philosophischer Essay, Hilfe?

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1 Antwort

"Mit dieser Aussage steht er sich nicht ganz alleine" ist grammatisch falsch. "Stehen" ist nicht reflexiv, das "sich" muss weg. Im Übrigen ist der Text so weit in Ordnung. Wenn Du mehr geschickt hättest, hätte ich auch mehr gelesen, aber in der Technik, hier in einen Text hineinzukorrigieren, bin ich noch nicht bewandert.

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Kommentar von JuliusSt
02.06.2016, 17:44

oups, ja, gibt leider begrenzte zeichenanzahl: hier der vorläufige Rest

sie dürfen nach dem Jugendschutzgesetz im Alter von 16 bis 18 Jahren 

nur bis 24 Uhr in der Disco bleiben und sind nur beschränkt
geschäftsfähig.


Was würde es bedeuten, sollten Kinder ihren eigenen Tod veranlassen
können? Wie der Begriff Jugendschutz, nicht zu verwechseln mit
Kinderschutz, schon impliziert, geht es um den Schutz der
Jugendlichen vor vielerlei Gefahren und nicht zuletzt vor sich
selbst. Demnach müsste man ihnen Sterbehilfe verwehren, um sie vor
sich selbst zu schützen. Andererseit haben unheilbar erkrankte
Kinder einen anderen Erfahrungshorizont als gleichaltrige, so dass
sie eher in der Lage sind, ihre Situation und ihre Entscheidungen zu
beurteilen.

Neben der Reife bzw. Unreife des Kindes steht seine Unschuld. 

Suizidgedanken hatte jeder normale Mensch schon einmal. Aber welche
Qual erlegt es uns auf, diese Entscheidung über Leben und Tod
gegenwärtig mit uns zu tragen, kanalisiert durch eine gesetzliche
Legitimation? Ist es zumutbar ein Kind dieser Entscheidung und
darüber hinaus seine Eltern und seinen Bekanntenkreis und besonders
den behandelnden Arzt dieser Entscheidung auszusetzen?

In einigen Fällen mag der Tod nicht ertragbarer Qual vorziehbar
sein, dafür aber in vielen anderen das Gewissen aller Akteure
belasten.

Im Speziellen ist der Arzt derjenige, der trotz seines ärztlichen 

Eides, Leben zu retten, selbst Beihilfe zum (legalisierten?) Mord
leisten muss und gezwungen werden würde, Diagnosen über Leben und
Tod zu erstellen. Wer sind wir, urteilen zu können- überraschende
Wendungen im Krankheitsverlauf können eintreten, der Tod hingegen
ist endgültig...

...und sind wir wirklich so selbstbestimmt, wie wir es immer von uns 

annehmen?

Entscheidungsfreiheit kann auch zu Druck werden. Die wenigsten
Anweisungen werden gezwungenermaßen ausgeführt und verbringe ich
beispielsweise einen freien Tag auf der Couch, treibt mich oft
einfach eine soziale Verpflichtung dazu, etwas Sinnvolles zu machen.In dem Falle eines todkranken Kindes könnte sich nur allzu gut ein 

moralischer Zwang zu Sterbehilfe entwickeln, weil das Kind denkt, es
falle seinen Eltern oder Freunden zur Last. Zugleich nehmen aber
nicht nur das direkte Umfeld, sondern auch eventuell die Medien
Einfluss auf den Sterbewunsch.

Dieser Mord, und das ist die Sterbehilfe ja eigentlich, bedeutet ein 

Versagen. Das des Kindes in der Leistungsgesellschaft und das der
Gesellschaft im Falle des Kindes, dessen Krankheit sie nicht
gewachsen ist.

Im ersten Fall hinkt das Kind einer Illusion hinterher. Dem Ideal,
gezeichnet durch Spaß- und Leistungsgesellschaft, an dessen
Ansrpüchen das Kind zerschellt und wo der Tod keinen Platz hat. Der
Tod wird schlichtweg verbannt, so wie Leichenwagen aus dem
Sonnenlicht oder eben Kranke aus der Gesellschaft durch die
Sterbehilfe.

Im zweiten Fall ist es die Gesellschaft die versagt. Wird Sterbehilfe
benötigt, ist es die Gesellschaft, die nicht weit genug entwickelt
ist oder soziale Ungleichheit hervorbringt, so dass eine Einbindung
todkranker Kinder nicht möglich ist.


An diesem Punkt muss man aber Zugeständnisse an unsere Realität
machen. Alleine Werbesprüche wie „Nichts ist unmöglich“(Toyota)
versetzen uns nicht in die Lage jede Krankheit zu heilen und der Weg
hin zum technologischen Zenit ist weit. Kinder sind unperfekt und der
Tod ist ein Teil unser aller Leben.

Es ist sogar viel wichtiger, Selbstverantwortlichkeit, Unabhängkeit, 

Entscheidungsfreiheit Selbstbestimmung und Freiheit zu fördern.
Essentiell äußern sich diese Werte bei der eigenen Entscheidung
über Leben und den eigenen Sterbezeitpunkt.

Wird uns diese Entscheidung entzogen, bezeichnet es einen immensen
Eingriff in unsere Freiheitsphäre. Gegen die eigene Integrität
entscheiden zu können, ist eine radikal tolerante Einstellung.

Unreife, Selbstschutz, Unschuld, äußere Beeinflussung,
Gewissenskonflikte etc. sind zwar alles wichtige Argumente, aber sie
sind alle zugleich sehr subjektiv zu betrachten

Wir sehen also, dass es sehr stark auf den Einzelfall ankommt und 

verallgemeinert nicht gesagt werden kann, dass Kindern die gleichen
Möglichkeiten wie Erwachsenen in Bezug auf Palliativmedizin und
Sterbehilfe eingeräumt werden sollten oder nicht.

Zu sagen, dass Euthanasie in Richtung „Vernichtung unwerten Lebens“
gehen würde oder dass das Leben ein Geschenk Gottes sei, ist genauso
falsch wie radikal liberal zu behaupten, Sterbehilfe sei die Lösung
aller Probleme.

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