PKV/GKV - Mann Selbständig, Frau bald gekündigt. Versicherungsschutz für Frau und Kinder?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

wenn sie nach der Kündigung weiterhin Krankengeld der GKV bekommt, ist sie dort beitragsfrei versichert. Wenn sie nach Ende der Arbeitsunfähigkeit Arbeitslosengeld von der Arbeitsagentur bekommt, übernimmt diese auch die GKV-Beiträge zu 100%. Danach kann sie zwischen PKV (Alter und Gesundheitsfragen sind sehr wesentlich!) und der GKV wählen. In der GKV wird die Hälfte des Ehegatteneinkommens als Einnahme zugrundegelegt. (§ 240 SGB V letzter Absatz) Der GKV-Beitrag für die Ehefrau liegt dann zwischen 152 und 334 Euro monatlich.

Die Kinder sind kostenlos über die Ehefrau versichert. Es gibt eine wichtige Ausnahme. Wenn folgende Punkte alle gleichzeitig zutreffen, ist die kostenlose Familienversicherung nach § 10 Absatz 3 SGB V ausgeschlossen:

• Eltern sind verheiratet

• ein Elternteil ist nicht in der GKV versichert

• der PKV-Elternteil ist mit den Kindern laut Geburtsurkunde verwandt (keine Stiefkinder!)

• der PKV-Elternteil hat Bruttoeinkünfte von mehr als 52.200 Euro monatlich

• die Bruttoeinkünfte des PKV-Elternteils sind höher als die des GKV-Elternteils

Wenn ein Punkt nicht vorliegt, sind die Kinder kostenlos familienversichert. Sonst sind pro Kind Beiträge zu zahlen (Wahlmöglichkeit zwischen GKV und PKV).

Wenn man sich für die PKV entscheidet, kann man als Selbständiger (fast) nie mehr in die GKV zurückkehren.

Entscheidend ist daher nicht, wo es im Moment am günstigsten ist, sondern wie man am besten lebenslang versichert ist. Das heißt, es ist erforderlich alle späteren möglichen Veränderungen mit in den Vergleich einzubeziehen, z.B. "Vergrößerung der Familie" und Verringerung/Wegfall der Einnahmen.

Auch bei folgenden Änderungen bleibt man in der PKV:

Insolvenz, Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, späteres Studium, Frührente wegen Erwerbsminderung, Altersrentner, Elternzeit/Hausmann, Auszeit wegen Kindererziehung -> in diesen Fällen sind die PKV-Beiträge in unveränderter Höhe weiterzuzahlen.

Die Leistungen für die Kinder sind in der PKV oft auf die Tarife für die Eltern begrenzt. Hier sind unter dem Suchbegriff "PKV" viele Erfahrungen betroffener Eltern vermerkt:

rehakids.de/phpBB2/forum21.html

Man sollte alle gefragten Punkte im PKV-Antrag zu 100% beantworten. Migräne können z.B. auch Hinweise auf schwerwiegende Erkrankungen sein, die erst später erkannt werden. Vielleicht ist dieser Link hilfreich:

.test.de/versicherungen/tests/Formulare-der-Privaten-Krankenversicherer-Diagnose-unklar-1669604-1669862/

Wer seit Jahren ein "Gesundheitstagebuch" führt, ist im Vorteil. Vergessene Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Husten etc. können fatal sein (z.B. auch bei Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen)

Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

• Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)

• Hilfsmittel: Katalog der GKV:

.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/hilfsmittel/hilfsmittelverzeichnis/hilfsmittelverzeichnis.jsp

Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

• Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe)

• Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

-> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

In der PKV werden Leistungen, soweit sie das medizinisch notwendige Maß nicht übersteigen, erstattet. Was notwendig ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden - je nach Tarif - oft nur anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

.pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkassen verpflichtet, einen aufzunehmen, u. man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

Vielleicht interessante Links (3x "w" ergänzen"):

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2011/1114/00_pkv.jsp

pkv-ombudsmann.de/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

Online-Vergleichsportale haben oft ihre Tücken:

http://www.wiwo.de/finanzen/kroetenwanderung-versicherungen-die-fiesen-tricks-de...

Man kann PKV-Experten auch eine Testfrage stellen: "Kann man nach der Selbständigkeit als Arbeitsloser wieder in die GKV zurück?" Wenn die Antwort "ja" lautet, hat der "Experte" noch den Stand von 2008. Seit 1.1.2009 gilt folgende Regelung:

.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__5.html-> Absatz 5a

Die Entscheidung hat vermutlich lebenslange Auswirkungen u.sollte daher genauso gründlich wie z.B. ein Hauskauf angegangen werden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

RHW

Danke für den Stern!

