Physiklehrer und Fahrlehrer widersprechen sich - wer hat nun recht?

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12 Antworten

Physiklehrer und Fahrlehrer widersprechen sich überhaupt nicht, sondern verwenden nur unterschiedliches Wording.

Der Fahrlehrer meint mit Beschleunigung eine Erhöhung des Tempos.

Der Physiklehrer meint damit eine beliebige Änderung des Tempos, wobei er Abbremsung als negative Beschleunigung bezeichnet.

So fasst er beide Vorgänge zu einer Kategorie Beschleunigung zusammen.

Vielleicht ist Dir aufgefallen, dass ich „Tempo“ und nicht „Geschwindigkeit“ geschrieben habe. Damit versuche ich, den Unterschied zwischen speed und velocity, denn das Englische macht, ins Deutsche zu übertragen, auch wenn unsere Sprache hier ungenau ist („Lichtgeschwindigkeit“).

Die eigentliche Geschwindigkeit ist nämlich nicht nur das, was man auf einem Tachometer ablesen kann, sondern eine so genannte Vektorgröße, eine Größe mit Richtung.

Wenn zwei Fahrer gleich schnell, sagen wir, mit ungefähr 30km/s (108km/h), fahren, haben sie in jedem Fall ungefähr dasselbe Tempo, aber es macht einen einen riesigen Unterschied, ob sie in dieselbe oder z.B. in entgegengesetzte Richtungen fahren, was sich spätestens dann erheblich bemerkbar macht, wenn sie, sagen wir, „zusammenkommen“.

Fahren sie in dieselbe Richtung, ist ihre Geschwindigkeit relativ zueinander fast 0, und sie könnten sich nebeneinander her fahrend unterhalten, im anderen Extremfall ist sie etwa 60m/s.

Unter Beschleunigung im eigentlichen Sinne versteht der Physiker nicht nur eine Änderung des Tempos, sondern jegliche Änderung der Geschwindigkeit, also auch ihrer Richtung. Das Tempo kann sogar gleich bleiben, etwa, wenn man im Kreis fährt.

Sie ist natürlich auch eine Vektorgröße, und daher kann man statt von positiver oder negativer Beschleunigung einfach von der Richtung der Beschleunigung sprechen.

Mehr noch: Geschwindigkeit ist immer relativ. Wir sind es gewohnt, den Erdboden als Bezug zu nehmen.

Der steht aber erstens sowieso nicht still, und zweitens kann man ihn auch als eine Art riesiges Laufband auffassen, auf dem sich, etwa im Beispiel, die Ampel mitbewegt, während das Auto dagegen anfährt, um in diesem Sinne an Ort und Stelle zu bleiben. Bremst der Fahrer, so wird sein Wagen mehr und mehr vom Boden mitgezogen und in diesem Sinne schneller, bis er dieselbe Geschwindigkeit hat. Die Richtung der Beschleunigung ist freilich dieselbe, wie wenn ich den Erdboden und damit die Ampel als ruhend ansehe.

Die sagen doch beide das gleiche, nur auf verschiedene Art.

Der Physiklehrer verwendet den physikalischen Begriff für "Verzögerung" und das ist "negative Beschleunigung".

Wenn man eine rote Ampel sieht beachtet man die am Besten überhaupt nicht, die hat dann wahrscheinlich Jemand als "Kunstwerk" so angemalt und aufgestellt.

Sieht man eine Ampel die Rotlicht zeigt kommt es darauf an ob dieses Rotlicht für Einen selbst gild oder anderen Verkehrsteilnehmern.

Fährt man auf eine Ampel zu, die auf Rot steht verzögert man gewöhnlich, man bremst ab oder (wie es die Physik ausdrückt) man beschleunigt negativ.

Lieber Schüler,

Kurzform:

es gibt einen unterschiedlichen Sprachgebrauch.

Entscheidend ist der Zusatz bei deinem Lehrer: NEGATIV:

also stets genau lesen und genau hinhören, in der Technik wird sich selten doppelt ausgedrückt - und wenn ein Wort bereits fehlt oder ein Zusatz, in diesem Fall das Minuszeichen, verkehrt sich eine Aussage schnell in ihr Gegenteil - das ist dir nun passiert. Beide Aussagen sind identisch.

(((Ach ja: "Schüler" schließt alle Geschlechter ein.)))

 

Ausführlich:

die tägliche Sprache (Umgangssprache) und die technisch-wissenschaftliche Sprache unterscheiden sich. Die letztere, die du auch in der Schule schon hörst, verwendet Begriffe, die in ihrer Bedeutung klar definiert sind.

Warum?

