Philosophie: Heraklit und Parmenides - Einheit /Vielheit?

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2 Antworten

In den uns bekannten Texten betont die Göttin, die Parmenides "belehrt", dass die Sicht der Menschen, alles von den Einzelerscheinungen her und immer aus ihrer persönlichen Persepektive zu beurteilen, der Gesamtheit des SEINS nicht gerecht werden kann. Das SEIN als solches ist ein Ganzes, dem nichts hinzugefügt und das um nichts vermindert werden kann. Diese Passage richtet sich also in seiner Sicht auf das Ganze des SEINS. Da Parmenides an anderer Stelle den Mond bereits als von der Sonne beleuchtet bezeichnet und eine Mondfinsternis vorhergesagt werden soll, kann man also nicht annehmen, dass er nicht auch die einzelnen Aktionen zu verstehen suchte.

Heraklit dagegen betrachtet einmal das Ganze als unendlichen Prozess (panta rhei - alles fließt) und sucht den Urspruch der Dynamik aller Prozesse zu erfassen, die er im Feuer, im Kampf zu erkennen glaubt. Hegel hat das dann systematisiert als Wechselspiel von These - Antithese - Synthese und wieder von vorn. Nach Heraklit gibt es Vielheit, doch ist diese nicht statisch sondern immer dynamisch in Bewegung.

Epikur fasst beide in seiner Atomlehre zusammen. Dem SEIN als Ganzheit kann nichts hinzugefügt und nichts vermindert werden, aber es ist ein ständiger Prozess der atomaren Bewegung. Seine Atomlehre zeigt eigentlich, dass das Ganze SEIN als Einheit im Innern eine bewegte Vielheit ist und diese sich immer kurzzeitig wieder zu neuen Einheiten zusammenschließt - auflöst - neu zusammenschließt sodass die aus Vielheiten zusammengesetzten Einheiten sich gegenseitig wieder Vielheiten sind.

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Kommentar von enea24
22.10.2012, 17:43

Super danke - jetzt verstehe ich es!

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Kommentar von enea24
22.10.2012, 19:14

Trotzdem noch eine kleine frage: Wäre es möglich wenn sie mir diese Aussage kurz erklären könnten:

Heraklit sagt: Die Vielheit muss die Einheit in der Vielheit der sinnlichen Erscheinungen sein.

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Heraklit hat die Wirklichkeit als eine dynamische Einheit in der Vielheit verstanden, eine Einheit in Gegensätzen. Parmenides hat die Lehre vertreten, daß Seiendes ist. Dieses sei etwas Zeitloses, Ganzes, Gleichbleibendes, Einheitliches. Vielheit kommt bei ihm in einer Welt des Scheins vor. Darauf bezogen, wie die Wirklichkeit in Wahrheit ist, vertritt Parmenides eine Einheitslehre (Monismus).

Heraklit hält die Wirklichkeit für nicht feststehen und bleibend. Alles befindet sich seiner Auffassung nach im Wandel. Dieses Werden und Vergehen drückt er auch im Bild eines Fließens aus.

VS DK (= Fragmente der Vorsokratiker, Hermann Diels/Walther Kranz) 22 B 91 steht:

ποταμῷ γὰρ οὐκ ἔστιν ἐμβῆναι δὶς τῷ αὐτῷ

„Zweimal in denselben Fluß hineinzusteigen ist nicht möglich“.

Dies wird dort damit näher erläutert, daß der Fluß zerstreut/auseinandertreibt und zusammenführt, herangeht und fortgeht.

VS DK 22 B 12 enthält die Aussage:

ποταμοῖσι τοῖσιν αὐτοῖσιν ἐμβαίνουσιν ἕτερα καὶ ἕτερα ὕδατα ἐπιρρεῖ•

„Den in dieselben Flüsse Hineinsteigenden strömen/fließen andere und andere Wasser zu.“

Platon, Kratylos 402 a sagt die Dialogfigur Sokrates:

λέγει που Ἡράκλειτος, ὅτι πάντα χωρεῖ καὶ οὐδὲν μένει· καὶ ποταμοῦ ῥοῇ ἀπεικάζων τὰ ὄντα λέγει, ὡς δὶς ἐς τὸν αὐτὸν ποταμὸν οὐκ ἂν ἐμβαίης.

