Planeten größer als Sonnen -> Sonnen kreisen um Planeten, möglich?

16 Antworten

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Hallo rosepetals,

einfach ist das nicht.

Betrachten wir zunächst den Normalfall.

Im Innnern des Sterns laufen Fusionsprozesse. Aus denen gewinnt der Stern seine Energie - und leuchtet. Diese Fusionsprozesse laufen dort nur deshalb, weil die enorme Masse des Sterns in seinem Innern eine hohe Dichte und eine hohe Temperatur erzeugt.

Du bräuchtest also einen Planeten, der größer ist als sein Zentralstern - aber leichter, weil sonst im Planet dasselbe gilt: Es zündet aufgrund des Eigendrucks die Kernfusion.

Und das geht nicht, weil Sterne zur Hauptsache aus Wasserstoff bestehen. Das ist aber das leichteste Element im Kosmos. Egal aus was der Planet besteht: Ist er größer, ist er auch schwerer.

Geht also nicht: Sitzt in der Mitte ein normaler Stern, so sind die Planeten kleiner, weil Du sonst ein Doppelsternsystem kriegen würdest: Auch im Planet würden Fusionsprozesse zünden.

Aber ... es gibt ja auch besondere Sterne.

Nehmen wir als Beispiel die "Braunen Zwerge"

Braune Zwerge sind so eine Art "Zwischending" zwischen den Gasriesen-Planeten und echten Sternen. Bei ihnen laufen schon gewisse Fusionsprozesse (Deuteriumfusion), aber noch nicht die Wasserstofffusion wie in der Sonne. Sie beginnen so etwa ab der 13 fachen Jupitermasse.

Tatsächlich sind Braune Zwerge winzig. Sie sind vergeichbar groß wie unser Jupiter. Nicht kleiner, aber immerhin vergleichbar groß.

Ist ja schon was. Näher wirst Du das Verhältnis aber nicht kriegen.

Grüße

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Diplom in Physik, Schwerpunkt Geo-/Astrophysik, FAU
Braune Zwerge sind so eine Art "Zwischending"

Für mich ist alles, was auf natürlichem Wege mit Eigenmasse eine Fusion zu Stande bringt ein Stern. Die Deuteriumfusion ist für mich eine Fusion.

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@Abahatchi
Die Deuteriumfusion ist für mich eine Fusion

DEa hast du zwar Recht, aber Deuterium ist im Vergleich zu Wasserstoff relativ selten. Der Braune Zwerg kann somit nur kurz als Stern "glänzen" - paar Jahrtausende, dann ist der "Dampf raus" und er wird wieder zum (fusionslosen) Gasriesen.

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Wasserstof braucht aber auch einen geringeren Durck zum Zünden. Wäre jetzt nur in der Theorie möglich(sozusagen von Aliens gebaut  :-)) aber wenn man einen großen schweren Planeten aus zB. Blei oder so macht, könnte der Planet viel größer sein, also aus Wasserstoff, ohne zu zünden.

Dann könnte man einen kleinen Stern in die Bahn schicken(wie gehsagt nur am Computer möglich.)

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@Meiseside

Meiseside,

mit Blei wirst Du keine Fusion zünden können, egal, wie viel Du ranschaffst...

;-)

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Das ist zwar sechs Jahre her mit Deiner Frage, aber zu Teil eins, Planeten größer als Sonnen, habe ich dieses hier:

Jupiter, der größte Planet in unserem Sonnensystem, ist tatsächlich größer als dieser Stern hier:

EBLM J0555-57Ab

Das ist ein roter Zwerg, dessen Volumen nur wenig größer als das des Saturn ist.

Das geht also.

Zu Teil 2, Sterne, die um Planeten kreisen:

Das scheitert wohl schon an der Definition von 'Planet'.
Und an der Erkenntnis, dass immer beide Objekte um den gemeinsamen Masseschwerpunkt kreisen.

Hier noch ein Film zu Teil 1:

https://www.youtube.com/watch?v=Z6h6gzvkiO8

Lieber Gruß

G.H.

