Pflichtteil, Erbreihenfolge, wie ist das geregelt?

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4 Antworten

Nach der gesetzlichen Erbfolge beerben Ehegatten, § 1931 BGB hälftig neben den Kindern, § 1924 BGB den Nachlass deiner Großmutter.

Bewertungsgrundlage ist der Reinnachlass, also dasjenige Vermögen abzüglich Verbindlichkeiten und Bestattungskosten am Sterbedatum zuzüglich dem Schenkungswert n. § 2325 III BGB lebzeitiger Schenkungen innerhalb der letzten 10 Jahre vor dem Erbfall.

Unterstellt, Oma verstribt unverheiratet, geschieden oder verwitwet und deine Mutter wäre ihr einziges Kind, wäre sie zur gesetzl. Alleinerbin berufen und könnte durch testamentarische Enterbung 50% des Reinnachlasses innerhalb von 30 Tagen in Geld von dior als eingesetztem Alleinerben fordern.

Es sei denn, es gab anlässlich der "vorzeitigen Erbauszahlung" an sie einen notariell beurkundeten (!) Erb- und damit Pflichtteilsverzuicht deiner Mutter. Deutlichst: Der muss zwingen noatiell beurkundet sein, jede andere Schrfitform wäre nichtig. Das sollte deine Oma wissen oder dir zeigen können.

Als eingesetzte Erbin wärst du andernfalls gut beraten, deiner Auskunfstpflicht gem. § 2314 BGB  nachzukommen, ihr also schnellstmöglich freiwillig ein bewertetes Nachlassverzeichnis aller Vermögens- und Schuldenposten und Liste aller Schenkungen zukommen zu lassen bevor deine Mutter persönliche Inaugenscheinnahme des Nachlasses unter notarielle Mitwirkung einfordert oder gar Stufenklage auf Auskunft und Auszahlung erhebt :-)

Denn die wäre auf Kosten des Nachlasses, mithin deines Erbes zu führen, fröre den Nachlass über Monate, gar Jahre ein und kostet locker einen fünfstelligen Betrag :-O

Ein richtiges und vollständiges Verzeichnis erkennt der Experte an den Position Kleingeld, Rückzahlungen vom Kfz-Steuer und Prämienerstattungen personengebundener Versicherungen (Privathaftpflicht), Mietkaution zzgl. Zinsen usw.

Eine bezweifelbare Auskunft berechtigt zur Abgabe einer Versicherung an Eides statt, die bei Unrichtikiet mit einer Mindeststrafe von 1 Jahr Freiheitsentzug bestraft würde.

Noch ein Tipp: Bist du nicht volljährig, sollte dein Oma in ihrem Testament einen Testamentsvollstrecker benennen, der deine Interessen vertritt.

Viel Erfolg :-O

G imager761

Geh zu einem Anwalt. So lange Deine Mutter lebt, sind die anderen Kinder nicht erbberechtigt. Du schon, weil Du im Testament stehst. Ob sie noch pflichtteilberechtigt ist, sagt Dir ein Anwalt.

Der Pflichtteil setzt voraus, das man ohne das Testament Erbe geworden wäre. Ihre Mutter schließt bei der gesetzlichen Erbfolge Sie und Ihre Geschwister aus, so das diese keinen Anspruch auf den Pflichtteil haben, wenn Ihre Mutter den Erbfall erlebt.

meine mutter habe vor 25 jahren eine vorzeitige erbauszahlung ( zum
damaligen Stand) bekommen.im testerment ( notariel ) steht aber auch das
sie meine mutter enterbt. nun hat die oma mehr wie damals... wie
verhält sich das beim erbantritt?

Bei einer Lebzeitigen Schenkung unter der Maßgabe der Pflichtteilsansrechnung berechnet sich der Pflichtteil so, das zunächst die Schenkung zum Nachlass hinzugerechnet wird, dann der Pflichtteil als wertmäßig hälftiger gesetzlicher Erbteil berechnet wird und die Schenkung davon wiederum abgezogen wird.

Hierbei sind Sie allerdings in der Beweispflicht, müssen die Schenkung und den Pflichtteilsvorbehalt auch darlegen.

Etwas anderes wäre es wenn damals ein notarieller Erbverzicht gegen Geld stattgefunden hat. In diesen Fall wäre der Pflichtteil schlicht ausgeschlossen.

imager761 05.05.2016, 17:28

Bei einer Lebzeitigen Schenkung unter der Maßgabe der
Pflichtteilsansrechnung berechnet sich der Pflichtteil so, das zunächst die Schenkung zum Nachlass hinzugerechnet wird, dann der Pflichtteil alswertmäßig hälftiger gesetzlicher Erbteil berechnet wird und die Schenkung davon wiederum abgezogen wird.

Das ist unzutreffend: Der ausdrücklich bei Übergang (!) so bestimmte (!) anzurechnende Vorempfang wird inflationsbereinigt (!) schlicht vom Pflichtteilsanspruch der Berechtigten am Reinnachlass mit Wertstellung Erbfall abgezogen.

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1. Gesetzliche Erbin ist Deine Mutter.

2. Damit wäre sie auch pflichtteilsberechtigt.

3. Wenn Sie aber eine vorzeitige Auszahlung erhalten hat, die zum Auszahlungszeitpunkt ausreichend war (so wie es hier wohl ist) dann wäre das erledigt.

4. Mache Dir keine zu großen Sorgen. DEine Mutter kann natürlich klagen, aber mit sehr geringen Aussichten.

5. Nur wenn Deine Mutter vor Deiner Oma stirbt, könnten Deine Geschwister Ansprüche anmelden.

imager761 05.05.2016, 09:17


Wenn Sie aber eine vorzeitige Auszahlung erhalten hat, die zum
Auszahlungszeitpunkt ausreichend war (so wie es hier wohl ist) dann wäredas erledigt.

Keinswegs: Nur ein notariell beurkundeter (!) Erb- und Pflichtteilsverzicht der Tochter stünde ihrem Pflichtteilsanspruch an Reinnachlass der Mutter in deren Erbfall und zum stichtagsgenauen Reinnachlasswert entgegen :-.O

Da mag mit Geldempfang - selbst schriftlich - entsprechendes von der Tochter vermeindlich zugesichert sein, es wäre nichtig: § 2348 BGB :-O

G imager761

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