Pingelige Wortwahl oder was?

4 Antworten

Diese dauernde Wortsuche sorgt für Variation in der Wortwahl - das ist ein rhetorisches Mittel, das im Deutschen angestrebt wird, sofern man gewisse stilistische Ansprüche an sich hat.

Es ist gut möglich, dass du das von deinem Elternhaus her kennst oder aber in der Schule erworben hast - oder beides. Durch viel Lesen kann man diesem Stilmittel auch begegnet sein und es schön finden, so dass man es für sich übernommen hat.

Als ich beruflich viel mit Übersetzungen zu tun hatte, wurde mir bewusst, dass die Variation im Deutschen besonders gern angewandt wird - möglicherweise steckte das Bildungsbürgertum dahinter? - während es im Französischen egal war, ob man das gleiche Verb oder die gleiche Wendung wiederholte: dort war es kein Merkmal stilistischer Anspruchslosigkeit.

Fazit: freu dich, dass du diese Angewohnheit hast: das zeigt, dass du über eine gute Trennschärfe verfügst und ein gutes Sprachgefühl hast.

Das kennen wohl viele Menschen. Mir geht es auch manchmal so, dass ein Wort fehlt, ich ein anderes benutze, aber unbedingt noch drauf kommen will, welches Wort ich suchte.

Das ist doch nicht pingelig. Du möchtest die Wörter verwenden, die den Sinn nicht nur recht genau sondern tatsächlich am treffendsten zum Ausdruck bringen, bis in die letzte Nuance. Da hast Du einen hohen Anspruch. Wenn Du kein Problem hast, zu einer Minderheit zu gehören, ist das nur gut.

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