Pferdeostheopath bzw Pferdephysiotheraupeut werden?

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4 Antworten

Gute Frage ... ich weiß gar nicht, ob ich da zuraten soll, denn ...

... ich kann nicht abschätzen, wieviele davon der Markt noch verkraftet? Alleine ich kenne glaub mindestens 30 Leute, die eine Ausbildung in der manuellen Richtung haben. Die wenigsten können damit Geld verdienen, weil der Markt mit Kollegen überschwemmt ist. Sie sehen das eher als sinnvolle "Fortbildung" für ihre private Reiterei und als gute Vorbereitung auf den Besuch eines auf manuelle Therapien spezialisierten Tierarzt bzw. als besseres Verständnis für dessen Behandlungsansatz und bessere Umsetzbarkeit beim eigenen Pferd.

... und da sind wir schon beim zweiten Punkt: Es gibt auch schon einige Tierärzte, die sich auf manuelle Therapien spezialisiert haben. Diese haben dazu den Vorteil, dass sie top ausgebildet in die manuelle Ausbildung gingen und auch die Schnittstelle zur Schulmedizin sind, also den direkten Vergleich zwischen allen Behandlungsweisen kennen und sogar praktizieren. Viele, die ich kenne, die manuelle Ausbildungen als Nicht-Tierärzte haben und nicht praktizieren (mit denselben Ausbildungen wie die, die praktizieren), warnen vor den Nicht-Tierärzten. Sie haben selbst die Ausbildung gemacht und dadurch nur eine absolute Sicherheit erlangt: Mit diesen Kenntnissen nicht praktizieren zu wollen, sondern für sich immer einen Tierarzt dazu einladen zu wollen. Weil es ist doch gewaltig komplex und je mehr man da weiß, desto mehr weiß man auch, was schief gehen kann - bis man eben den Punkt überschreitet, wo nicht mehr viel schief gehen kann, aber den überschreiten hier die wenigsten.

Und die sichtbaren Erfolge geben denen Recht, die nicht praktizieren wollen:

1. So ausgebildete Tierärzte suchen die Ursache und wenn die abgestellt wird, ist eine Behandlung nötig und dann ist es wieder gut. Die anderen sehe ich alle "Zehnerkarten" verkaufen, ständig nachzubehandeln.

2. Ich sehe bei den nicht-Tierärzten keine Erfolge im Vergleich zu den Tierärzten, bei denen immer das eintritt, was sie vorher sagen. Zufall oder Unterschied in der Ausbildung?

Daher mein Rat: Wenn Du die Möglichkeit hast, studiere Tiermedizin und mach dann die Spezialisierung. Dann kannst Du erfolgreich behandeln und dann wirst Du davon auch leben können. Ansonsten mach's als Fortbildung für Dich, aber erwarte nicht, ein Einkommen damit zu erwirtschaften.

odaroc 13.02.2017, 22:35

Ich würde gerne Tiermedizin machen Jedoch ist es aus persönlichen Gründen nicht möglich :(

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Baroque 13.02.2017, 22:42
@odaroc

Hm, das ist dann schade. Ich habe es seinerzeit auch nicht gemacht, als ich vor der Studienwahl stand, bin mir heute nicht mehr sicher, ob es für mich nicht der bessere Weg gewesen wäre (das wüsste man ja nur, wenn man den Vergleich hätte) und habe mir danach auch diese ganzen Ausbildungen angesehen, aber eben auch nach den Gesprächen mit denen, die sie absolviert haben, beschlossen, für nur mal eine Fortbildung für mich, ist das dann doch recht kostspielig. Auch ist es gar nicht so leicht, die guten Lehrgänge von denen zu unterscheiden, wo jemand meint, mit kaum eigenem Können andere ausbilden zu können. Es kann ja jeder hergehen, sein Label erfinden und andere ausbilden. Und leider kenne ich mindestens drei Beispiele, wo ich immer sag "selber nur einen Hausfrauenkurs haben, aber so tun wie ein seriös ausbildendes Institut" - ich glaub, wenn ich sowas hätte machen wollen, dann hätte ich meine Tierärztin gefragt, was sie empfehlen kann.

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Es gibt schon so " Hobby-Pferdemasseure", die das in Kursen gelernt haben. Aber davon kannst du dir kaum ein Taschengeld  verdienen, und wirst lange brauchen, um die Lehrgangsgebühren wieder rein zu holen. Eben als  Hobby...

Um da wirklich sinnvoll erwas fur die Gesundheit des Pferdes tun und auch wirtschaftlich erfolgreich sein zu können, sollte man das schon studiert haben, um über genügend Hintergrundwissen zu verfügen und glaubwürdig zu sein.

Auch mußt du bedenken, dass viele Pferde nicht grade freundlich auf die Behandlungen reagieren - man lebt nicht ungefährlich, wenn man einem wütenden Pferd das Hinterbein manuel bewegen möchte...

Ich akzeptiere nur Osteopathen und Physios an mein Pferd vom DIPO Institut. Das ist eine seriöse Ausbildungsstätte und DIPO akzeptiert nur Humanphysiotherapeuten oder Ärzte als Schüler.

Ich halte nichts von Wochenendekurs-Osteopathen. An mein Pferd kämen die nie ran. Schlecht ausgebildete Scharlatane a la Tamme Hanken gibt es genug.

Nein DAnke.

"Knochenbrecher"/ Tierostheopathen sind kein geschützter  Beruf. Die Wirksamkeit wird von echten Tierärzten bestritten,  die Fehlbehandlungen sind dem Tierwohl nicht förderlich.

Wochenendkurs sagt alles. 

Baroque 13.02.2017, 22:19

Leider laufen davon viele rum. Die, die immerhin keine Schäden anrichten, verkaufen erfolgreich den Pferdebesitzen jede Woche eine Behandlung für 45 Euro, für die sie eine Viertelstunde anwesend sind. Das Pferd bewegt sich hinterher genauso schlecht wie vorher, aber der Besitzer "tut ja schon alles dafür".

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