Philosophie-Determinismus

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6 Antworten

Es ist auffallend, dass Vertreter des Determinismus immer mit rückwärts gewandten Interpretationen operieren oder mit Verknüpfungen, die so künstlich nach dem Prinzip "ceteris paribus" reduziert sind, dass aus einer Wolke von Wirklinien gerade eine aussortiert wird und man diese dann zum Prinzip erhebt. Bei Voraussagen in der Wirtschaft oder z.B. bei Wetter ist die Trefferquote dann oft mehr als dürftig.

qwert66 12.03.2014, 12:19

Das ist doch totaler Quatsch! Da der Dterminismus abeer eben eine Theorie ist, die man eher unattraktiv ist und man eigentlich vom freien Willen ausgehen will, ist das oft als skeptisches Argument in der Literatur zu finden. Ich kann aber einen Determinismus in allen Situationen vertreten, zum Beispiel kann ich sagen, dass die ENtscheidungsfreiheit die wir meinen zu haben nur eine Illusion ist und wir schon durch kausale Gründe bestimmt sind. DIe Freiheit wäre nur eine Illusion, wir wären gezwungen auf eine bestimme Art und Weise handeln. Und es fällt verdammt schwer so was zu widerlegen, wenn es überhaupt möglich ist!

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berkersheim 12.03.2014, 18:27
@qwert66

Sagen kann man viel. Aber hier die alte Gegenfrage von Epikur: Wenn es alles wie im Uhrwerk determiniert ist, warum regst Du Dich auf und knabberst nicht Deine Nüsse? Wenn eh alles läuft wie es läuft, lass doch die diskutieren, die noch daran glauben, dass diskutieren auch einen Sinn macht. Schau Du zu, dass Du Dein nächstes Zahnrädchen nicht verpasst. Falls es Dich aber interessiert: Lies mal David Hume "Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand". Unsere Vorstellung von Kausalität, die Grundlage des Determinismus, ist reine Gewohnheit einer Überlebenstechnik, mehr nicht.

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qwert66 12.03.2014, 20:11
@berkersheim

Ich will gar nicht sagen, dass wir alle determiniert sind, ich denke wenn wir das wirklich glauben, dann ist unser Leben recht sinnlos, aber ich halte es für eine legitime Überzeugung.

Ich kenne Humes Kritik an der Kausalität, erstmal möchte ich dazu sagen, dass wir sie dennoch im Alltag ständig annehmen, wenn wir es nicht täten könnten wir Technick und die NAturwissenschaften komplett vergessen! Nichts davon könnten wir als wahr bezeichnen! Und außerden kann ich Hume doch widersprechen, zB dass wir Kausalität vielleicht nicht beweisen können, weil wir sie nie an sich beobachten können, aber dennoch kann es sie ja geben. Zu Epikur, da gibt es eine ganz einfach Antwort, die ein Determinist geben könnte, weil wir so geschaffen sind. Wir haben keinen freien Willen, aber wir glauben es und als Folge daraus können wir auch Handlungen als falsch bewerten und auch über Dinge, die von außen auf uns einwirken reagieren. Nur weil ich glaube der Mensch sei determiniert muss ich noch nicht glauben der Mensch sei ein Uhrwerk, er kann dennoch Gefühle haben, das schließt sich doch nicht aus!

WEnn ich an den Determinismus glaube, dann kann ich die nicht einfach diskutieren lassen, weil ich dazu gezwungen bin zu schreiben, so einfach ist das.

Ich denke die Gefahr bei solchen Diskussionen ist immer, das wir sagen wollen, dass der Mensch frei ist, was ich auch sagen will, wir dabei aber oft vergessen, dass wir nicht sicher sein können.

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Oberfrosch 13.03.2014, 22:39
@qwert66

Wenn Determinismus -- egal welcher Spielart -- "eben eine Theorie ist", ist Freiheit -- egal welcher Spielart -- ebenfalls Theorie, oder "Beschreibung".

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qwert66 14.03.2014, 10:44
@Oberfrosch

Ja, und? In der Philosophie gibt es nur ganz wenige Sachen, die wir wirklich wissen, aber eben viele, die wir glauben, einige mit sehr guten Gründen, damit muss man sich abfinden. Philosophie führt einen nicht zur Wahrheit, das behaupten nur Menschen, die sich nicht wirklich mit Philosophie beschäftigen, sondern nur zu Theorien, wovon manche plausibler sind und andere weniger.

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Sonnenwaage 15.03.2014, 21:15
@berkersheim
Unsere Vorstellung von Kausalität, die Grundlage des Determinismus, ist reine Gewohnheit einer Überlebenstechnik, mehr nicht.

Unsere Vorstellung schon. Doch können wir nicht anders als Kausalitäten anzunehmen.

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Notwendig ist es nie, da man unterscheiden muss zwischen einem determinierten handeln und einem handeln nach guten Gründn. Wenn jemand glücklich ist und über eine Brücke geht, dann können wir dvon ausgehen, dass er nicht springen wird, aber er könnte es dennoch. Für eine Vorhersage könnten wir diese Möglichkeit getrost ignorieren. Eine Handlung sagt uns nie ob si eaus freiem Willen ausgeführt wurde oder nicht, da unsere Wahrnehmung der Handlung als frei noch nicht heißen muss, dass sie frei war. Vielleicht erliegen wir ja der Täuschung. ANdererseits ist es möglich dass zum Beispiel Sartre Recht hat und wir jederzeit fähig sind frei zu handeln und ich immer eine andere Wahl hätte, auch wenn sie unwahrscheinlich erscheint. Wenn mir jemand eine Waffe an den Kopf hält und sagt ich sollte kein Wort sagen, dann ist es zwar wahrscheinlich, dass ich schweige, aber ich muss es nicht. Wir nehmen uns als frei wahr, das ist kein Beweis für einen freien Willen, aber vielleicht ist es das beste Argument für ihn. Für einen Determinismus spricht, dass in der NAtur alles kausal geordnet zu sein scheint, warum sollten wir plötzlich eine AUsnahme sein, das erscheint absurd.

