Pflegegrad bei COPD?

2 Antworten

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Merke: nicht die anzahl der Erkrankung/en und deren Schwere bedingen einen Pflegegrad, sondern der aus den Erkrankungen resultierende Hilfebedarf bedingt einen Pflegegrad.

Sprich: du kannst von Kopf bis Fuß mit Krebs und Metastasen voll sein, so lange du noch selbst ohne fremde Hilfe deinen Alltag und die deine Pflege bewältigen kannst, gibt es keinen Pflegegrad.

Und ob er evtl. einen Pflegegrad erhalten könnte kannst du hier einmal ansatzweise im Pflegegradrechner selbst ermitteln.

Die Frage müssen aber ehrlich beantwortet werden. Denn gefälligkeitshilfen zählen nicht.

https://www.pflegegrad-berechnen.de/

Kurzer ablauf:

Antrag bei der Pflegekasse auf einen Pflegegrad stellen.

Die beauftragt den MDK zur häuslichen Begutachtung.

Der MDK stellt den Hilfebedarf an Hand von Modelen fest.

Dann erhaltet ihr den Bescheid der Pflegekasse.

Bevor jedoch der Antrag gestellt wird solltet ihr zum Thema ausführliche Beratungen beim Pflegestützpunkt, jedem örtl. ambul. Pflegedienst, einem Pflegeberater ( bei der Pflegekasse zuerfragen), dem VdK, dem Seniorenbüro und dem Seniorenbeirat einholen.

Grüße von einem Krankenpfleger, Pflegedienstleiter, Pflegeberater und vormals MDK Gutachter

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Guten Abend Griesuh,

würdest du bitte noch einmal Stellung nehmen:

der Gesundheitszustand meines Mannes und die Sorge um die Zukunft kreisen unentwegt in meinem Kopf.

Wie jeden Tag, war ich heute auch in der Klinik. Mein Mann ist Privatpatient und kann sehr nervend sein wenn ihm etwas nicht passt. Dazu gehört das Verschließen der Augen vor seiner Erkrankung. Er hat mir bestätigt, dass er keine Ahnung hat, über den Schweregrad.

Die Hilfe des Pflegepersonals hat er mit der Begründung alles selber zu können, abgelehnt. Er und ich wissen, dass er nicht alleine zurecht kommt. Dabei spielt bei ihm die Angst eine sehr große Rolle

ABER:

  • Rauchen:
  • :Am Einweisungstag hat er noch geraucht (mit Hustenanfällen und noch schlechterer Atemnot). Jetzt bekommt er Nikotinpflaster die ihn beim Entzug unterstützen. Aber nach dem Entzug übernimmt der Wille aufzuhören die Rolle Ich glaube nicht, dass er es schafft, denn soweit war er schon bei der 1. Exazerbation.
  • Bronchoskopie:
  • Diese kann z.Zt. wegen seines schlechten Allgemeinzustandes nicht durchgeführt werden. Die Reaktion: eine Untersuchung zu einem späteren Zeitpunkt. Wenn er erst einmal zu Hause ist, lässt er die Bronchoskopie nicht mehr durchführen

REHA: Diese Soll im Anschluss stattfinden. Die Reaktion: nur eine REHA in einer Tagesklinik kommt für ihn in Frage

-Sauerstoffzufuhr: 16Std. täglich. Reaktion: ( ohne Wissen des Arztes) in den 8 Std. die übrig bleiben, könnte er ja weiter Taxi fahren.

Ich könnte noch etliche Beispiele anführen, sobald ich dagegen spreche, explodiert er. So viel Uneinsichtigkeit macht mich wütend.

Ich habe vor45Jahren eine Krankenschwester-Ausbildung gemacht, dann durch Weiterbildung als OP-Schwester in der BG Unfallklinik gearbeitet. Von der inneren Medizin ist nicht viel übrig geblieben. Meine Kenntnis zur COPD Erkrankung habe ich mir durch Lesen angeeignet.