„Heraklit sagt irgendwo, daß alles im Gange ist und nichts bleibt. Und indem er das Seiende mit dem Strömen/Fließen eines Flusses vergleicht, sagt er, daß man wohl nicht zweimal in denselben Fluß hineinsteigen kann.“

Für eine Veränderung, ein allgemeines Werden und Vergehen, ist die als Aussage von Heraklit selbst nicht belegte Formel „Alles fließt“ (πάντα ῥεῖ [panta rhei]) geprägt worden. Dies ergäbe eine umfassende unaufhörliche Veränderung.

Heraklit sieht die Welt durch vielfältige Gegensätze (kontradiktorische, konträre und polar-konträre Gegensätze) gekennzeichnet, die sogar ineinander umschlagen (bei späteren Philosophen wird daraus ein Ansatzpunkt für Dialektik). Metaphorisch ausgedrückt bringt Streit/Kampf/Krieg (VS DK 22 B 80) die Dinge hervor.

Heraklit bleibt aber bei dieser Gegensätzlichkeit der Erscheinungen nicht stehen. Er hat den Gedanken einer Übereinstimmung des Unterschiedlichen, einer gegenstrebigen Zusammenfügung/Harmonie (παλίντονος ἁρμονίη [bzw. παλίντροπος ἁρμονίη; darüber, welches Wort von Heraklit an dieser Stelle verwendet worden ist, sind die Meinungen nicht ganz einheitlich] VS DK 22 B 51). Einer Prozeßhaftigkeit liegt nach seiner Deutung etwas zugrunde. Heraklit hat offenbar auch eine Lehre von der Einheit der Dinge und dem Zusammenfallen der Gegensätze (ein späterer lateinischer Begriff dafür ist coicidentia oppositorum) vertreten. Der in und zwischen Gegensätzen verlaufende Prozeß ist nach Heraklits Auffassung zugleich Teil einer umfassenden Herrschaft des Logos (λόγος). Der Logos bei Heraklit ist teils Weltprinzip in Form einer vernunftbegabten, feuerähnlichen (bzw. wie ein Glutwind/Äther), unveränderlich mit sich identischen Urstoffes, teils mächtiges allgemeines Weltgesetz, teils alles durchwaltende Weltvernunft bzw. Weltseele.

VS DK 22 B 30: κόσμον τόνδε, τὸν αὐτὸν ἁπάντων, οὔτε τις θεῶν οὔτε ἀνθρώπων ἐποίησεν, ἀλλ' ἦν ἀεὶ καὶ ἔστιν καὶ ἔσται πῦρ ἀείζωον, ἁπτόμενον μέτρα καὶ ἀποσβεννύμενον μέτρα.

„Diesen Kosmos, denselben aller, hat weder irgendeiner der Götter noch der Menschen geschaffen, sondern er war immer und ist und wird sein immerlebendes Feuer, entflammend nach Maßen und erlöschend nach Maßen.“

Parmenides hat seine Philosophie in einem Lehrgedicht (um 500 v. Chr. entstanden, in Bruchstücken [Fragmenten] erhalten) dargelegt. Die Untersuchung (als Weg/Fahrt ausgedrückt) führt dazu, sowohl überzeugende Wahrheit zu erfahren (Teil 1) als auch die Meinungen der Sterblichen (Teil 2), denen wahre Verläßlichkeit fehlt, und zu diesen eine Erklärung kennenzulernen (VS DK 28 B 1).

Kernaussage bei Parmenides ist: Seiendes ist

Dieser Aussage wird dabei entgegengestellt: Nichts/Nichtseiendes ist nicht (beispielsweise VS DK 28 B 6, 1 – 2 χρὴ τὸ λέγειν τε νοεῖν τ' ἐὸν ἔμμεναι· ἔστι γὰρ εἶναι, μηδὲν δ' οὐκ ἔστιν· „Es ist nötig/richtig zu sagen und zu denken, daß Seiendes ist. Denn es ist möglich, zu sein, nichts aber ist nicht.“).

