Piriformalissyndrom operieren?

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3 Antworten

M.E. sollte eine konservative Therapie ausreichen, um diesen Schmerz zu beseitigen. Es wird jedoch keine Therapie geben, die dauerhaft Erleichterung schafft, wenn die Bewegungsgewohnheiten die gleichen bleiben. D.h. entweder änderst du etwas an den im Berufsalltag durchzuführenden Bewegungen oder du machst konsequent (täglich) spezielle Dehnübungen, die der Muskulatur wieder so viel Länge geben, dass die Nervenkompression ausgeschaltet wird.

Man muss sich das folgendermaßen vorstellen:

Um den Nerv herum befindet sich eine Art Versorgungshülle, in der die Nährflüssigkeit für den Nerv zirkuliert. Wenn der Nerv komprimiert wird, kann es zu einer Übersäuerung kommen. Die Abfallstoffe könnnen nicht abtransportiert werden und es kommt dadurch zu einer Schmerzreaktion.

Therapie:

Der Nerv ist in jedem Fall zu entlasten!

Dadurch kann sich der Nerv wieder frei bewegen und die Versorgungsflüssigkeit kann wieder strömen. Ebenso können sich auch entzündliche Prozesse im Bereich des Nerven durch die Unterversorgung wieder regenerieren und der quälende Schmerz lässt nach.

Die Therapie sollte durch die PT wie folgt aussehen:

Manuelle Therapie um den Nerv so zu beeinflussen, dass die Nährflüssigkeit bewegt wird.

Lösung von muskulär-faszialen Spannungen mittels spezieller Weichteiltechniken

Nervendehnung

muskuläre Dehnübungen wie Folgende:

Du legst dich flach auf den Rücken, ziehst das rechte Knie gebeugt an die Brust, dann stützt du von der Brust aus mit der rechten Hand dein Knie und mit der linken Hand ziehst bzw. drehst du den rechten Fuß/Unterschenkel so weit es geht zu dir bzw. nach hinten/links bis du einen starken Zug am Po verspürst, diese Position mind. 2 min halten

Da diese Position sehr schwer lange zu halten ist, habe ich hier noch eine alternative Ausgangsstellung zur Ausführung der Übung:

Du gehst zunächst in den Kniestand und setzt dich anschließend mit dem Po rechts neben deine Beine, nun positionierst zu das rechte Bein so vor dem Körper, dass in Sprunggelenk, Kniegelenk und Hüftgelenk jeweils ein rechter Winkel entsteht, drückst dabei die Außenseite des Beins komplett an den Boden, das linke Bein spreizt du wie beim Spagat nach hinten ab, jetzt schiebst du mit aktiver Muskelkraft deinen linken vorderen Darmbeinstachel (Beckenkamm) in Richtung rechte Ferse, auch hierbei entsteht dieser gleiche schmerzhafte Zug am Po, Position mind. 2 min halten.

Solltest du Probleme mit der Übungsausführung haben, kannst du dich gern nochmal melden, dann schaue ich mal ob ich dazu ein passendes Video finde!

Bis jetzt konnte ich ausnahmslos allen Patienten mit dieser Symptomatik auf o.g. Weise helfen. Eine OP war niemals nötig, hätte auch nicht wirklich Sinn gemacht.


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Sorry aber das kann ich alles theoretisch in Kenntnis nehmen aber in der Praxis (z. B. beim Lagern der Bewohner oder der Transfer von Bewohner -vom Bett in den Rollstuhl oder umgekehrt ) kaum praktizierbar. 

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Kommentar von Hooks
16.09.2016, 17:44

Entweder wendest Du besondere Griffe an, die für Einzelpersonen konzipiert sind, oder Du nimmst einen Helfer dazu - oder Du wechselst die Arbeitsstelle, wenn die Friktion nicht hilft.

Es kann ja nicht angehen, daß man sich invalid arbeiten muß.

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Was ist das?

Ah, ok. Piriformissyndrom, doppelter Teufel.

http://www.physiotherapie-aequilibrium.de/trigger.php

Vielleicht reicht es, an den blauen Kreuzen Friktion auszuüben; mehrere Mal 5 min lang quer zum Muskelbauch die Haut über dem Gewebe verschieben (tut saumäßig weh!), damit wieder Sauerstoff ins Gewebe kommt durch Aufsplitterung der feinen Fasern. Dann wird auch der Müll besser abtransportiert.

Du kannst es selbst machen oder einen Physiotherapeuten machen lassen. Frage Deinen Hausarzt, ob er DIr Massage verschreibt.


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Kommentar von Hooks
16.09.2016, 17:24


M. piriformis „Doppelter Teufel“

Übertragungsschmerz

- Ausstrahlung in den Iliosakralbereich und lateral über das Gesäß.

- Ausstrahlung gelegentlich über die Rückseite des Oberschenkels.

  (proximale 2/3)



Symptome

- Kreuzschmerz.

- Glutäalschmerz, Hüftschmerz.

- Schmerz im rückenseitigen Oberschenkel bis zum Fuß.

- Schmerzen im Rektum beim Stuhlgang.

- Verschlimmerung der Schmerzen beim Sitzen.

- Blockierung im SIG.

- Komprimierung von Nerven und Gefäßen im Foramen ischiadicum

  majus, u.a. N. ischiadicus.





Aktivierung

- Abfangen eines Sturzes.

- Ungewohnte starke Belastung. Z.B. Verhinderung der Innenrotation

  im Hüftgelenk beim schnellen Laufen, Heben von Lasten.

- Direktes Trauma durch Schlag mit einem harten Gegenstand auf

 den Muskel.

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Meide in Zukunft die Dinge unter "Aktivierung" und sitze nicht zulange. Lieber mal liegen und die Beine dabei abwechselnd nach unten schieben, das lockert im ISG.


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Kommentar von Flowerface
16.09.2016, 17:30

Hallo Hucke, ich habe damit schon seit 2012 zu tun. Alle konservativen Therapien halten nur kurzzeitig an. Ich bewege mich sehr viel, mache Boden- Dehnübungen, Krankengymnastik so oft ich verschrieben bekomme. Es endet immer mit Einspritzungen in die Hauptschmerzstelle am Rollklörper des Oberschenkels. Sobald ich wieder mehrere Tage zum Dienst muss(Pflegeheim) geht's wieder los. Kann schon seit einem Jahr nicht mehr auf dieser Seite schlafen. Der Schmerz beginnt oberhalb des Steißbein es bis zur gr. Zeh. Konzentriert Wade . Ein humoren im Rücken besteht immer. MRT LW erbrachte keinen Bandscheibenvorfall. Ich kann keine Nacht mehr schlafen wg. starken Schmerzen. Momentan nehme ich TramalTabletten um etwas Ruhe zu finden. 

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