Pilotin werden - wie hoch sind die Chancen?

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5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo, 

lassen wir doch einfach mal die Fakten sprechen: 

Brigadegeneral Günter Katz, Leiter des Stabes "Ausbildung des fliegenden Personals“ im Kommando Einsatzverbände der Luftwaffe, brachte es in einem Interview auf den Punkt: Danach hatte die Bw 2012 rund 2.000 Bewerber, davon blieben 86 übrig, davon wurden 24 Jetpiloten. Katz: "Je mehr Bewerber, desto besser, denn dann können wir uns die Besten auswählen.“ 

Weiterhin führte Katz aus: 

"Die Bundeswehr stellt keine Piloten ein, sondern Offiziere, die auch fliegen. Wer heute Offizier wird, wird mit Sicherheit auch einmal in einen Einsatz gehen, dies ist sicherlich ein Teil des Berufsbildes. Wer dazu nicht bereit ist, der sollte diesen Beruf ... nicht ergreifen.“ 

(Quelle: Interview mit Brigadegeneral Günter Katz, Leiter des Stabes "Ausbildung des fliegenden Personals“ im Kommando Einsatzverbände der Luftwaffe, in „Karriereguide 2014 - Luftfahrtberufe“, Seiten 51-53) 

Das wären also, wenn mein Taschenrechner richtig gerechnet hat, für die Kampfjetfliegerei nur 1,2% der Bewerber. Und nur 4,3% aller Bewerber waren überhaupt generell für die Militärfliegerei (Kampfjet, Transport, Hubschrauber) geeignet. Das deckt sich mit den DLR- und LH-Tests, die rund 5% der Bewerber als geeignet für einen fliegerischen Job ansehen. 

Und für das neue Konzept "Luftwaffe 2020" wird die Zahl der fliegenden Verbände nach einem Artikel in einer Ausgabe der FLUGREVUE von 2013 noch deutlich reduziert werden, was bedeutet, dass die Auswahl der Bewerber noch strenger sein kann. 

Aber jetzt meine Frage: Woher weißt Du denn, dass Du die Mindestanforderungen erfüllst? Ob dem so ist, wird doch erst bei der Offizierseignungsprüfung und der "Untersuchung auf Wehrfliegerverwendungsfähigkeit" entschieden, nicht durch Selbstein- und überschätzung. 

Also hilft nur, sich zu bewerben und zu schauen, ob es klappt. 

Danke für den Stern!

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Deine Chancen erfährst Du, indem Du Dich bewirbst. Wenn Du in das Anforderungsprofil passt und gut genug bist, nehmen sie Dich. Ansonsten nicht. Aber die Entscheidung liegt hier nicht bei den GF Hobbyfachleuten.

Keiner hier im GF Forum hat hellseherische Fähigkeiten, keiner kennt Dich und Deine Fähigkeiten. Dann ist die Frage, welche Pilotenausbildung Du anstrebst. Anhand Deiner Eignung wird entschieden, in welche Richtung Deine Ausbildung geht (Helikopter, Jetpilot, Transporter). Da hast Du kein Mitspracherecht. Wenn für Dich z. B. nur Hubschrauber fliegen in Frage kommt und nichts anderes, hast Du ein Problem. 

Ausserdem bist Du in erster Linie Soldat und erst in zweiter Linie Pilot. Die Piloten bei der BW sind zu Schreibtischtätern mutiert, die kaum noch auf ihre Flugstunden kommen. Wenn das Dein Traum ist.. nur zu. 

Viel Erfolg und lass uns doch mal wissen, ob es geklappt hat.

Befasse Dich eingehend mit dem Berufsbild "Offizier im fliegerischen Dienst der Bundeswehr" und wenn Dir diese Tätigkeit zusagt, dann bewirb Dich. Das Auswahlverfahren ist zwar gründlich und nur handverlesene Bewerber schaffen es ins Cockpit, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Als ich vor über 35 Jahren im Freundes- und Familienkreis angedeutet hatte, dass ich Pilot bei der Bundeswehr werden will, hat man mich mitleidig belächelt und alle haben gemeint, dass das fast kein Bewerber schafft. Ich bin dann trotzdem meinen Weg gegangen, habe mich beworben, die Eignungsfeststellungen durchlaufen und saß bald darauf im Cockpit.      

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