Das Seiende hat Merkmale und Einheit gehört dazu.

Seiendes ist, so lehrt Parmenides, unentstanden/ungeworden, unvergänglich, ganz, ohne Ende/unteilbar, ohne zeitlichen Anfang/Vergangenheit und Ende/Zukunft (das heißt: zeitlos), Eines (eine Einheit/einheitlich), unbeweglich und unveränderlich, homogen, kontinuierlich und einer wohlgerundeten Kugel gleich (VS DK 28 B 8). Nur Seiendes ist nach dieser Lehre, allein Seiendes ist denkbar und wahr.

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Kommentar von Albrecht
22.10.2012, 05:32

VS DK B3: τὸ γὰρ αὐτὸ νοεῖν ἐστίν τε καὶ εἶναι.

„Denn dasselbe ist Denken und Sein.“

Gedacht werden zu können und etwas Bestimmtes zu sein, ist dasselbe. Denken/erkennen/einsehen (νοεῖν [voein]) und Sein (εἶναι [einai] = sein) hält Parmenides für unlöslich verbunden. Wer denkt und sagt, sagt etwas Bestimmtes. Nichtseiendes ist kein bestimmter Gegenstand als Objekt. Für Parmenides bedeutet Nichtseiendes zu denken und zu sagen offenbar, etwas zu denken und zu sagen, was nicht ist und daher überhaupt nichts zu denken und zu sagen. Denken richtet sich nach seinem Verständnis immer auf das Erfassen des Seienden.

Ein Grundzug des Seienden besteht darin, eine Einheit/Eines zu sein (VS DK 28 B 8, 5 – 6: οὐδέ ποτ' ἦν οὐδ' ἔσται, ἐπεὶ νῦν ἔστιν ὁμοῦ πᾶν, ἕν, συνεχές· „Weder war es einmal noch wird es sein, denn es ist ganz beisammen, Eines, zusammenhängend.“). In einer Entgegenstellung von Seiendem und Nichtseiendem wird alles, was nicht Seiendes ist, zu etwas, das nicht ist, etwas Unwahres, bloße menschliche Meinung, die trügerisch ist und sich auf einem Irrweg befindet (Vgl. VS DK 28 B 8, 50 – 54).

Eine Vielheit mit einem Dualismus (Vorhandensein zweier grundlegender Wesenheiten/Prinzipien) gibt es bei Parmenides nur ein einem Bereich des Scheins und bloßer Meinung (δὀξα [doxa]), die trügerisch und nicht zuverlässig ist.

Die Sinneswahrnehmung mit veränderlichen Dingen der Erfahrung bezieht sich auf eine erscheinende Welt. Diese veränderlichen Dinge zeigen sich in einer Weise, die mit den Bestimmungen des Seienden, wie Parmenides sie angibt, unvereinbar ist. Daher kann dies nicht sein, was etwa an sich ist. Werden wäre (nach dem Maßstab reinen Seins) ein Übergang vom Nichtsein zum Sein. Nach der Darlegung des Wegs der Wahrheit, der von der Vernunft eingesehen werden kann, in einem ersten Teil unternimmt Parmenides in einem zweiten Teil einen hypothetischen (Annahmen darstellenden und unter der Voraussetzung, die Wirklichkeit sei etwas Veränderliches und Werdendes vorgetragenen) Erklärungsversuch für die Erscheinungswelt.

Parmenides hat darin eine Kosmologie vorgelegt (nur ziemlich wenige Bruchstücke sind in der Überlieferung erhalten). Er stellt eine Theorie von zwei gegensätzlichen Elementen/Prinzipien, φάος (Licht, Feuer) und νύξ (Nacht, Dunkel) vor. Aus diesen leitet er eine Reihe von Gegensatzpaaren ab, die Grundbestimmungen der Dinge in der Erscheinungswelt darstellen sollen. Alle beobachtbaren Eigenschaften der Dinge versucht er aus der Mischung der ursprünglichen Elemente begreiflich zu machen.

