etwas. Wozu KFW 55? Das war übervorgestern; ab 2020 werden Passivhäuser Pflicht! Dezentrale Lüftung beim Neubau??????? Warum nicht zentral = wesentlich effektiver! Die Fenster sind schonmal gut. Wenn das GESAMTE Fenster wirklich 0,6 hat (und nicht nur das Glas) dann Hut ab! Ob die Bohrungen sich lohnen, weiß man nicht. meine Bauherren kaufen alle eine Luft-Wasserwärmepumpe. Wenn man Feuerchen mag, wäre ein wasserführender Kamin sinnvoll mit Braunkohlebriketts.


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