Damit solche Missverständnisse, denen du nun aufgesessen bist, erst gar nicht entstehen. Diese Begriffe muss man aber erst mal lernen - wie Vokabeln.

Leider wird einem das durch politisch motivierte "Gegenbewegungen" zu dieser Klarheit der Begriffe meistens erschwert - manche meinen, unbedingt mit dem Missbrauch von Worten und der Umdeutung von Worten und der Neu-Schaffung von Wort-Konstruktionen ihr "Meinungs-Süppchen" durchsetzen zu müssen.

Beschleunigung:

Du meinst (weil man es von Kind an so "hört"), die Bedeutung ist IMMER "=schneller werden". Nur das Wort "Bremsen" ist für dich das Gegenteil. Das meint aber: eine Bremse betätigen. Nun ja, beim Auto - wenn das "Ding" wenigstens den Vorschriften entspricht - funktioniert diese so gut, dass man damit tatsächlich, wenn man die Bremse "richtig" betätigt, auch langsamer wird. Man "bremst" also.

Wissenschaftlich gibt es für die Änderung der Geschwindigkeit, also deren zeitliche Ableitung, den Begriff der "Beschleunigung". Ist diese positiv, nimmt also die Geschwindigkeit zu. Ist diese negativ, nimmt die Geschwindigkeit ab. Und nun wird es paradox vom Begriff: ist diese null, bleibt die Geschwindigkeit unverändert - auch dieses kann man nun also ausdrücken. Warum ist es denn so wichtig?

Wissenschaftlich ist man da schon genauer als in der Umgangssprache. Beispiel zum Verständnis:

Wenn man bremst, es geht bergab, und es ist ein steiler Berg, muss man auch entsprechend STARK bremsen - tut man das nicht, kann man trotz Bremse (antippen z.B.) noch schneller werden. Der Fahrlehrer meint natürlich "richtig bremsen", also auch wirklich so wirksam langsamer werden, dass das Fahrzeug noch vor der Ampel zum Stehen kommt.

Die Physik ist jetzt sogar einfacher und genauer: erst wenn die TATSÄCHLICHE Geschwindigkeit abnimmt, egal, ob man das mit der Bremse erreicht oder dadurch, dass es umgekehrt steil bergauf geht, wird diese "Beschleunigung" (wir erinnern uns: das ist die ÄNDERUNG der Geschwindigkeit) negativ. Und damit im Wortlaut des Physiklehrers das Auto langsamer.

Ja, beide Aussagen sind gleich bedeutend.

Was hat das mit Politik nun zu tun? Irgendein "Verwirrer" hat den Begriff der "Entschleunigung" kreiert - aus welcher Absicht heraus auch immer. Er wusste nicht, dass Beschleunigung der "Oberbegriff" ist, der all diese Fälle einschließt. Und "Bremsen" ist für Aussagen immer zu "negativ", man "tritt" umgangssprachlich im Verhalten nicht auf die Bremse, das ist nicht fortschrittlich. Also neues Wort her, auf die Dummheit der Leute gesetzt, die sich nicht trauen, zu sagen: "das Wort gibt es doch gar nicht."

Warum ist es dann so wichtig, einen einzigen Begriff zu haben, der "langsamer werden" und "schneller werden" vereint?

Tja, was willst du denn in der Technik z.B. berechnen? z.B. die Änderung der Geschwindigkeit. Wenn du schon vorher alles weißt, brauchst du ja eigentlich nicht zu rechnen, nicht wahr? Aber man weiß es ja nicht. Also wird gerechnet. Und siehe da: die Beschleunigung ist negativ mit dem Wert xyz. Wenn man das vorher immer alles weiß, wann ein Ergebnis negativ und wann positiv ist, wenn die und die Kräfte auf einen sich bewegenden Körper einwirken, kann man auch gezielt danach fragen. Das weiß man aber nicht. Also braucht man allgemeine Begriffe, die alle Lösungen auch einschließen.

Du kennst eine "Variable" aus der Mathematik? Nimm die "Beschleunigung" als physikalische Größe mit einem Wert und einer Einheit. Deren Wert ist mathematisch variabel, der zugehörige Wertebereich überdeckt sowohl NEGATIVE, als auch POSITIVE Werte, und dazwischen auch den WERT NULL.

 

 

so viel Gelaber für eine einfache Frage welche kurz und richtig beantwortet werden kann.
Was ist eigentlich deine Antwort ???

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@Viktor1

Wenn du nicht in der Lage bist, den einen ersten Satz zu lesen, tut es mir Leid.

--> "Es gibt einen unterschiedlichen Sprachgebrauch."

Offenbar bist du mit dieser "langen" Antwort hoffnungslos überfordert....