Textsammlungen der Vorsokratiker oder allein von Heraklit bzw. Parmenides sind Grundlage.

Bücher über Heraklit, Parmenides die Vorsokratiker und antike Philosophie können bei der Erklärung hilfreich sein, z. B.:

Marcel van Ackeren, Heraklit : Vielfalt und Einheit seiner Philosophie. Bern ; Berlin ; Bruxelles ; Frankfurt am Main ; New York ; Oxford ; Wien : Lang, 2006 (Berner Reihe philosophischer Studien ; Band 34), S. 106 - 112

Andreas Bächli, Heraklit : Einheit der Gegensätze. In: Philosophen des Altertums : von der Frühzeit bis zur Klassik : eine Einführung. Herausgegeben von Michael Erler und Andreas Graeser. Darmstadt : Primus-Verlag, 2000, S. 56 – 71

Dieter Bremer, Heraklit. In: Friedo Ricken (Hrsg.), Philosophen der Antike I. Stuttgart : Kohlhammer, 1996, S. 73 – 92

István Bodnár, Parmenides. Ü.[bersetzung]: E. Dürr. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 9: Or - Poi. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 2000, Spalte 337 – 341

Andreas Graeser, Parmenides : Denken und Sein. In: Philosophen des Altertums : von der Frühzeit bis zur Klassik : eine Einführung. Herausgegeben von Michael Erler und Andreas Graeser. Darmstadt : Primus-Verlag, 2000, S. 72 – 81

Friedo Ricken, Parmenides. In: Friedo Ricken (Hrsg.), Philosophen der Antike I. Stuttgart : Kohlhammer, 1996, S. 93 - 110

Christof Rapp, Vorsokratiker. Originalausgabe. 2., überarbeitete Auflage. München : Beck, 2007 (Beck'sche Reihe : Denker ; 539), S. 89 – 82 (Unsichtbare Harmonie der Gegensätze: Heraklit) und S. 91 – 114 (Parmenides` Überwindung des Nichtseienden)

Jens Halfwassen, Der Aufstieg zum Einen : Untersuchungen zu Platon und Plotin. 2., um einen Forschungsbericht erweiterte Auflage. München ; Leipzig : Saur, 2006, S. 185 - 187 (von einer platonischen Tradition Ursprünge untersuchend)

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Kommentar von Albrecht
22.10.2012, 05:34

Wolfgang Röd, Von Thales bis Demokrit. 3., überarbeitete und aktualisierte Auflage. München : Beck, 2009 (Geschichte der Philosophie ; Band 1), S. 89 – 136 (Heraklit; Parmenides)

S. 100: „Nach Heraklit ist der Logos als Einheit die Einheit gegensätzlicher Bestimmungen. Damit ist einmal gemeint, daß polare Tendenzen, die in einem Spannungsverhältnis zueinander stehen, gerade auf Grund ihrer Polarität eine Einheit bilden. Das scheint das Bild vom Bogen (und ähnlich das von der Leier) andeuten zu sollen. Nur weil seine Enden auseinanderstreben, erhält der Bogen die Spannung, die ihn zum Abschießen von Pfeilen geeignet macht. In dieselbe Richtung weist eine Reihe von anderen Beispielen aus den verschiedensten Bereichen der Erfahrungswirklichkeit. Die Einheit in den Gegensätzen zeigt sich im Zusammenstoßen der polaren Bestimmungen »gut« und »übel« (B 58), »gerade« und »krumm« (so bei der Schraube, deren Drehung eine Translationsbewegung zur Folge hat: B 59), »ungenießbar« und »lebenswichtig« (so beim Meerwasser, daß für Menschen ungenießbar, für gewisse Fische lebensnotwendig ist: B 61), »sterblich« und »unsterblich« (sofern der Mensch als konkretes Individuum stirbt, als Seelenwesen jedoch unsterblich ist). In einigen der angeführten Beispiele handelt es sich offensichtlich nicht um echte Gegensätze, sondern um Unterschiede des Gesichtspunktes. […]. Die Lehre von der coincidentia oppositorum scheint aber bei Heraklit noch eine andere Dimension zu haben, sofern sie auf der Annahme beruht, daß sich das Eine zur gegensätzlichen Vielheit differenziert und aus der Vielheit wieder in die Einheit zurückkehrt: „aus allem eines und aus einem alles (cἐκ πάντων ἓν καὶ ἐξ ἑνὸς πάντ): Das Viele, zu dem sich das Eine differenziert, ist durch das Verhältnis des Gegensatzes bestimmt, jedoch so, daß die Gegensätze stets im Horizont einer Einheit aufeinander bezogen sind.“