Nein, da man Sterne und Planeten nicht nur von ihrer Größe her vergleichen kann. Die Masse jedes Sterns ist viel größer als die jedes Planeten, ansonsten wäre der Planet auch ein Stern. Das Massereichste steht in der Mitte. Das ist im Normalfall immer ein Stern. Und es muss nicht mal das größte Objekt eines Systemes sein, dass das Zentrum bildet. Würde man die Sonne durch ein Schwarzes Loch mit der gleichen Masse ersetzen, würden sich die Planeten genauso verhalten, wie sie es jetzt auch tun.

Ein Stern kann kein Stern sein, wenn er so wenig Masse besitzt, dass er leichter als ein Planet ist. Diese großen Planeten sind Gasplaneten und viel leichter und undichter als so ein Stern. Pressen wir hundert Reiskörner auf die halbe größe eines einzigen und legen wir ihn auf eine Waage. Die 100 Reiskörner sind natürlich schwerer als der einzelne, auch wenn sie kleiner sind. So ähnlich ist das mit Sternen und Planeten auch

Nach meinen Kenntnissen wäre das nicht möglich, denn wenn die Masse des Planeten größer als der Sonne wäre. Dann würde der größere Planet die Sonne anziehen und die Sonne sich um diesen drehen. Ich weiß nicht ob das wirklich so stimmt. Aber klingt logisch für mich, da ich weiß das "massigere" Planeten andere Planeten mit weniger Masse anziehen.

Eine Möglichkeit wäre auch, dass der "massigere" Planet die Sonne in ihrem Gleichgewicht stört...

Ein Gasplanet in der Größe einer Sonne wäre eben eine solche.

Einen Gesteinsplaneten von solcher Größe kann es m.E. nicht geben, da seine Dichte ihn zu einem Neutronenstern verdichten würde. Verlangte man einen Neutronenstern von der Größe unserer Sonne, hätte man bereits ein schwarzes Loch.

Es gibt Konstellationen, wo zwei Sonnen umeinander kreisen, man könnte da die Sichtweise annehmen, die kleinere wäre ein Planet der größeren und trotzdem größer als manche "Einzel-"-Sonnen.

vielen dank, das war die verständlichste antwort bis jetzt!

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Sorry, natürlich gut gemeint, aber Deine Antwort ist

grundfalsch

.

Man kann nicht einfach Sonnen, mir und dir nix in Planeten umdefinieren ...

Alles nicht böse gemeint.

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@derastronom

So schlimm finde ich die Antwort nicht.

Ein Gasplanet in der Größe einer Sonne wäre eben eine solche

Das sehe ich genau so. Er sagt ja nicht, dass ein Planet eine Sonne ist, sondern er sagt, wenn ein Gasplanet die Größe einer Sonne hätte, wäre es eben gar kein Planet, sondern von vorneherein eine Sonne.

Einen Gesteinsplaneten von solcher Größe kann es m.E. nicht geben, da seine Dichte ihn zu einem Neutronenstern verdichten würde. Verlangte man einen Neutronenstern von der Größe unserer Sonne, hätte man bereits ein schwarzes Loch.

Da bin ich mir mit den genauen Werten zwar nicht ganz sicher, finde die Gedanken im Grundsatz aber zutreffend.

Es gibt Konstellationen, wo zwei Sonnen umeinander kreisen, man könnte da die Sichtweise annehmen, die kleinere wäre ein Planet der größeren und trotzdem größer als manche "Einzel-"-Sonnen.

Dem kann man nur bezüglich der Entstehung von Planeten und Sonnen nicht zustimmen. Man müsste die kleinere Sonne dann eben statt Planet "Trabant" nennen, denn bei einem Trabant ist die Entstehungsgeschichte völlig offen.

Gruß, Martin

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@Mannimanaste

Die ersten 2 Absätze sind eh in Ordnung. Es geht nur um die Aussage, dass man die Sichtweise annehmen solle, dass ein Stern dann ein Planet sei ...

Das macht mMn wenig Sinn.

