Pflegedienst Geschäftsprozess?

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1 Antwort

Achtung sehr lange Antwort:

Du arbeitest im ambulanten Bereich?

Dann sollte dir die dortige PDL den Prozess erklären können.

Kunde  geht zum ambulanten Pflegedienst seiner wahl. Bzw. er lässt sich bei mehreren ambul. Pflegediensten beraten.

Der Kunde erklärt der PDL was er sich so vor stellt.

Wird nur Pflege nach dem SGB XI benötigt, oder ist auch Behandlungspflege nach dem SGB V erforderlich.

Zur Pflegestufe ( ab 2017 Pflegegrad) gibt es nicht viel heraus zufinden. Denn wurde der Pflegebedürftige in eine Pflegestufe eingestuft, so hat er einen Einstufungsbescheid von seiner Pflegekasse erhalten.

Diese Pflegestufe ( Pflegegrad) wird beim Beratungsgespräch mitgeteilt, eine Kopie des Einstufungsbescheides wird dem PD übergeben.

Die PDL macht einen Hausbesuch um sich ein Bild vom Pflegebedürftigen zu machen. Im Erstgespräch wird geklärt, welche Tätigkeiten und Aufgaben der Pflegebedürftige noch selbst ausführen kann und welche Leistungen von Angehörigen übernommen werden könnten. Dann wird geklärt welche Leistungen der Pflegedienst erbringen soll. Und es wird geklärt wie oft der PD tgl zur Versorgung oder zur Behandlungspflege den Pflegebedürftigen besuchen soll. Weiterhin wirden die gewünschten Versorgungszeiten abgesprochen.

Weiter wird geklärt ob auch neue oder andere Hilfsmittel zur Pflegeerleichterung wie Pflegebett, Toilettenstuhl, Wannenlift,  Hebelifter und CO erforderlich sind oder angebracht wären.

dann wird geklärt bekomt der PD einen Wohnungsschlüssel vom Kunden. Wenn ja, so ist ein Schlüsselprotokoll anzufertigen. Der Schlüssel erhält einen Code und ist bei nicht gebrauch in einem abschließbaren Stahlschlüsselschrank auf zu bewaren

Der Kunde kann sich dann an Hand von Leistungskomplexen die gewünschten pflegerischen Leistungen beim Pflegedienst einkaufen.

Bekam der Pflegebedürftige bisher Pflegegeld, und jetzt soll ein ambul. PD mit ins Boot, so ist das Pflegegeld auf Kombileistung umzustellen. Dies muss der Pflegebedürftige oder dessen Angehörigen, wenn sie eine Vollmacht haben, selbst bei der Pflegekasse beantragen.

Ist die pflegerische Versorgung soweit geklärt, erstellt der PD einen Kostenvoranschlag, aus dem die mtl. Kosten , die Leistung der Pflegekasse, so wie ein evtl. Eigenanteil, wenn die eingekauften Leistungen die jeweilige Höhe der Pflegestufe übersteigen und es muss hervor gehen ob sogenannte Investitionskosten anfallen, die immer privat zu bezahlen sind.

Dann hat der Kunde bedenkzeit. Endscheidet sich der Kunde für diesen Pflegedienst so muss ein Pflegevertrag erstellt werden, aus dem unteranderm hervorgeht, ab wann beginnt die Versorgung, welche Leistungen eingekauft wurden, die vereinbarten Uhrzeiten, wie oft tgl. versorgt wird. Bestandteil dieses Pflegevertrages ist der Kostenvoranschlag.

Der Pflegedienst rechnet dann zum Monatswechsel seine erbrachten leistungen direkt mit der Pflegekasse bis zum möglichen Höchstbetrag der jeweiligen Kombileistung ab. Der Kunde bekommt eine Rechnungskopie aus der hervorgeht was die Pflegekasse übernimmt, was er an Zuzahlungen zu leisten hat und welche Investitionskosten anfallen.

Das alles bezog sich jetzt auf die pflegerische Versorgung nach dem

SGB XI.

Fällt auch noch Behandlungspflege nach dem SGB V an, so ist der Ablauf analog wie oben beschrieben.

Jetzt kommt noch da zu, dass für die Behandlungspflege vom behandelnden Arzt eine Verordnung (VO) nach dem SGB V ausgestellt werden muss.

Aus dieser VO müssen die die behandlungspflege begründenden Diagnosen hervorgehen, welche Behandlung von wann bis wann und wie oft diese  tgl erbracht werden sollen.

Diese VO muss der Kunde und der PD unterschreiben. Die VO wird zur Kostenbewilligung bei der Krankenkasse eingereicht. Der PD kann dann nach Kostenübernahmebewilligung seine erbrachte Behandlungspflege direkt mit der Krankenkasse abrechnen.

Das kannste nun fast 1:1 in dein Aufgabenblatt eintragen Die Note sollte mind. eine 1,5 werden.

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