PKW gekauft, kann ich vom Kauf zurücktreten, weil das Fahrzeug nicht durch den TÜV kommt?

10 Antworten

Wenn du andere Beweise hast, z.B. Zeugen oder Nachrichten, in dem er dir schreibt, dass alles in Ordnung ist, dann sind die Karten gar nicht soooo schlecht. Ein Kaufvertrag kam auch ohne schriftliches zustande, denn:

Ein Kaufvertrag kommt durch zwei übereinstimmende
Willenserklärungen, nämlich Angebot und Annahme, zustande.

Die Willenserklärungen müssen darauf gerichtet sein, eine
Sache oder ein Recht gegen Entgelt zu veräußern.

Natürlich ist ein schriftlicher Vertrag besser, aber soweit du nicht komplett ohne Beweise dastehst, sehe ich kein Problem.

Lass dich da am Besten anwaltlich beraten, der kann da genauere Auskunft über die Erfolgsaussichten geben können. Ich persönlich würde zum Beispiel die arglistige Täuschung (§ 123 BGB) als (einen möglichen) Anfechtungsgrund geben.

Sollte es da bei dir am Geld mangeln, kannst du beim ortansässigen bzw. beim für dein Bezirk zuständigen Amtsgericht den sogenannten Beratungshilfeschein (BHS) beantragen. Musst dich zwar bissl nackig machen (Also Einkommen, Miete, etc. angeben), das handhabt aber auch manches Gericht anders (was jetzt die Nachweise angeht). Diesen BHS musst du dann beim Anwalt vorlegen und lediglich 15,00 € zahlen und jegliche außergerichtliche Tätigkeit ist damit abgegolten. Aber bitte... versuch erst den Verkäufer selbst zu ermahnen, dass du dein Geld wieder willst und er das Fahrzeug wieder annehmen soll. Hole dann den BHS und geh dann zum Anwalt. Manches Amtsgericht gibt keine BHS raus, wenn du vorher es nicht allein versucht hast. Und seit einigen Jahren MUSS der BHS im Voraus beantragt sein. Nur selten und unter besonderen Umständen stellt das Gericht einen BHS nach der anwaltlichen Beratung aus.

Ich hoffe, ich konnte weiter helfen.

Zukünftig einfach jemanden mitnehmen, der etwas Ahnung von Autos hat. Dabei ist es egal, ob du ein Auto beim Händler oder privat kaufst. 4 Augen sehen mehr als 2 (;

Hast Du Unterlagen vom vorigem TÜV dazu bekommen... Falls ja, ist es möglich das dort bereits der Hinweis steht das diese Teile sehr stark angerostet sind...zu jenen Zeitpunkt aber noch in Ordnung waren...

Dies würde bedeuten, dass der Verkäufer vom Mängel wusste und diesen nicht behoben hat. Somit könntest Du "arglistige Täuschung" geltend machen.

Bei den Bremsen...naja, das ist normaler Verschleiss...

"ER SOLLTE" durch den TÜV kommen heisst auch nicht "ER KOMMT" durch den TÜV...

Das Problem ist das Du nachweisen musst das dich der Verkäufer "getäuscht" hat..

Du hast einen mündlichen Kaufvertrag abgeschlossen, gibt es Zeugen, die bestätigen können, dass TÜV laut Verkäufer kein Problem ist? Wie habt ihr die Sache mit der Sachmangelhaftung/Gewährleistung geregelt? Hat der Verkäufer sie ausdrücklich ausgeschlossen?

Und zu guter letzt: Warum kaufst du ein TÜV-fälliges Auto, bei dem der Verkäufer sagt, dass TÜV kein Problem ist? Ich wäre da sofort misstrauisch, denn ein Auto mit neuem TÜV ist mehr wert als eines mit abgelaufenem TÜV. Und wenn das wirklich kein Problem ist, warum hat der Verkäufer das dann nicht noch machen lassen?

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