S. 101: „Mit dem Gedanken, daß jedes Ding als Einheit in der Vielheit zu denken sei, verbindet sich für Heraklit sogleich ein anderer, nicht minder folgenschwerer, nämlich der der Identität des Dings im Wechsel seiner Bestimmungen.“

S. 102: „Einerseits sprechen wir von demselben Fluß, der innerhalb nicht allzu großer zeitlicher Abstände seine Identität bewahrt, sofern sein Lauf im wesentlichen unverändert bleibt, und der daher auch mit ein und demselben Namen bezeichnet wird; andererseits ändern sich die den Fluß bildenden Wasserteile und ihre Zusammensetzung ununterbrochen, so daß in dieser Hinsicht der Fluß in zwei sukzessiven Augenblicken nicht derselbe ist. Da Heraklit zwar das Problem sah, jedoch keine Lösung zu finden vermochte, d. h. außerstande war zu erklären, weshalb wir von Dingen sprechen könne, als gäbe es etwas in der Zeit Identisches, wäre unter seinen Voraussetzungen die Leugnung identischer Dinge konsequent gewesen. Ob er diese Konsequenz auch wirklich zog, ist umstritten.“

„Plutarch ergänzte die These vom ständigen Fluß der Dinge, indem er die Unmöglichkeit eines identischen endlichen Dings auf die Schnelligkeit zurückführet, mit der sich dessen Zusammensetzung ändert (B 91).“

S. 102 – 103: „Um fragen zu können, wie sich angesichts des Wechsels der Bestimmungen von einem identischen Ding sprechen lasse, muß aber nicht angenommen werden, daß alle Bestimmungen unaufhörlich wechseln, sondern nur daß es Wechsel der Bestimmungen überhaupt gibt. Die schwächere These der Veränderlichkeit der Dinge hat Heraklit zweifellos vertreten. Wenn angenommen wird, daß die Bestimmungen eines Dings bzw. die es konstituierenden Elemente wechseln, und wenn der Grund der Identität des Dings nicht in etwas von den Bestimmungen bzw. den Elementen Verschiedenes liegt, dann gibt es nichts den Wechsel der Bestimmungen in der Zeit überdauerndes Identisches. Die Frage nach der Möglichkeit gegenständlicher Einheit und Permanenz stellt sich also auch aufgrund der schwächeren These.“

S.103: „Heraklit scheint also einerseits die relative Konstanz der Dinge festgestellt, andererseits ihre Veränderlichkeit betont zu haben, ohne eine Antwort auf die Frage geben zu können, was das Ding zu einem im Wechsel der Bestimmungen identischen Gegenstand mache.“

S. 106 – 107: „Heraklits Idee der Einheit in der Vielheit der Seienden bzw. der Dauer des Weltgrundes im Wandel des Weltzustandes ist noch alles andere als deutlich. Während das in aller Veränderung Beharrende nur entweder eine Substanz oder ein Verhältnis bzw. ein Gesetz sein kann, ist es bei Heraklit das eine wie das andere. Der in allem Wandel identische Logos ist konstantes Verhältnis der Komponenten der Wirklichkeit, unveränderliches Gesetz ihrer Umwandlung ineinander und beharrliche Substanz (nämlich Feuer).“

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Kommentar von enea24
22.10.2012, 17:42

Auch dir danke viel mal für deine Super antwort. Die Antwort von berkersheim war für mich ein bisschen besser verständlich - aber trotzdem danke!

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