Pilotenausbildung Flugschein usw.

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3 Antworten

Hallo,

schön, dass Du Dir schon rechtzeitig Gedanken über einen möglichen späteren Beruf machst und Du solltest dann auch darauf hinarbeiten.

Leider schreibst Du nicht, welcher Art Pilot Du werden möchtest. Zivil oder Militär, Hubschrauber oder Flächenflugzeug? Wenn zivil: Eher Business-Flieger oder große Verkehrsmaschinen? Oder Pilot bei der Polizei?

Die Zugangsvoraussetzungen und die Ausbildung unterscheiden sich doch erheblich. Also fangen wir mal an:

Für Europa gibt es verbindliche Ausbildungsvorschriften. Dies sind die JAR-FCL 1 für Flächenflugzeuge und JAR-FCL 2 für Hubschrauber. Die JAR-FCL 3 regelt die flugmedizinischen Vorgaben für die Privat- und Berufsfliegerei. Das Militär hat eigene Vorschriften, die sich aber - zumindest für die Transportflieger (C-160 "Transall", P3 "Orion" oder die Muster Bombardier und Airbus der Flugbereitschaft) - an die FCL 1 anlehnen.

Entgegen vielen Gerüchten, die hier verbreitet werden, ist für eine Pilotenausbildung das Abitur nicht unbedingt erforderlich! Die JAR-FCL geht überhaupt nicht auf die Schulbildung ein und macht in der Hinsicht auch keine Vorgaben. Aber wie immer im realen Leben gilt: Besser ist besser! Nur Lufthansa und Germanwings machen das Abitur zu einem Formalkriterium, allerdings ohne einen bestimmten Notendurchschnitt zu verlangen.

Air Berlin z. B. verlangt "nur" die Fachhochschulreife und bei der Bundeswehr kannst Du mit Abitur, Fachhochschulreife und sogar Mittlerer Reife mit Berufsausbildung Pilot werden.

Deshalb ist es so wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, was genau man werden will.

Es gibt folgende Möglichkeiten einer Pilotenausbildung (Dauer etwa 2 Jahre +/-)

  1. Du gehst zu einer der zugelassenen Flugschulen in Deutschland oder der EU. Die Kosten liegen etwa bei 80.000 bis 120.000 Euro, die Du zu Ausbildungsbeginn auf den Tisch legen musst. Wenn Du eine liebevolle Oma hast oder eine Bank, die Deinen Fähigkeiten vertraut, wäre das eine Option. Nach der Ausbildung musst Du Dich dann um einen Fliegerjob kümmern.

  2. Das Militär. Hier kostet Dich die Ausbildung nichts. Im Gegenteil: Du bekommst schon ein Gehalt als Soldat. Mindestverpflichtungszeit sind 16 Jahre, danach Übernahme als Berufssoldat. Als Kampfpilot wärest Du dann nicht mehr in einem Geschwader, sondern irgendwo in der Truppe und könntest noch als "Scheinerhalter" fliegen. Die Umschreibung einer Militärlizenz in eine zivile ist mögiich, aber schwierig. Hubschrauberpiloten und Piloten der Flugbereitschaft haben es da sehr viel leichter als Piloten von Kampfjets. Und: Als Pilot bist Du in erster Linie Soldat und erst dann Pilot. Und die Aufgabe eines Soldaten ist es, zu töten, Punkt. Das Flugzeug ist nur ein Hilfsmittel zum Transport militärischer Nutzlasten. Darüber sollte man sich VOR einer Bewerbung Gedanken machen!

  3. Hubschrauberpilot bei der Polizei. Hier bekommst Du auch schon ein Gehalt als Polizist, bist also Berufsbeamter. Die Ausbildung ist für Dich kostenlos und erfolgt in Anlehnung an die JAR-FCL 2.

  4. Ausbildung bei einer Airline (das ist dass, was hier immer reflexartig genannt wird: Lufthansa und Abitur, dann toller Job und schöne Frauen). Es gibt in Deutschland 2 Airlines, die eine Pilotenausbildung vom Fußgänger zum Jetpiloten anbieten: Lufthansa und Air Berlin. Bei beiden musst Du Dich mit einem Eigenanteil von 60.000 Euro an der Ausbildung beteiligen. Bei AB zahlt Du 20.000 Euro bei Ausbildungsbeginn und dann 4 x 10.000 Euro. LH gewährt Dir einen Kredit über 60.000 Euro. Den zahlst Du in monatlichen Raten von etwa 300 Euro zurück, aber nur, wenn Du einen Arbeitsvertrag bekommst.

Dieses Konstrukt hat doch einen gewissen Charme und schwebt wahrscheinlich deshalb allen Fragestellern und Antwortgebern vor. Allerdings kommen zu den Ausbildungskosten immer auch noch die Lebenshaltungskosten hinzu.

Die Ausbildung (für AB an der Flugschule Käufer in Essen, für LH an der LFT-Verkehrsfliegerschule in BRE) erfolgt nach den MPL-Richtlinien der JAR-FCL 1 und bindet Dich nach der Ausbildung für mindestens 2 Jahre an die ausbildende Airline. Das ist vom Gesetz her so vorgesehen.

Eine Bewerbung erfolgt bei AB und LH nur online. Die Termine zum Ausbildungsstart und frühestem Bewerbungstermin findest Du auf der jeweiligen Internetseite, aber Du hast ja noch ein paar Tage Zeit. Bei der Bw oder Polizei wendest Du Dich am besten direkt an einen Berater.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen. Viel Erfolg!

Danke für den Stern!

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Frag am besten mal bei einem Flughafen in deiner Nähe an - oder erkundige dich in einer Kaserne, auch die brauchen ab und an wieder neue Piloten, vielleicht kann man dir dort auch helfen.

Hi bin 14 und beim segelfliegen ist zwar nicht mit so großen maschienen aber man lernt trotzdem viel und es macht eine menge spaß . wen du dich fürs fliegen interessierst soltest du auch erst mal etwas kleiner anfangen .bei uns im verein haben letzdens auch wieder 2 einen pilotenschein gemacht und wenn du schon erfahrung mit flugzeugen hast sollte es dir nich all zu schwer fallen . VIEL SPAß UND ERFOLG

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