Ich kann nur mit Leuten kommunizieren, die der Sprache auch mächtig sind. Danke für dein Kompliment von wegen "Gelaber", sehr, sehr sachlich, tolle Leistung. Ich bin von dir beeindruckt.

Geh doch in den Hyde-Park... und da kannst du in der Speakers Corner nach Herzenslust meckern. So viel ich weiß, kam die Frage nicht von dir.

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1.a=-2 m/s² 2 mal integriert ergibt

2. V(t)=-a*t+Vo hier ist Vo=15 m/s die Anfangsgeschwindigkeit

3. S(t)=-1/2*a*t²+Vo*t +So hier ist So=0 der am Anfang schon zurückgelegter Weg bei t=0

aus 2. t=Vo/a ist die Bremszeit also t=15 m/s/(2 m/s²)=7,5 s (Sekunden)

aus 3. und 2. S(t)=-1/2*a*t²+Vo*t mit t=Vo/a

S(t)=-1/2*a*Vo²/a²+Vo*Vo/a=-1/2*Vo²/a+Vo²/a=0,5*Vo²/a

Bremsweg S(t)=0,5*15²/2=56,25 m

Frage: Wie lange ist die Ampel gelb ?

Ist die Ampel länger als 7,5 s gelb,so kann man Gas geben und man fährt noch bei gelb über die Ampel.

Der Bremsweg ist Sb=56,25 m Also kann man ,wenn die Ampel 7,5 s gelb ist,bremsen oder auch beschleunigen.

Ist man 30 m vor der gelben Ampel,so braucht man nicht bremsen,weil ja der Bremsweg  über 30 m ist.

Ist man über 56,25 m von der Ampel entfernt,so muss man bremsen,weil man sonst bei rot über die Ampel fahren würde.

Physiklehrer und Fahrlehrer widersprechen sich hier gleich in zweifacher Hinsicht nicht!

Zunächst ist der Physiklehrer für die Physik zuständig, der äußert sich hier gar nicht über Verkehrsregeln bzw. Verkehrsempfehlungen. Der Fahrlehrer dagegen ist für die Verkehrsregeln zuständig, der äußert sich hier gar nicht über die Physik.

Weiterhin sprechen wir in der Physik von positiver und negativer Beschleunigung in Bezug auf die jeweilige Bewegungsrichtung. Im praktischen Alltag dagegen nennen wir die negative Beschleunigung "bremsen". Und der Fahrlehrer hat nichts dagegen einzuwenden, dass man vor der roten Ampel bremst, d.h. "negativ beschleunigt".

Beide natürlich. Negative Beschleunigung ist nichts anderes als Bremsen.

Also um das etwas verständlicher zu machen: Dein Fahrlehrer meint, Du sollst vor einer roten Ampel Deine Geschwindigkeit nicht erhöhen. Beschleunigung ist die Änderung der Geschwindigkeit pro Zeit. Wenn sie positiv ist, wird die Geschwindigkeit in positive Richtung erhöht.
Negative Beschleunigung ist besser bekannt als Entschleunigung oder Abbremsen. Dann hast Du nach der Zeit t mit der Startgeschwindigkeit v_0 und der "Entschleunigung" a = -2m/s^2 die Geschwindigkeit v mit v(t) = v_0 + a*t. Sie nimmt also linear ab. Wäre a > 0 (positiv) dann würde v logischerweise steigen. Man legt dabei die Strecke s mit s(t) = 1/2*a*t^2 + v_0*t zurück.
Wenn man das alles entsprechend umformt (v(t') soll 0 sein an der Ampel -> t' = -v_0/a ) ergibt sich ein Bremsweg b von s(t') = b = -1/2*v_0^2/a, der nur von Startgeschwindigkeit v_0 im Quadrat geteilt durch die Entschleunigung (negativer Wert!) abhängt.

Dein Fahrlehrer und eventuell auch du haben den Begriff negative Beschleunigung falsch verstanden. Ich formulierte es mal um:

... Dann Eine rote Ampel sieht und mit 2m/s² bremst bis er zum stillstand kommt.

Negativ beschleunigen bedeutet abbremsen in der physik, daher haben beide recht und du nicht oder du trollst rum! Lg

Beschleunigung ist einfach die Änderung der Geschwindigkeit. Wenn du negativ beschleunigst, ist damit bremsen gemeint.

Der Physiklehrer redet von negativer Beschleunigung und der Fahrlehrer von positiver Beschleunigung.

Fangfrage? ;) Denn tatsächlich ist auch das Bremsen physikalisch gesehen eine Beschleunigung (die allerdings negativ ist).

Lg

Negativ nur dann, wenn man als positive Richtung die der Bewegung definiert.

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