Pilot mit einer Brille?

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Hallo,

Ich denke mal du darfst mit der Brille herumfliegen,wenn sie dich nicht stört.Eigentlich sollte das kein Problem sein.Wenn du sie aber lasern lassen willst,würden sie dieses aber nicht sponsern.Aber wenn schon,als Pilot brauchst Du einwandfreies Hör- und Sehvermögen. Die 8% des einen Auges beeinträchtigen das räumliche Sehen. Im normalen Leben stört Dich das vielleicht nicht, aber bei den hohen Geschwindigkeiten und besonderen Belastungen im Flugzeug hat das eine ganz andere Bedeutung. Sei nicht traurig, Pilot werden nur die wenigsten...Aber ich habe gelesen,dass die Grenzwerte für die Refraktionsfehler +/-3 Dioptrien und für Astigmatismus 2 Dioptrien sind.

 

Danke. .

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Die medizinischen Anforderungen für die Ausbildung erfährst Du bei den Fliegerschulen bzw. Verkehrsfliegerschulen (ggfs. auch Lufthansa). Ruf die Websites auf und suche nach Voraussetzungen!

Das habe ich für dich gefunden.

Auskunft hierüber gibt eindeutig das Regelwerk JAR-FCL (siehe http://www.luftrecht-online.de

Genau Auskunft gibt der Punkt JAR-FCL 3.220 Sehvermögen.

Man muß im wesentlichen unterscheiden zwischen gewerblich oder privat genutzten Lizenzen. So ist z.B. die medizinische Tauglichkeit, auch im Bereich der Sehfähigkeit für Privatpiloten weniger streng geregelt als für Berufs- bzw. Verkehrspiloten, also gewerblich tätige Luftfahrtzeugführer.

Grundsä tzlich ist erstmal im Bereicht der Werte +3/-3 Dioptrien keine Untauglichkeit aufgrund der Sehschwäche vorgesehen. Dies bezieht sich jedoch nur auf die Erstuntersuchung. Bei nachfolgenden Untersuchungen, wenn also schonmal eine Tauglichkeit bestanden hat, sind die Werte mit größeren Spielräumen versehen. Dann geht es je nach Klasse des Tauglichkeitszeugnisses (Klasse 1, gewerblich; Klasse 2, privat) mit unterschiedlichen Grenzwerten zur Entscheidung.

Der Text hierzu ist ziemlich lang und ausführlich, zumal es zu dem JAR-FCL 3.220 Sehvermögen auch noch einen den Anhang 13 gibt. Es ist natürlich nicht nur der Refraktionsfehler auschlaggebend, sondern noch diverse andere Werte des Sehvermögens.

Insbesondere stellt sich bei männlichen Probanden oftmals weniger die Frage nach dem Refraktionsfehler als die Fähigkeit zur Farberkennung bei der Untersuchungen als problematisch heraus.

Mal ganz anders ausgedrückt:

Wenn man eine Privatpilotenlizenz machen möchte, sind die Regeln ziemlich human und ich habe persönlich kaum Leute gesehen die ohne das es vorher eh klar war (Glasbausteine in der Brille oder so) aufgrund Ihrer Dioptrien keine Tauglichkeit bekommen haben. 

Für Berufsflieger (also Tauglichkeit Klasse 1) ist es weniger die Frage ob man mit -3 Dioptrien noch eine Tauglichkeit bekommt oder nicht, als vielmehr die Frage ob man in diesem Fall noch einen Arbeitgeber findet.

Die bedeutet das bei den Airlines oftmals die medizinischen Auflagen, insbesondere an die Sehfähigkeit strenger gehandhabt werden als der Gesetzgeber dies vorschreibt. 

Grundsätzlich ist allerdings immer der Weg zum Fliegerarzt, bzw. für ein Zeugniss Klasse 1 zum AMC (Aeromedical Center; Köln, Stuttgart, Frankfurt, Berlin, München((Fürstenfeldbruck)) usw.) der richtig Weg rauszufinden was wirklich Sache ist. Viele Leute die irgendwelche Ammenmärchen ("man darf keine Plomben haben usw.") geglaubt haben ärgern sich dann Jahre später darüber dem aufgessen zu sein und ggf. nicht Ihren Lebenstraum erfüllt zu haben.

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