Philosophie - Frage!

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4 Antworten

Eine Voraussetzung für die These ist bei dem, was über Sinneswahrnehmung als Ding wie ein Baum vermittelt wird (beim Sehen werden zunächst Formen und Farbe wahrgenommen, dies als Baum zu deuten ist schon ein weiterer Schritt), die Existenz einer realen Außenwelt. Sonst wären die Gegenstände bloße Einbildung.

Realismus ist in diesem Zusammenhang der erkenntnistheoretische Standpunkt, es gebe eine vom Geist/Verstand/Bewußtsein unabhängige Welt und über diese seien zumindest grundsätzlich in einem gewissen Ausmaß Erkenntnisse/Wissen möglich. Solipsismus und manche Ansätze beim radikalen Konstruktivismus sind dem erkenntnistheoretischen Realismus entgegengesetzte Standpunkte.

Die Sinneswahrnehmung könnte ja bei Lebewesen, die nicht zur Gattung Mensch gehören anders sein. Die Leistungen der Sinnesorgane sind unterschiedlich und die Bilder von der Welt, die sie liefern, sind nicht gleich. Der Mensch kann ohne künstliche Hilfsmittel infrarote Strahlung, die von einer Wärmequelle ausgesendet wird, nicht sehen. Er hat kein natürliches Echolot (Biosonar) wie z. B. Fledermäuse und Zahnwale. Die Lebewesen haben eine unterschiedliche Hörgrenze beim Schall.

Es gibt also Unterschiede darin, wie die Welt sich Lebewesen darstellt. Diese liegen sowohl darin, was überhaupt an Einzelauschnitten von der Welt wahrgenommen wird, als auch darin, welchen Sinnesapparat ein Lebewesen besitzt, um durch Umwandlung Sinneseindrücke zu empfangen. Sinnesdaten werden im Gehirn verarbeitet. Die Sinneswahrnehmung bezieht sich auf die Welt als Erscheinung.

Eine Widerspiegelung hängt von der Beschaffenheit des Spiegels ab. Sie ist nicht unbedingt völlig der Realität entsprechend.

Naiver Realismus nimmt die Existenz einer vom Geist/Verstand/Bewußtsein unabhängigen Außenwelt an und meint, die Dinge seien genau so, wie sie wahrgenommen werden. Die Erkennbarkeit der Dinge, wie sie wirklich sind, wird uneingeschränkt vorausgesetzt. Der naive Realismus sagt: ”Es gibt eine reale Welt; sie ist so beschaffen, wie wir sie wahrnehmen.”

Dies ist eine Einstellung, bei der eine kritisch-erkenntnistheoretische Reflexion unterbleibt und die Inhalte der Wahrnehmung und das Ansichsein des Wahrgenommenen identifiziert bzw. genauer ausgedrückt in unbefragter Selbstverständlichkeit als Einheit verbunden werden.

Diese Erkenntnistheorie scheitert an dem Auftreten von Sinnestäuschungen und der nicht abstreitbaren Rolle des Denkens beim Erkennen.

1) Die Sinneswahrnehmung ist keine völlig zuverlässige Gewähr für die Realität. Etwas ist nicht unbedingt so, wie es zu sein scheint.

2) Wahrnehmung ist kein passives Geschehen, bei dem die Gegenstände unmittelbar ein getreues Abbild schaffen. Beim Wahrnehmen gibt es ein aktives Erfassen durch das Subjekt. Dieses hat auch eine Denkweise, mit der es deutet, trägt Formen der Anschauung in sich, die der Erfahrung vorausgehen.

3) Die Sinneswahrnehmung vergegenwärtigt nicht einfach immer genau eine Sacheinheit und diese ganz, sondern es ist in bestimmten Fällen eine Erschließung durch begriffliches Denken nötig.

Dagegen kann eine eingeschränkte Variante des Realismus, kritischer Realismus, mit Argumenten vertreten und mit Erfolgsaussichten verteidigt werden: Es gibt eine vom menschlichen Denken unabhängige Wirklichkeit und diese ist zumindest bis zu einem gewissen Grad erkennbar.