Nochmals, mein Kommentar ist ganz sicher nicht persönlich gemeint. :-)

LG

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@derastronom

Darf ich meinen Senf nun auch noch dazu geben oder darf es Majo sein.

In der Antwort ging man davon aus, dasz es sich um einen "Gasriesen" handelt in Grösze einer Sonne. Dann würde natürlich automatisch, wenn genug zum Fusionieren da ist, es dort auch fusionieren und wenn nicht, sorgt die Gravitation für ein nicht mehr erdähnlichen Objekt.

Doch sollte man an dieser Stelle mal beleuchten, wie grosz ein Gasriese werden müszte, um gerade so nicht nur ein brauner Zwerg ohne Fusion zu sein, sondern ein Stern und aus welchen Stoffen müszte das Erdähnliche Zentralobjekt sein, damit es gerade noch nicht fusioniert aber noch nicht zum Neutronenstern durch die Schwerkraft gequetscht wird. Nehmen wir also 13 Jupiter und machen daraus ein gerade so Deuterium fusionierendes Objekt. Wem das nicht genügt kann ja noch bis zu 75 Jupitermassen hoch gehen.

Nun überlegen wir uns noch, wie viel Druck ein Silikatobjekt aushalten kann, dessen Kern vornehmlich aus Eisen, Gold, usw. besteht. Gehen wir einmal davon aus, dasz ohne Strahlungsdruck einer Fusion die Masse nicht unbedingt über den 1,4 fachen Wert er Sonne steigen sollte.

Ich habe natürlich jetzt nicht alle Werte im Kopf aber bei der Wahl der Elemente ist vor allem das unterschiedliche Verhalten der Fermienergie zu berücksichtigen. Gerade die Unterschiede im relativistischen und im nicht-relativistischen Fall wirken sich in der Zustandsgleichung aus. Hat man nicht-relativistische Teilchen, so steigt doch der Druck viel rascher mit der Dichte an, als man es bei relativistischen her kennt. Hat man also nicht relativistische als Grundlage, kann man auch etwas mit mehr Gravitationsdruck erschaffen bzw. erdenken. Trotzdem wäre es so oder so ein recht schweres und kompaktes Objekt, egal welchen machbaren Fermidruck wird dem System ermöglichen

Jetzt sie die ganze Sachlage doch schon anders aus. Geht man nun noch davon aus, das dieses Objekt schon so alt ist, dasz fast kein Wärme mehr durch radioaktiver Zerfallsprozesse entstehen und es auch sonst schon weitest gehend abgekühlt ist, dann wäre auch eine zum Teil mit Wasser bedeckte Oberfläche denkbar und eine sehr niedrige, jedoch hochdichte Atmosphäre denkbar.

Jetzt müszte man sich noch Gedanken machen, wie grosz die Abstände dieser Objekte sein müssen, damit nicht die gravitativen Wechselwirkungen beiden Objekten den Gezeiten Garaus bereitet.

Wird ein knappe Angelegenheit. Hat mal jemand einen Rechenschieber zu Hand?

Grusz Abahatchi

9
@derastronom
Ein Planet ist ein Himmelskörper, (a) der sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne bewegt, (b) dessen Masse groß genug ist, dass sich das Objekt im hydrostatischen Gleichgewicht befindet – und somit eine näherungsweise kugelähnliche Gestalt besitzt – und (c) der das dominierende Objekt seiner Umlaufbahn ist

Dies soll die Definition eines Planeten sein.

Nun zeig mir darin mal die Stelle, in der steht, dass dieser Planet keine Kernfusion betreiben darf um ein solcher zu bleiben.

Und off topic:

Das Wort "grundfalsch " besagt, alle Aussagen seien falsch. Wer so etwas von sich gibt, sollte auch dazu stehen und nicht später kleinlaut zugeben, dass es nur den im Konjunktiv geschriebenen Nachsatz meinte!

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@Mikkey

Von wegen Kleinlaut, lese bitte meine Anmerkung, Deine Antwort bleibt aufgrund des letzten Absatzes schlicht und eine unrichtige Solche!

Und wie ich schon mehrfach erwähnte, nimm das bitte nicht persönlich!

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