Pferdekrankheit Spat

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Ich hatte bisher fast nur Spater. Früher war das echt ein Renten- oder Todesurteil, inzwischen können die meisten damit umgehen, wenn man ein paar Dinge beachtet:

Die von Tangstedt genannte Versteifung ist die aller-allerletzte Notbremse!

Ich denke Hurra14 hat es ausprobiert, denn sie hat es ja für ihren Spater recherchiert.

Meine Erfahrung deckt sich mit dem Rat meiner Tierärztin (manuelle Therapeutin):

Erste Maßnahme, weil nebenwirkungsfrei, ist genug Bewegung. Offenstall ist nicht gleich Offenstall. Aktivställe, Laufställe oder wie auch immer man sie nennt, sind so gebaut, dass die Pferde nichts bekommen ohne hin zu laufen. Sie müssen von der möglichst großen Weide rein, um Wasser zu bekommen, sie müssen vom Wasser zur Kraftfutterstation laufen, von der Kraftfutterstation zum Wasser, zum und vom Heu ... alles ist mit Wegen verbunden. Ich habe wegen Spat mein Pferd umgestellt von Boxenhaltung in Aktivstall, weil der ab 4 Stunden Box so steif raus kam, dass ich heulen hätte können. Da halfen auch die 8 Stunden täglich Koppelgang nicht, zumal die Matschkoppel nicht zum Laufen eingeladen hat, wo sie grade in der nasskalten Jahreszeit drauf standen, wo es am nötigsten gewesen wäre.

Zweite Maßnahme, die als Nebenwirkung nur die Störung des natürlichen Temperaturausgleichs durch Winterfell hat, ist Rücken wärmen per Decke. Auch gut ist, den Rücken vor der Arbeit im Solarium vorzuwärmen, wenn es extrem kalt ist, denn ein arbeitsbereiter Rückenmuskel kann die Last vom Bein etwas übernehmen.

Das lang Warmreiten kommt aus einer für mich nicht verständlichen Reitweise mit zu viel Boxsteherei. Meine Arbeitseinheiten sind maximal 25 Minuten lang, aber ich setze mich nicht auf ein stehsteifes Pferd. Da finde ich dann schon wieder rauf klettern zu problematisch.

Generall muss das Pferd besonders gut trainiert werden (also nicht besonders lange strapaziöse Einheiten, sondern besonders achtsame). Spatpatienten sollten eine eher übermäßig trainierte Hinterhand haben, auf gutes aktives Untertreten ist zu achten, denn eine rückständige Hinterhand muss noch mehr Last auf dem Gelenk abfangen. Hier lieber eine kurze Einheit nur im Schritt, aber Hinterhand unterm Pferd als ewig mit dem auseinander gefallenen Pferd Runden drehen. Übertreten tut der Muskulatur gut, aber sollte man können, wissen, wie man es schulen darf, um das Gelenk nicht zu überlasten. Im Prinzip muss man also die Dressurarbeit erstmal auf Gymnastizierung ausrichten (wozu sie ja seit jeher da ist) und einen guten Lehrer haben, der einem auch gezielt auf den Patienten schaut, statt nur darauf, wie adrett das Reiterlein oben sitzt, denn am Spiegel kommt man zu selten vorbei. Auch an der Hand und Longe sollte gezielt gymnastiziert werden. An der Longe ist drauf zu achten, dass sich das Pferd nicht in die Kurve legen kann, sonst belastet es falsch. Besser richtig unausgebunden longieren lernen (Longenkurs auf www.wege-zum-pferd.de beispielsweise als Anleitung), damit das Pferd seine "Balancierstange" Hals mit verwenden kann als ausgebunden und fehlerhaft, wie ich es oft in den Reitställen sehe, wo man meint, der Ausbinder würde alles richten.

Teufelskralle wirkt nur in Zusammenhang mit etwas anderem, weiß nimmer genau, was und lindert nur Beschwerden. Ich habe einen Futterzusatz gegeben, der den Stoffwechsel dazu anregt, wieder selbst ausreichen Synovia (Gelenkschmiere) zu produzieren. Man kann den Futterzusatz nach einiger Zeit absetzen.

