Philosophische Frage?was denkt ihr?

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4 Antworten

Hi,- ja natürlich. Verbindungen/Relationen können nur zwischen Entitäten bestehen oder hergestellt werden so wie ich in der Mathematik die Vorstellung von dem benötige was eine Zahl grundsätzlich wie auch ihrem jeweilgen Eigenwert / Betrag nach ist, um alle anderen Operationen auf dieser Grundlage durchführen zu können. Im Zusammenhang deiner Frage würde ich die Begriffe "Soziale Entitäten" (psychosozial differenzierbare / identifizierbare Individuen) in einem "Sozialen Feld" ( gegebener möglicher Relationen von Individuen zueinander) benutzen, wovon Solidarität eine mögliche Variante/Option ist.

Solidarität als soziologischer Grundbegriff setzt also die Entscheidung für diese Option und damit schlechthin natürlich autonomes, entscheidungsfähiges Bewußtsein als "Soziale Entität" voraus.

Der Unterschied hierzu wäre Schwarmverhalten. - Den Begriff "Solidarität" so zu verwenden wäre zwar ethymologisch ableitbar aber so weit außerhalb des heutigen Sprachgebrauches, das diese Verwendung fast schon "sophistisch" und in der heutigen (Fach-) Kommunikation nicht mehr operabel wäre.

Gruß

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Das ist keine Frage von schwarz oder weiß, von autonom oder abhängig. Die Frage ist, wieviel Selbstbestimmtheit sollte in einer Gesellschaft vorhanden sein, dass man Menschen für ihre Entscheidungen Verantwortung zugestehen kann. Denn z.B. über das Steuersystem oder das Gesundheitssystem sind wir ja alle "solidarisch", auch die, die es nicht wollen. Da stellt sich z.B. die Frage: Wieviel zwangssolidarisch reduziert ein persönliches eigensolidarisch? Selbst in einer Diktatur wie dem 3. Reich gab es nach Sartre Möglichkeiten, sich frei zu entscheiden und z.B. verfolgte Juden solidarisch aufnehmen. Man setzte dabei allerdings das eigene Leben aufs Spiel. Nichts war mehr wie vorher, weil man nicht mehr jedem trauen konnte. Es geht dann nicht um Freiheit und Nicht-Freiheit, sondern um den Druck, unter den man gerät, wenn man dennoch frei entscheiden will. Die meisten, z.B.auch Jaspers, haben sich so gut wie möglich weggeduckt. Wer konnte, hat sich durch Auswanderung entzogen. Und wer nicht konnte?

Solidarisch handeln ist auch eine Frage des Wissens und des Überblicks über die Konsequenzen. Hier gilt auch der kantche Imperativ in abgrenzender Form. Ich kann in einem Land mit 10.000 Einwohnern den einen oder anderen Lebensbedrohten als Flüchtling aufnehmen. Aber ich kann es nicht zur Regel machen, wenn 1 Million Flüchtlinge vor der Türe stehen. Wir sind keine Götter mit unbegrenzten Möglichkeiten. Wir Menschen sind im Verbund mit der Natur wie im Verbund mit den gesellschaftlichen Bedingungen immer nur relativ frei. Nur in diesem Fenster können wir solidarisch entscheiden, ohne uns selbst oder andere zu schädigen. Es gibt kein Handeln ohne Konsequenzen. Und wenn man Konsequenzen ausblendet, die einem nicht behagen, werden sie einem selbst oder anderen unfreiwillig präsentiert. Wen soll die junge Familie des niedergestochenen Polizisten anklagen, dass man ihnen den Vater genommen hat, niedergestochen durch eine religiös überdrehte 16jährige, deren muslimische Mutter hier Asyl bekommen hat, die in ihrem religiösen Wahn die Tochter zu einer religiös motivierten Mörderin erzogen hat?

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Kommentar von Ottavio
20.10.2016, 13:58

Lieber Berkersheim, ich gehe davon aus, dass Du den Vorfall in Hannover meinst. Der Polizist ist nicht tot, die Schwere der Verletzung hielt sich in Grenzen. Gruß von Ottavio !

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Autonom im Sinne von seinen eigenen Kopf haben? Klar! Wenn du beispielsweise voll hinter etwas stehst und alle Fakten kennst, dann solltest du schon ein gewisses kritisches Bewusstsein haben um nicht von deiner "solidarisch richtigen" Meinung abzukommen. 

Es setzt logisches Denken voraus um sich nicht beirren zu lassen. Ansonsten könnte man ja einfach irgendwelche Fakten verdrehen und du lässt daraufhin von deiner Meinung ab. 

So habe ich die Frage jedenfalls verstanden und entsprechend beantwortet. Korrigiere mich, wenn ich falsch liege.

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solidarisch kann man heute nur als gruppenwesen handeln

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