Mein Körper hat mir durch die 7jährige Pflege meiner Schwiegermutter (Pflegestufe III, 24 Std. Betreuung , bettlägerig bei hochgradiger Demenz)Grenzen gezeigt .In dieser Zeit hatte ich zusätzlich noch meine Mutter zur Pflege, die an Lungenkrebs erkrankt war und die zu Hause sterben wollte. Ich bin dadurch krank geworden, war 3 Monate stationär in einer psychosomatischen Klinik und wurde dadurch Frührentnerin.

Wie gehe ich mit dem Verhalten meines Mannes zu seinen Erkrankungen am besten um? Soll ich ihn seinem Schicksal überlassen und seine Beschwerden ignorieren?

Vielleicht sehe ich auch alles zu negativ und er benötigt nach der Entlassung keine fremde Hilfe?

Während deiner Tätigkeiten, hast du doch Familienmitglieder deiner Patienten kenngelernt. Wie sind diese denn mit ähnlichen Situationen umgegangen?

Über eine Antwort würde ich mich freuen

Liebe Grüße,Conny

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-Bei der heutigen Chefarzt-Visite wurde ihm mitgeteilt, dass noch einige Untersuchungen anstehen, u.a. eine Bronchoskopie, die aber auf Grund seines schlechten Gesundheitszustandes z.Zt. nicht durchgeführt werden kann. Dazu müßte die Sauerstoffgabe auf 1mm Hg gesenkt werden k~önnen

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@cornelia19

Das ist eine schwere Situation. Insbesondere für die Angehörigen. Da gibt es kein Patentrezept wie damit umgegangen werden kann. Was ich glaube, dass dein Mann genau erkannt hat wie es um ihn steht. Er gibt es aber nicht zu, aus Angst vor der eignen Erkrankung, nur keine Schwäche eingestehen. Das bewirkt genau diese Haltung deines Mannes: Ablehnung, aggressionen, Personal scheuchen und co. Selbst aggressionen gegen Angehörige sind mit dabei. Da hilft dir nur mit deinem Mann über die Krankheit behutsam zu reden, ihm Hilfe anbieten die er annehmen möchte und ihn langsam an die anderen Hilfen heran führen.

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Man bekommt einen Pflegegrad nicht weil man eine bestimmte Erkrankung hat, sondern weil man aufgrund der Erkrankung nicht mehr in der Lage ist, bestimmte Dinge alleine zu verrichten, z. B. die Körperpflege.

Führe mal ein Pflegetagebuch. Welche Hilfe braucht dein Mann, und wieviel Zeit musst du dafür aufwenden. Nicht nur Körperpflege, sondern auch z. B. Begleitung zum Arzt u. ä.

Anschliessend solltest du eine Pflegeberatung machen lassen. Das macht ein Pflegedienst oder die Diakonie.

Dann bei der Krankenkasse / Pflegekasse anrufen, die schicken dir einen Gutachter, der den Pflegebedarf ermittelt. Dabei ist das Pflegetagebuch eine gute Hilfe. Wenn du schon einen Pflegedienst hast bitte darum, dass jemand bei der Begutachtung dabei ist. Es geht auch ohne, aber denke daran, der Gutachter wird von der Kasse bezahlt.

Besprich vorher mit deinem Mann, was er sagen soll, wenn es um die Frage geht, was er noch alles alleine kann. Nicht dass ihr euch widersprecht. Patienten spielen oft ihre Hilfsbedürftigkeit herunter.

Solltest du mit dem Ergebnis der Begutachtung nicht einverstanden sein, kannst du Widerspruch einlegen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Alles sehr gut erklärt. Ja das mit dem runter spielen der Bedürftigkeit kenne ich aus der Pflege auch zu gut.

Wollte noch hinzufügen:

Ich habe auch schon einige COPD Klienten gehabt, die momentan bei uns ist hat Pflegrad 3. Bekommt Unterstützung, aber kann noch vieles selbst. Ich glaube schon das er Pflegrad 4 bekommen würde. Vorallem braucht dein Mann Sauerstoff zu Hause und eine Schlafmaske wäre auch von Vorteil da bekommt er mehr Sauerstoff.

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