Und sollte das alles nichts helfen, gibt es noch den Medizinschrank, aber wie gesagt, man beginnt mit dem nebenwirkungsfreisten und greift erst zu massiverem, wenn das nicht mehr hilft. Vorsicht mit Schmerzlinderung, denn Schmerzen sind ein Schutzmechanismus, dass die Pferde nicht meinen, sie wären gesund und sich selbst Schaden zufügen.

Spat hat übrigens nahezu jedes Pferd über 7 Jahren, nur sind die meisten schmerzfrei, weshalb man das nur aus Zufallsbefunden weiß, hat mir meine Tierärztin gesagt. Daher werden sie nicht behandelt und viele bleiben auch bis an ihr Lebensende schmerzfrei.

Hab da noch was vergessen: Ich würde keinen Spatbeschlag drauf machen lassen, sondern sehen, dass ich mir einen guten Huforthopäden suche. Habe erst von einer Freundin gehört, wie ruiniert die Hufe waren mit dem Spatbeschlag und wieviel besser ihr Pferd jetzt läuft, nachdem der Huf einmal komplett als Barhuf durchgewachsen ist. Auch meinen lasse ich nun barhuf laufen, wobei ich mich schon vorher immer gegen Spezialbeschlag gewehrt habe.

Und meine Huforthopädin lässt sich nicht auf alle 2 Monate ein. In der Zwischenzeit könnte viel zu viel falsch wachsen. Sie kommt alle 4 Wochen, verlangt aber nicht mal die Hälfte von dem Schmied, den ich vorher alle 6 Wochen brauchte.

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Es gibt eine neue? Behandlungsmethode. Es ist ein Mittel, das in Holland entwickelt wurde. Das Pferd bekommt das Mittel als Infusion. Es soll angeblich das vermehrte Knochenwachstum stoppen, das Gelenk an den notwendigen Stellen versteifen, und die Schmerzen sind weg. Die Lahmheit damit auch. Das Pferd ist wieder "normal" einsetzbar.

Es versteht sich von selbst, dass man mit einem Spatpferd keine abrupten Wendungen und Stops mehr reitet.

Ein Pferd aus meinem Stall wurde vor einer Woche so behandelt. Ob es wirklich dauerhaft wirkt, kann ich dir erst in ein paar Wochen sagen. Im Moment ist das Pferd (ein übergewichtiger Haflinger) beschwerdefrei.

Die Besitzer reiten ihn viel geradeaus ins Gelände.

Wenn es dich interessiert, kriege ich bestimmt raus, wie das Mittel heißt. Ich weiß nur, dass es in Deutschland (noch) nicht zugelassen ist. Aber unser Tierarzt kann sicher weitere Infos rausrücken. Vielleicht wissen auch die Besitzer mehr darüber. Ich kann sie fragen.

hey danke ja davon hab ich auch schon mal gehört aber weil mein pferd warscheinlich eine art von spat hat bei der diese infusion nicht wirken soll das hat jedenfalls die tierärztin gesagt aber danke trotzdem ich informier mich da nochmal genauer drüber LG

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Also, ich hätte auch fast mal ein Pferd mit Spat gekauft und habe mich dementsprechend darauf vorbereitet. Es gibt mehrere Dinge die man bei so einem Pferd bei Fütterung, Haltung etc. beachten soll. Hier sind die wichtigsten Sachen (Pferdewiki)

Die phytotherapeutische Behandlung bei Spat

Bei starken Entzündungen haben sich äußerlich feuchte Umschläge mit Arnikatee bewährt. Ein Angußverband, der tagsüber oder nachts einwirken kann, kann hier schnell eine Schmerzlinderung bringen. Arnika wirkt stark entzündungshemmend, schmerzlindernd und abschwellend. Auf 1 Liter Wasser berechnet man mindestens 150 Gramm Arnikablüten, die man sich in der Apotheke besorgen kann.

Innerlich kann man dem Pferd Teufelskrallenwurzel geben. Täglich 30-50 Gramm der Wurzeln, die Nachts in Wasser eingelegt werden, mit unter das Futter geben. Die Einweichflüssigkeit sollte auch mit unter das Futter gegeben werden. Diese Kur gibt man 6 Wochen lang, 3 mal im Jahr, oder nach Bedarf. Die Wurzel schmeckt sehr bitter, deswegen sollte man sie mit viel Mash, Kraftfutter oder eingeweichten Rübenschnitzel verfüttern.Teufelskrallenwurzel darf nicht angewendet werden bei Magengeschwüren!