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Automatisch in die PKV kommt niemand. Da muß man sich Angebote einholen. Aber wenn Deine Frau operiert wird und wie Du schreibst "wieder", dann wird die PKV auf jeden Fall entweder einen Ausschluß der betreffenden Krankheit oder sie gar nicht erst aufnehmen.

Meine Erfahrungen sind, dass die PKV nur noch entweder für Beamte oder für sehr, sehr wohlhabende Bürger auf Dauer gut ist. Ab dem 55. Lebensjahr kann man nicht mehr von der PKV in die GKV wechseln, unter gar keinen Umständen, das ist seit einiger Zeit gesetzl. geregelt. Die Beiträge im Alter bzw. Rentenalter sind so hoch, dass meist der Großteil der Rente davon aufgefressen wird, je nachdem wie gut die Rente wird. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man sich gesetzl. versichert, auch bei den gesetzl. gibt es Leistungsunterschiede, dazu sind Tabellen hilfreich, wer was zahlt bzw. bezuschußt. Für eine besser Sicherung eine Zusatzversicherung, z. B. für Zahnersatz etc., oder falls man damit rechnet, für Krankenhausaufenthalt, sog. Krankenhaustagegeld.

von einer kompletten PKV rate ich aus Erfahrungen ab, habe selbst einige Jahre im Außendienst einer sehr großen PKV gearbeitet und habe mich vor längerer Zeit aus Sicherheitsgründen wieder gesetzl. mit Zusatzvers. versichert.

bei der PKV steht für jeden eine Gesundheitsprüfung an. und dabei geht es nicht nur um Erkrankungen zum Zeitpunkt des Aufnahmeantrags, sondern rückwirkend für die letzten 5-10 Jahre. sobald da nur eine OP, eine Erkrankung oder sonst etwas in diese Richtung auftaucht, wird entweder die Mitgliedschaft komplett versagt oder die Mitgliedschaft nur mit sehr hohen Beiträgen möglich.

ich rate dir deshalb in der GKV zu bleiben und dich freiwillig zu versichern. sobald deine Frau keine Leistungen mehr aus Krankengeld, Arbeitslosengeld oder dergleichen bezieht, kann sie zu dir in die Familienversicherung (welche kostenfrei ist). das gleich gilt auch für das Kind.

solange deine Frau aber in einem Beschäftigungsverhältnis ist, dieses aber aufgrund der Krankheit ruht, bleibt sie selbst weiter versichert. endet das Beschäftigungsverhältnis und sie bekommt weiterhin Krankengeld, besteht die Mitgliedschaft in der Krankenkasse auch weiterhin vor.

Grundsätzlich gilt immer, dass man sich beim Arbeitsamt melden muss, wenn eine Kündigung ausgesprochen wurde, egal ob man nun länger krank ist oder nicht. dies bewahrt davor, dass Leistungsansprüche verwehrt werden bzw. verfallen.

Hallo und danke für deine ausführliche Beschreibung.

Das hört sich soweit alles ganz gut mit freiwillig in der Gkv bleiben. Negativ ist nur, dass der Beitrag in der Gkv viel höher ausfällt.

Aktuell müsst ich 350€ zahlen und ab einen bestimmten Satz 630€ glaube ich waren es, so wurde es mir zumindest aufgezeigt. Bei der Pkv wären es z.Zt. 250€.

Für den Fall dass ich in die Pkv gehe und meine Frau arbeitslos werden würde und keinerlei Bezüge mehr erhalten würde, dann würde sie automatisch mit in die Pkv mit den Kindern rutschen und der Beitrag schiesst in die Höhe, richtig? Lg

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@fragenjogi80

richtig. in der PKV musst du für jedes Familienmitglied extra zahlen. und welches Kind ist nie krank?! das macht das ganze nicht gerade billig. in der GKV zahlst nur du aus deinen Einkünften Beiträge während Frau und Kind kostenfrei mitversichert sind. dann ist die GKV unterm Strich günstiger.

wenn du dich freiwillig versicherst informiere dich bitte auch über die Möglichkeit die freiwillige Versicherung mit Krankengeldanspruch zu wählen. nur so als Tipp.

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