Philosophen, die den freien Willen unterstützen?

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4 Antworten

Die Äußerungen von Philosophen zur Frage der Existenz von Willensfreiheit vertreten verschiedene Standpunkte.

In der genauen inhaltlichen Fragestellung und in der Begrifflichkeit hat sich das Thema erst voll in der Neuzeit herausgebildet, auch wenn schon vorher Gedanken geäußert worden sind, die für dieses Gebiet von Belang sind.

Eine Existenz von Willensfreiheit haben zum Beispiel bejaht:

René Descartes

Immanuel Kant (bezogen auf die intelligible Welt, nicht auf die empirische Welt)

Johann Gottlieb Fichte

Nicolai Hartmann

Karl Popper

Es gibt unter anderem den Standpunkt des Kompatibilismus, der meint, Willensfreiheit und Determinismus seien vereinbar (der Freiheitsbegriff stark abgeschwächt). Ein Indeterminismus wird also nicht vertreten. Kompatibilisten sind B. Peter Bieri und Michael Pauen.

Libertarismus wird dagegen ein einem harten/radikalen Determinismus grundsätzlich und weitgehenden widersprechenden Standpunkt genannt, der eine Existenz von Willensfreiheit annimmt und diese Auffassung für unvereinbar mit einem (auf die Frage der Willensfreiheit bezogenen) Determinismus hält (Inkompatibilismus),

Solche Vertreter einer Existenz von Willensfreiheit sind z. B::

Roderick Chisholm

Randolph Clarke

Timothy O'Connor

Carl Ginet

Peter van Inwagen

Robert Kane

Geert Keil

Gottfried Seebaß

Eine Darstellung des Themas von diesem Standpunkt aus (auch mit einigen hier und da eingeflochtenen geschichtlichen Hinweisen):

Geert Keil, Willensfreiheit und Determinismus. Original-Ausgabe. Stuttgart : Reclam, 2009 (Reclam-Taschenbuch : Grundwissen Philosophie ; Nr. 20329). ISBN 978-3-11-019561-3

Nennung von Philosophen und ihren Veröffentlichungen von der Antike bis zur Gegenwart:

Geert Keil, Willensfreiheit. Berlin ; New York : de Gruyter, 2007 (Grundthemen Philosophie), Geert Keil, Willensfreiheit und Determinismus. Original-Ausgabe. Stuttgart : Reclam, 2009 (Reclam-Taschenbuch : Grundwissen Philosophie ; Nr. 20329), S. 123 – 133 (Kommentierte Bibliographie)

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Informiere Dich bitte über Peter Bieri und sein Buch "Das Handwerk der Freiheit". Er kommt von der Analytischen Philosophie und pflegt eine sehr saubere und klare Denke. Zum Thema Freiheit ein MUSS.

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Da fällt mir zum Beispiel ganz spontan Jean Paul Sartre ein, der das als Grundthema seiner Philosophie des Existentialismus bezeichnet hat:

Wenn der Mensch, wie ihn der Existentialist begreift, nicht bestimmbar ist, so darum, weil er zuerst nichts ist. Er wird erst nachher sein, und er wird der sein, zu dem er sich machen wird... Der Mensch ist nichts anderes, als wozu er sich macht. Dies ist der Hauptsatz des Existentialismus.

Das ist allerdings eine, wie mir scheint, etwas fragwürdige Auffassung der menschlichen Freiheit. Dazu folgende Kritik:

http://ouroboros-forum.de/index.php?option=com_content&view=article&id=59%3Adie-inkarnation-des-ich&catid=36%3Aadmin-essays&Itemid=62&limitstart=4

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