Der kritische Realismus unterscheidet aber Wirklichkeit und Anschein, reflektiert menschliche Erkenntnismöglichkeiten sowie ihre Grenzen und begründet seinen Standpunkt. Aus dem Umstand, unsere Wahrnehmung (Bild der Wirklichkeit)/Vorstellung/Erkenntnis geistig herzustellen (zu konstruieren) folgt nicht zwangsläufig, die Wirklichkeit, von der wir Wahrnehmung/Vorstellung/Erkenntnis haben, sei einfach nur vom Gehirn/menschlichen Geist geschaffen.

Für eine tatsächlich vorhandene Außenwelt können zumindest Plausibilitätsüberlegungen vorgebracht werden. Sinnesdaten müssen in bestimmter Weise zumindest auf irgendetwas zurückgehen (auch wenn sie nicht einfach die Dinge selbst wiedergeben). Die wahrgenommene Wirklichkeit (die Welt der Erfahrung) fügt sich Versuchen der Formung nicht einfach widerstandslos, ohne damit auf sehr große Schwierigkeiten zu stoßen. Dies ist zumindest ein Anzeichen für ihre vom subjektiven Bewußtsein unabhängige Existenz und Eigengesetzlichkeit. Wenn eine Wand nur eine subjektive Erscheinung ist, ist eine regelmäßige Schwierigkeit beim Versuch eines Hindurchgehens sowie Schmerze bei einem heftigen Versuch schlecht erklärbar.

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Kommentar von Albrecht
12.10.2011, 03:53

Eine Frage ist zusätzlich, ob mit „Sinne“ nur die Wahrnehmung durch Sinnesorgane gemeint ist oder auch ein „innerer Sinn“ (auf das Erleben eines Subjekts bezogen, eigene Vorstellungen werden zu Gegenständen seiner Gedanken).

Die Sinneswahrnehmung allein kann nur Materielles wahrnehmen. Dazu, ob es noch etwas anderes (z. B. Ideen oder nicht einfach vollständig auf Physisches reduzierbares Bewußtsein oder Geist) gibt, kann sie alleingenommen nicht maßgebend sein. Das Denken ist bei diesem Thema gefragt.

Allein aus der Erfahrung kann keine notwendige Verknüpfung in einer Kausalität von Ursache und Wirkung in der empirischen Welt gewonnen werden. Die Menschen können Dinge und Ereignisse wahrnehmen, aber nicht unmittelbar die wirkenden Kräfte bzw. die Notwendigkeit der Verknüpfung.

Abstrakte Dinge wie formale Beziehungen/Strukturen sind keine rein sensuellen Eindrücke. Theoretische Mathematik und Logik beruhen nicht auf Sinneswahrnehmungen. Ob sie zur Realität gezählt werden, hängt von einer Begriffsdefinition von Realität ab. Zur Wirklichkeit gehören sie.

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tun sie nicht - sinne sind für sensuelle eindrücke da. den rest übernimmt das gehirn. wenn das, was wir wiedergeben sollen nicht in erinnerung und umsetzungsvermögen übereinstimmt, neigen wir dazu, es zu vereinfachen.

das ist die grundlage zum abstrakten denken.

kleinere kinder hätten übrigens einen baumstamm gemalt, äste oben drauf und daran einzelne blätter. da sie über weniger erfahrungspotenzial verfügen, orientieren sie sich viel mehr an der realität, als erwachsene, die ihre erfahrungen bereits fest abgespeichert haben.

denk mal selber drüber nach und male dann eine blume ;-))) oder noch besser: fordere deinen lehrer und einen mitschüler an der tafel dazu auf... ;-)))

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Och schreib da doch irgendwas hin was dir gerade einfällt.

Ich würde so angefangen: Oft werden vom Menschen Sachen wiedergegeben die in der Realität oft nicht so aussehen, das sie von der Kindheit so erlernt wurden ohne durch die Medien angepriesen oder so also schreib irgendwas in der Art.

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Also mal ganz logisch gedacht... Woran liegt es denn das beide das GLEICHE gemalt haben?

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