Anstatt von Teufelskrallenwurzel kann man auch getrocknete Weidenrinde oder Mädesüßkraut (Spierkraut) geben. Täglich 30-50 Gramm mit unter das gewohnte Futter geben. Diese Kur sollte auch 6 Wochen dauern und kann 3 mal im Jahr wiederholt werden. Beide Kräuter wirken ebenso entzündungshemmend und leicht schmerzstillend.

Außerdem kann einem Pferd täglich 30 Gramm Löwenzahnwurzel, Löwenzahnblätter oder 30 Gramm eingeweichte Mariendistelsamen (samt Einweichwasser) gegeben werden.Das stärkt die Leberfunktion. Eine Kur sollte 6 Wochen andauern und mindestens 2 mal im Jahr wiederholt werden.

Die Haltung, Pflege und Behandlung

Spat-Pferde sollten in Offenstallhaltung gehalten werden oder täglich 8 Stunden Auslauf haben, da durch die Bewegung die Gelenkschmiere stetig läuft und somit weiteren Verschleiß der Gelenke nicht begünstigt.

Übermäßiges Training der Pferde sollte unterbunden werden. Regelmäßiges Reiten in sanftem Tempo ist durchaus wünschenswert, sofern das Pferd keine Schmerzen dabei hat und sich auch willig zeigt. Bei Tempo-Widersetzlichkeiten sollte man auf das Pferd Rücksicht nehmen. Übermäßige Versammlung begünstigt das fortschreiten von Spat ebenfalls.

20-minütiges warm Reiten im Schritttempo sollte auch eingehalten werden, denn erst dann läuft die Gelenkschmiere vermehrt.

Alle 2 Monate sollten die Hufe vom Hufschmied oder Hufpfleger zugerichtet werden, um Fehlstellungen der Hufe und somit auch des Skelettes zu vermeiden. Ganz wichtig: Grundsätzlich mindestens 1 mal im Jahr einen Pferde-Osteopathen kommen lassen, der Wirbelblockaden, Hüftfehlstellungen, usw. korrigiert. Ohne diese Knochen-Korrekturen kann sich Spat verschlimmern, da die gesamte Statik vom Skelett des Pferdes nicht mehr stimmig ist.

Pferde in großräumigen Ausläufen, Weiden und Paddocks halten, da sich sonst die Verletzungsgefahr erhöht, wenn mehrere Pferde auf zu engem Raum gehalten werden.

Die Fütterung bei Spat

Silage-Fütterung vermeiden. Insbesondere Maissilage enthält zuviel Phosphor. Dies fördert einen gestörten Knochenstoffwechsel. Lieber viel Heu verfüttern. Mit Getreidefütterung und Weizenkleie geizen. Eingeweichte Rübenschnitzel enthalten viel Calcium, die die Knochen zur Gesunderhaltung benötigen.

Kohlensaurer Futterkalk (= Ca Co 3) kann ergänzend hinzu gegeben werden zum Futter, da es extrem viel Calcium enthält. Man kann es zum Getreide oder zum Mash hinzu geben, falls man auf Getreidefütterung nicht verzichten möchte.

Das Ganze wirkt vllt. erstmal viel, aber man kann einige Dinge berücksichtigen (z.B. Offenstall) und die Sachen wie Umschläge oder Ergänzungfuttermittel schaffen eine gute Grundlage für die weitere Behandlung. Ich hoffe ich konnte helfen?

naja das alles hab ich auch schaun bei pferdewiki gelesen aber hast du das selbst ausprobiert und hats geholfen ??

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@Puschel12345

Ja klar. Habe doch geschrieben das es von Pferdewiki ist ;D

Ja, eine Freundin hat ihr Spatpferd so wieder reitbar gemacht. Also ist natürlich klar das es bei jedem Pferd anders wirkt, aber ich finde diesen Ansatz der natürlichen Mittel besser als wenn man sich von seinem Tierarzt chemische Mittel verschreiben lässt. Ich würde es auf jeden Fall ausprobieren, wenigstens die Umschläge..

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