Philosophische Frage: Kann man Glück definieren?

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5 Antworten

Hi, - der Glücksbegriff selbst ist ja für jeden auch ohne Philosophiestudium leicht als äußerst relativer -weil- in der Regel als psychologischer Sachverhalt erkennbar da eben sehr gebunden an subjektive Deutung / Wahrnehmung unter gegebenen / erlenten Systemvoraussetzungen. Dennoch ist es eine beständige "Triebfeder" menschlicher Handlungsmotivation. Es ginge jetzt also darum, eine Definition zu finden, die selbst nicht relativistisch ist.

Da wäre mein Vorschlag die nachfolgende Begriffsbestimmung wie ich sie in meinem Philosophiestudium in vielen Diskursen als bestmöglicheTheorie erfahren habe. Bestmöglich weil sie dem Gesetz von William von Okham ("Okhams Rasiermesser") folgt und bei geringst möglicher Definitionskomplexität den größt möglichen Erklärungsgehalt für einen erfahrbaren Sachverhalt liefert.

Grundannahme hierbei ist allerdings, daß man unterscheidet zwischen einem Sachverhalt - eben z.B. "Glück" (Ggt. Unglück/Leiden), der einen psychologischen Zustand beschreibt und einer philosophischen Abstraktion, die den Prozeß einer Zielerreichung beschreibt, nicht aber das Ziel selber. - Soll heißen: Glück ist kein philosophischer System- oder Zielbegriff wie z. B. "Das Gute", "Die Gerechtigkeit" usw. sondern ein psychologischer.

Insofern geht es bei dem Begriff des "Glücks" in der Philosophie nicht um einen teleologischen Begriff sondern um die Beschreibung eines (semantischen) Kalküls welches, ähnlich wie in der Mathematik oder anderen Disziplinen ein Paket von Umsetzungsregeln beinhaltet, um die Wahrscheinlichkeit ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen (psychologischer Zustand der guten Befindlichkeit) zu erhöhen.

Natürlich habe ich nochmal im Netzt nachgeschaut da mein Philostudium schon recht lange zurück liegt und habe da etwas gefunden was mir jetzt viel Tipperei erspart und ziemlich genau wiedergibt was ich damals und heute für treffend erachtet habe:

Glück als Kalkül zur Organisation von Handlungen im Rahmen systemrelativer Bedeutung von "gutem Befinden".

Wie dieser Kalkül zu verstehen ist also hier aus WP:

"Ein Kalkül besteht aus folgenden Bestandteilen:

Bausteine, also Grundelemente (Grundzeichen), aus denen
komplexere Ausdrücke zusammengesetzt werden. Die Gesamtheit der
Bausteine des Kalküls wird auch sein Alphabet genannt. Für einen Kalkül der Aussagenlogik z. B. wählt man als Bausteine Satzbuchstaben (Satzvariablen), einige Konnektive
(z. B. →, ∧, ∨ und ¬) und gegebenenfalls Gliederungszeichen (Klammern).
In Analogie zu natürlichen Sprachen kann man die Liste der Bausteine
als „Wörterbuch“ (im Sinn einer Wörterliste) des Kalküls bezeichnen.
Formationsregeln, mit denen festgelegt wird, wie die Bausteine zu komplexen Objekten, die auch wohlgeformte Formeln
genannt werden, zusammengesetzt werden dürfen. Die Gesamtheit der von
den Formationsregeln gebildeten, wohlgeformten Ausdrücke wird auch Satzmenge des Kalküls genannt und ist eine formale Sprache
über den Bausteinen. Ein Kalkül für die Aussagenlogik könnte zum
Beispiel festlegen, dass man aus zwei bestehenden Sätzen einen neuen
Satz bilden darf, indem man die beiden mit einem zweistelligen Konnektiv
verbindet. So sind die Formationsregeln in Analogie zur natürlichen
Sprache die „Grammatik“ des Kalküls.
Transformationsregeln (Ableitungsregeln, Deduktionsregeln),
die angeben, wie bestehende wohlgeformte Objekte (Ausdrücke, Sätze) des
Kalküls umgeformt werden dürfen, um neue Objekte daraus zu erzeugen. In
einem logischen Kalkül sind die Transformationsregeln Schlussregeln, die angeben, wie man aus bestehenden Sätzen auf neue Sätze schließen kann. Ein Beispiel für eine Schlussregel wäre der Modus ponendo ponens, der erlaubt, von zwei Sätzen der Form „A → B“ und „A“ auf den Satz der Form „B“ zu schließen.
Axiome, das sind Objekte (Ausdrücke), die nach den
Formationsregeln des Kalküls gebildet sind und die ohne weitere
Rechtfertigung, d. h. ohne eine Transformationsregel auf bereits
bestehende Ausdrücke anzuwenden, verwendet werden dürfen.
Von diesen Bestandteilen ist nur der letzte (die Axiome) optional. Ein Kalkül, der Axiome beinhaltet –  egal wie viele oder wie wenige  – wird axiomatischer Kalkül (auch „axiomatischer Regelkalkül“)[2] genannt. Kalküle, die ohne Axiome auskommen, dafür aber meistens mehr Transformationsregeln beinhalten, werden oft als Regelkalküle (auch Schlussregelkalküle) bezeichnet.
Ein Kalkül ordnet weder seinen Bausteinen noch den daraus erzeugten zusammengesetzten Objekten eine Bedeutung zu. Gibt man für die von einem Kalkül erzeugten Zeichenreihen eine Interpretation an, d. h. legt man für sie eine Bedeutung fest, spricht man von einem interpretierten Kalkül, ansonsten von einem uninterpretierten Kalkül.Ein Kalkül bildet sozusagen einen fest abgeschlossenen Handlungsspielraum. Das Schachspiel mit den Figuren (Axiome) und Zugregeln (Schlussregeln) bietet, wie Spiele im Allgemeinen, ein anschauliches Beispiel. Ein vorgegebenes Ziel (z. B. Gewinn des Spiels, Lösung eines – politischen – Konflikts, Finden eines Weges aus dem Labyrinth) gehört jedoch nicht zum Kalkül." 

Anm.: "Glück" ist ein interpretierter (semantischer) Kalkül dessen Funktion selbst nicht durch die Zieldefinition definiert wird aber auf die Zielerreichung ausgerichtet ist.
Ich weiß, dass das ein bischen schwierig zu "sortieren" ist. Aber gerade das "Selbstverständliche" entpuppt sich ja gerne auch mal als "Superfrage aus der Sendung mit der Maus" und überrascht uns dann ;-)

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Vielleicht meint er damit auch Dinge wie z.B. die Nachhaltigkeit? Man bewirkt etwas oder schafft etwas besonderes, dass für die Zukunft bzw. für andere Menschen positive Auswirkungen haben kann. Ist das dann nicht, dass Glück der Menschen die davon später einmal profitieren?

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Kommentar von Afterlive
05.04.2016, 21:30

Klar, das ist z.B eine gute Sicht der Dinge, aber eben deine Sicht. Eine andere Person nimmt das ja eben anders wahr. Man kann ja nicht für die Allgemeinheit sagen, was überhaupt die Allgemeinheit glücklich macht. Oh gott, Philosophie... haha

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glück ist positiver zufall

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Glück ist Leben. Wenn du lachst dann bist du Glück also ja ist auf jeden Fall positiv

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Schau doch einfach mal was Google und Wikipedia dazu sagt

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Kommentar von Afterlive
05.04.2016, 21:28

Das ist immer so eine Sache mit'm Internet. Da hilft es nur sich mit den Originaltexten von Bentham zu beschäftigen und da ist viel Interpretationsspielraum. Deswegen ist es mal ganz interessant andere Meinungen mit einzubeziehen^^

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