Philosophen die sich mit dem Determinismus beschäftigt haben?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Tach,-

ich würde >Hamburger02< da etwas widersprechen wollen. - Warum?

Der >Determinismusbegriff< ist kein Ursprungsbegriff einer philosophischen Theorie sondern ein sekundärer Sammelbegriff für alle philosophischen Ansätze, die versuchen, die Funktionszusammenhänge der Welt quasi >naturgesetzlich<, also mit einer Art "physikalisch-mechanistischer" Zwangsläufigkeit kausal zu verstehen und zu erklären,- frei nach dem Motto: "Keine Wirkung ohne Ursache". Dies beginnt nicht mit Decartes sondern bereits in der griechischen Antike mit den Vorsokratikern - beispielsweise mit Demokrit und seinem >Atomistischen Modell<, welches auf der Behauptung basiert, dass Alles (bewegte) Materie sei und folglich die Eigenschaften, die zu den jeweiligen Ausformungen als erfahrbare Welt führen dieser >Materie der kleinsten Teilchen< bereits inne wohnen. Diese Ausformungen sind also die Konsequenz der Eigenschaften / des Vermögens der Materie. Kennt man dieses Vermögen weiß man auch was sich hieraus entwickeln wird.

Auch Aristoteles hat diese "Potentialität" einer materiell basierten "Quasi-Automatisierung" von Funktionszusammenhängen übernommen und weiter entwickelt.
Diese "Denkschule" findet man heute noch als positivistisch- empirischen Ansatz in den angelsächsischen Philosophieausrichtungen mit der Schwerpunktausrichtung auf >Induktionsmethoden< der Theoriebildung und "Ökonomisierung" des Effizienz"- und Quantifizierung des "Qualitätsbegriffs".

Dieses Prinzip zeigt sich in seiner Auswirkung u. a. auch heute noch als Theorie zu:

- Staats- und Gesellschaftstheorien ( Behauptungen ihrer Ausformungen als Zwangsläufigkeit eines naturgesetzlich-geschichtlichen Determinismus)

- Ökonomie (siehe trivial-kausale Definitionen zu "Effizienz" und "Steuerung")

- Biologie (insbesondere Fehlinterpretationen der Genetik u. Evolutionstheorie)

- Psychologie (siehe Neuropsychologie und Willensfreiheit)

- Bildungspolitik (Ausbildung statt Bildung)

- Forschung (Angewandte Forschung / Industrieforschung vs.  Grundlagen- forschung - Finanzierung von Universitäten)

- Organisation des Gesundheitswesens als "Betriebswirtschaft"

- Physik (siehe Inhomogenität des Big Bang, Entropie vs. >Dissipative Strukturen< etc.)

und Vieles mehr.


Dieses Prinzip der "Vorherbestimmtheit" durch >Materialismus< war aber auch als krasser Gegenentwurf durch jahrhunderte lang gültige religionsdogmatische Begründungssysteme im Zuge >Deduktiver Begründungsverfahren< gültig. Es wurde nur die Ursache von einer materiellen Wirkung auf ein göttliches Einwirken verlagert, ohne das Prinzip bzw. Paradigma selbst zu ändern. 

Descartes hingegen ist eigentlich als einer der ersten zu sehen, der durch seine Dualismustheorie diese gegensätzlichen Radikalpositionen auflöst und durch sein berühmtes "Cogito Ergo Sum" mit der damit verbundenen Selbstvergewisserung des Menschen als autonomes Wesen diesen in den Mittelpunkt einer Welt stellt, die sowohl aus Erfahrung (von Gesetzmäßigkeiten) als auch aus Gestaltung (freier Wille) besteht. Damit hat er die Tür zum Indeterminismus aufgemacht und nicht den Determinismus begründet. Dieser Indeterminismus ist zwar "konditioniert" aber dennoch als Selbstbestimmung des Menschen über sich selbst originäres Potential menschlicher Existenz. Er war der Vorläufer und Wegbereiter von Kant und dessen Dualismus von Determinismus und Indeterminismus bei der Frage wie ein allgemeingültiges System ethischer Aussagen als Grundlage moralischen Handelns und gesetzlicher Verfaßtheit von Gesellschaften möglich wäre. Im Ergebnis haben wir heute den >Kategorischen Imperativ< und die >Deklaration der Menschenrechte< als Rechtsuniversalie weil logisch nicht zu "toppen".

Das Problem entsteht i. d. R. erst durch "Entweder-Oder-Positionen" anstelle eines "Determinismus-Indeterminismus-Dualismus".

Ich glaube, dass du wirklich "fündig" wirst wenn du im Netz über die Begriffe >Determinismus< und >Indeterminismus< aber insbesondere auch im Rahmen der Systemtheorie durch die Begriffe >geschlossene / kybernetische Systeme< einerseits und >Offene Systeme< andererseits deine Informationsbeschaffung systematisierst. Da wirst du viele nützliche Infos - auch zu Vertretern und Denkern der einen oder anderen Richtung sowie zur Entwicklung der jeweiligen Ansätze finden.

Gruß

Da wäre als erster René Descartes zu nennen, der praktisch als Erfinder des mechanistischen Weltbildes die Grundlage des Determinismus gelegt hat.

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