Philosophisch gesehen: Gibt es einen berechtigten Grund einen Menschen zu töten?

24 Antworten

Technisch betrachtet räumen sogar einige westliche Rechtstaaten diesen "berechtigten Grund" indirekt ein, bzw. billigen den zu: Während z.B. das deutsche Recht für Mord sog. "niedrige Beweggründe" wie z.B. Mordlust, Befriedigung des Geschlechtstriebes, Habgier, Heimtücke, Grausamkeit, gefährliche Mittel usw. postuliert, genügt in Österreich der reine Vorsatz (unabhängig vom Motiv) für die Klassifizierung "Mord": Am Anfang des österreichischen StGB heißt es in irgendeinem Anfangsparagraph sinngemäß: "Soweit nicht anders bestimmt, ist nur vorsätzliches Handeln strafbar", was auch der Grund ist, weshalb in vielen österreichischen Paragraphen der Nebensatz erscheint: "...und sei es auch nur fahrlässig." Erscheint dieser Nebensatz nicht, ist nur Vorsatz strafbar. Das hat zur Folge, dass - für die reine Klassifikation - jede vorsätzliche Tötung in Österreich Mord ist, unabhängig vom Motiv: "Wer einen anderen tötet, wird mit Freiheitsstrafe zwischen 10 und 20 Jahren oder lebenslang bestraft"...das deutsche Recht sieht für den Mord ausschließlich die lebenslange Freiheitsstrafe vor. In Österreich i.a. 10-20 Jahre, unter bestimmten Umständen gibt es aber sogar einen Mord (=vorsätzliche Tötung) im minderschweren Fall mit 1 Jahr. Bestimmte Länder wie z.B. Portugal, Spanien, Bosnien Herzegowina, Kroatien und Norwegen kennen überhaupt gar keine lebenslange Freiheitsstrafe - egal wie grausam die Tat war. Die sog. "lebenslange Freiheitsstrafe" in der BRD ist auch etwas verwirrend, weil es nur sehr selten lebenslang im wahrsten Sinne des Wortes bedeutet. Der deutsche Gesetzgeber meint mit "lebenslang" i.a. 15 Jahre und danach gibt es kein festes Entlassungsdatum, sondern die Entlassung ist von der Reue des Täters und von seiner Lebensführung/psychologisches Weltbild/Entwicklung usw. (innerhalb der mindestens 15 Jahre) abhängig. Selbst bei der besonderen Schwere der Schuld kann man irgendwann einen Entlassungsantrag stellen, wenn man bereut und zu erkennen gibt ein Leben Teil 2 beginnen zu wollen. All das kennen die soeben genannten anderen Länder nicht - und damit kommen wir der juristischen Beantwortung deiner Frage näher: Dadurch dass Österreich einen Mord (=vorsätzliche Tötung ohne spezifische Nennung von Motiven) im minderschweren Fall kennt, dadurch dass Länder wie Portugal, Spanien, Bosnien Herzegowina, Kroatien und Norwegen überhaupt gar keine lebenslange Freiheitsstrafe kennen, heißt das anders herum gesagt folgendes: Der Täter hat das Recht noch am Tag der Entlassung zu sagen, dass ihm nichts leid tut, dass er das Opfer auch heute noch immer unter denselben (oder ähnlichen) Umständen vorsätzlich töten würde......er muss trotzdem entlassen werden, weil i.a. kein Urteil nachträglich verändert werden darf.Insofern billigen sogar westliche Rechtstaaten ein Verständnis für eine vorsätzliche Tötung zu.

Neben meiner "juristisch-philosophischen" Antwort (s.o.), hier nun eine "öffentlich-rechtliche" Antwort: Fakt ist, daß öffentlich rechtliche Sender (z.B. ARD, ZDF (neo, info usw.)) vom Steuerzahler bezahlt werden müssen; die Gebühren werden von der GEZ eingetrieben. Und genau da gibt es eine (von öffentlichen Steuergeldern bezahlte) Dokumentation über das gescheiterte Stauffenberg Attentat auf Adolf Hitler. Die gesamte Art und Weise wie es dem Zuschauer geschildert wird, läßt darauf schließen, daß der Zuschauer das Gefühl bekommen soll, es sei "schade, bedauernswert, unglücklich", daß das Attentat nicht zum gewünschten Resultat (die Tötung Adolf Hitlers) geführt hat. Rein logisch technisch formal war Adolf Hitler ein Mensch und hier wird von öffentlichen Geldern die Tötung eines Menschen propagiert und es wird als negativ dargestellt, daß es nicht geklappt hat. In den Aufsichtsräten der öffentlich rechtlichen TV Stationen sitzen Politiker demokratischer Parteien. Nun sind Medien ja zweifelsohne meinungsbildend und da wir hier von öffentlich rechtlichen Medien mit Politikern (von demokratischen Parteien) im Aufsichtsrat sprechen, kann man sogar so weit gehen zu sagen, daß der Staat (der ja das Töten von Menschen in Paragraphen unter Strafe stellt, bzw. ächtet), hier vom reinen Meinungsbild her eine "Ausnahme" macht und einen berechtigten Grund sogar öffentlich postuliert bzw. propagiert. Natürlich haben wir es hier (Stauffenberg Attentat auf Adolf Hitler) mit einem sog. "Tyrannenmord" zu tun, aber je nach Vorgeschichte und philosophischen Standpunkt aus betrachtet, kann man viele Opfer als Tyrannen ansehen. Dieser Denkweise nähern sich juristisch einige Länder ganz an, indem es entweder überhaupt gar keine lebenslange Freiheitsstrafe bei Mord gibt, egal wie grausam die Tat war und egal welches Motiv dahinter steckte (z.B. Portugal, Spanien, Bosnien Herzegowina, Kroatien, Norwegen), oder i.a. keine lebenslange Freiheitsstrafe (z.B. Österreich), während Deutschland bei Mord nur lebenslang kennt. 

Nein. Kein Mensch hat das Recht das Leben was Gott geschaffen hat zu beenden. Nicht mal sein eigenes. Situationen die Leben künstlich verlängern wo man von Hirntod spricht bilden meiner Meinung nach die rühmliche Ausnahme. Dabei handelt es sich um eine humanitäre Handlung.

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