WotansAuge 12.03.2014, 14:28

Ich kann beweisen, dass es einen mehr oder weniger großen Freien Willen gibt.

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qwert66 12.03.2014, 20:02
@WotansAuge

Dann leg mal los! Bezweifel ich aber stark! So was baut eigentlich immer auf Prämissen auf, die man annehmen kann, aber nicht muss.

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Wenn du Vorhersagen über das Verhalten anderer Leute mahcen musst.

In welchen Situationen in alltäglichen Leben ist diese Annahme notwendig oder vielleicht sogar wünschenswert?

Da gibt es einiges. Z.B. wenn du im Drogenrausch aus dem Fenster springst, weil du glaubst dass du fliegen kannst, dann wirst du trotzdem auf den Boden klatschen. Wenn du eine Versicherung auf viel Geld verklagst, weil du weißt dass das Gesetz auf deiner Seite ist und du glaubst Deutschland wäre ein Rechtsstaat, dann wirst du trotzdem den Prozess verlieren. u.s.w.

Dass das Universum nicht determiniert ist, macht sich nur ganz selten bemerkbar.

In welchen Situationen in alltäglichen Leben ist diese Annahme notwendig oder vielleicht sogar wünschenswert?

Ich sehe nicht, wo diese Annahme im alltäglichen Leben etwas gutes mit sich bringen würde. Denn Fakt ist, dass der Determinismus durch die moderne Physik, durch die Quantenmechanik, widerlegt wurde.

qwert66 12.03.2014, 12:08

Vielleicht in der Naturwissenschaft, in der Philosophie kann es leider noch nicht ausgeschlossen werden, da der Mensch trotzdem determiniert sein könnte.

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DeutscherIdiot 12.03.2014, 15:11
@qwert66
Vielleicht in der Naturwissenschaft, in der Philosophie kann es leider noch nicht ausgeschlossen werden

Ausschließen kann man überhaupt nichts, da sich immer etwas ändern könnte.

Aber: Wenn wir die Erkenntnisse der Physik anerkennen, dann ist der Determinismus widerlegt. Der Determinismus behauptet nämlich, dass alle Ereignisse schon durch ihre Vorbedingungen zu 100% festgelegt sind.

Und diese These ist widerlegt, weil wir in der Quantenphysik das Phänomen des objektiven Zufalls kennen, ebenso das der Superposition.

Und das zeigt uns, dass eben nicht alle Ereignisse durch ihre Vorbedingungen eindeutig vorherbestimmt ist. Damit ist der Determinismus widerlegt.

da der Mensch trotzdem determiniert sein könnte.

Nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge sind naturalistische Ansätze in der Philosophie des Geistes am plausibelsten. Und da diese eine Supervenienz des Physikalischen über das Mentale behaupten, wäre der Mensch dann nicht determiniert.

Und die dualistischen Modelle behaupten alle, dass der Mensch nicht determiniert sei. Insofern ist der Determinismus auch beim Menschen tot: Beide Modelle des Geistes widersprechen ihm.

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qwert66 13.03.2014, 00:15
@DeutscherIdiot

Ja, weil kaum jemand sich hinstellen will und sagen will, dasswir keinen freien Willen haben, es ist einfach unattraktiv. Der Determinismus ist eher so eine Art skeptischer Ansatz geworden, nach dem Motto: Wir können es eben nicht ganz ausschließen, auch wenn es unplausibel erscheint. Aber man könnte eben in der Philosophie des GEistes eine Art megaphysikalismus vertreten wonach unser Geist und unsere HAndlungen den Kausalgesetzen unterliegen. Mir fällt zwar keiner ein, der so was ernsthaft vertritt, aber es ist eben noch eine Möglichkeit, die wir zwar gerne ausschließen wollen, aber so ganz können wir es eben nicht. Aber viele begnügen sich eben damit ihr Modell mit einem freien Willen möglichst plausibel zu machen.

Man könnte aber zum Beispiel immer noch einen Determinismus verteten wie etwa: WIr MEnschen sind eben bestimmt, selbst wenn nach der Quantentheorie nicht alles kausal bestimmt ist. Das macht es nicht unbedingt plausibler, aber ich denke es wäre möglich. Das ist eben so, wie wenn wir behaupten die Welt um uns sei reine EInbildung, unattraktiv, aber doch prinzipiell möglich, wenn vielleicht auch nicht sehr plausibel, außerdem stellt sich natürlich in beiden Fällen die Frage wie wir damit leben sollten.

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Sonnenwaage 15.03.2014, 21:16
Denn Fakt ist, dass der Determinismus durch die moderne Physik, durch die Quantenmechanik, widerlegt wurde.

Für einige Wissenschaftler und für die, die diese Wissenschaftler als Autoritäten statt als Fehlbarkeiten sehen.

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Was soll die Frage? Du hast offenbar so wenig verstanden, dass Du nicht einmal weißt, worüber Du eigentlich redest.

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