Pferde ohne Wurmkur entwurmen (Alternativen)?

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8 Antworten

Das Thema Wurmkur ja oder Wurmkur nur auf Bedarf ist seit längerer Zeit schon sehr heiß diskutiert. Auch unter Medizinern gibt es komplett konträre Auffassungen. Die Lösung bei Pferden heißt deshalb mittlerweile für viele: selektive Entwurmung. Zusammen mit penibler Weidehygiene hat sich das als wirkungsvollste Methode gegen Würmer herausgestellt.

Generell ist Weidehygiene eines der wirksamsten und natürlichsten Mittel der Wurmbekämpfung. Mindestens einmal wöchentlich sollte die Weide abgeäppelt werden. Ist es warm (alles, ab ca. 14 Grad plus) und feucht - dann alle zwei Tage.

Wurmkuren sind Gifte (die Würmer sterben schließlich nicht vom gut Zureden), welche die Darmflora und die Leber des Pferdes belasten und zudem durch das Ausscheiden der Pferdeäpfel die Mikroorganismen im Boden vergiften. Deshalb kann ich es sehr gut nachvollziehen, wenn man die Chemiekeule nicht prophylaktisch in sein Pferd drücken möchte.

Aber viele der natürlichen Methoden gehen davon aus, dass ein gewisser Wurmbefall in Ordnung ist. Diese Meinung teile ich selber nicht. Die Homöopathischen Mittel wirken in der Regel so, dass sie den Wurmbefall in Grenzen halten wollen, damit kein über,mäßiger Wurmbefall stattfindet. Bei der Homöopathie muss man dann aber ganz genau wissen, welche Würmer man gerade bekämpfen muss, weil nur das Cuprum oxidatum nigrum und das Calcium carbonicum tatsächlich gegen alle Würmer helfen sollen, der Rest nur gezielt gegen bestimmte. Mir wäre das zu kompliziert.

Ich habe dann noch einen Artikel entdeckt, der Wurmbefall mit Kräutern bekämpfen will, weil es eine Vielzahl von Kräutern gibt, die wurmabweisend wirken bzw. die Darmschleimhaut aufbauen und das Immunsystem unterstützen sollen. Folgende Kräuter führen laut diesem Artikel zur  Unterstützung einer Entwurmung (Mengenangaben bezieht sich auf eine Gabe): 6g Labkraut, 5g Wermut,5g Pfefferminze, 3g Tymian, 3g Brennessel, 2g Ulmenrinde, 2g Quassiaholz, 2g Kürbiskerne, 1g Papayablätter, 1g Knoblauch => 30g pro Portion (erwachsenes Pferd). Diese Kräuterkur verabreichen wir zweimal an 4 aufeinanderfolgenden Tagen mit 14 Tagen Abstand dazwischen.

Auch das Wundermittel Propolis soll bei Würmern helfen: 
Propolis beinhaltet jede Menge Vitamine, Mineralstoffe und Flavonoide. Es stärkt das Immunsystem und wirkt besonders gegen Bakterien und Pilze. Bei seinem Einsatz als immunstärkendes Mittel wurde zudem eine antiparasitäre Wirkung beobachtet, weswegen es nun auch zur alternativen Entwurmung zu empfehlen ist. Die Empfehlung lautet: 1 l destilliertes Wasser mit 30ml reiner Propolistinktur mischen, gut schütteln, 2 x im Jahr über 8 Tage , 1 x täglich 2-3 Esslöffel (Großpferd), 1-2 Esslöffel (Pony) über das Futter geben.

Ist mir persönlich auch zu vage. Wir halten es bei unseren Pferden so, dass die Weiden peinlich sauber gehalten werden und alle paar Wochen das Kot untersucht wird. Und sollte es einen Wurmbefall geben, wird eine entsprechende Wurmkur verabreicht, was bei uns erstaunlich selten der Fall ist. Von prophylaktischer Wurmkurgabe halte ich aber auch nichts.

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Hallo, 

ich gebe alle 3 Monate eine Kotprobe ab und entwurme mit Wurm-o-Vet. 

Man kann sich allerdings auch aus einer reinen Kräutermischung selbst was zusammen mixen. Würde mir dazu einen Tierheilpraktiker suchen, welcher mit Naturheil - und Kräuterkunde arbeitet. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

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Kräuterwurmkuren - z.B. Nels vertreibt das.

http://www.tierheilkundezentrum.de/kraeuter-pferd-hund-katze/

Pferde sind entgegen Hunden oder Katzen aber immer wurmig - bei Pferden heisst es die Population gering zu halten.

Ich mache beim Hund auch nur eine Kräuterwurmkur sollte es nötig sein. Ich mische meine  WK selber.

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Hallo,

die Wurmkur an sich ist eigentlich nicht so schädlich, wie immer behauptet. Schlimmer ist bei starker Verwurmung die mögliche Knäulbildung der Würmer. Denn wenn die Wurmkur verabreicht wird, könnte es zu dieser kommen. Die Würmer scheiden außerdem toxische Stoffe aus und das ist das eigentliche Übel. Ich empfehle 2 - 3 Tage vor der Wurmkur Leinsamenschleim (entsteht beim Aufkochen und ist auch wichtig wegen der Blausäure! - kann mehrmals aufgekocht werden) zu geben und das auch wieder 2 - 3 Tage nach der Wurmkur zu machen. Zudem sollte immer eine Kotprobe gemacht werden. Dafür 3 Tage lang eine walnussgroßes Stück Kot in der Tüte sammeln, vermischen und abgeben. Dann kann der Tierarzt entscheiden, welches Wurmmittel gegeben werden soll. Außerdem kann man immer mal wieder Apfelessig oder Obstessig ins Trinkwasser geben oder mit Wasser gemischt übers Heu verteilen. Die Weidehygiene ist unumgänglich. Hier kann neben Abäppeln auch Kalk eingesetzt werden. Früher wurde den Pferden Karotte, Zwiebel und Knoblauch im Brötchen verabreicht :-) Scheint geholfen zu haben...

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Hi, ich bin Tierheilpraktikerin und habe mich auch schon mit dem Thema beschäftigt. Klar sind Wurmkuren das pure Gift aber ich finde alle natürlichen Alternativen problematisch. Wenn eine Verwurmung vorliegt wirken diese Mittel nicht ausreichen.

Ich empfehle meinen Kunden immer folgendes

Zum einen eine selektive Entwurmung, das heisst du schickst eine Kotprobe ein (über den Tierarzt oder du wendest dich direkt an Labore) und lässt diese auf Wurmbefall untersuchen. Das ist nicht teuer. Der Vorteil ist zum einen dass du sieht ob überhaupt ein Wurmbefall vorliegt, zum anderen falls dies der Fall ist weisst du gleich welche Art von Wurm und bekommst das passende Mittel empfohlen.

Wenn dein Pferd befallen ist kannst du es vor, während und nach der Entwurmung homöopathisch und phytotherapeutisch unterstützen (hierzu am besten an eine THP in deiner Nähe wenden, das kommt nämlich individuell aufs Pferd an)

Ausserdem kann deine THP dir Fütterungstipps geben wie man es den Würmern "unbequem" macht sodass sie das Pferd nicht so stark befallen.

So mache ich es denn selbst mir wäre ein unkontrollierte Verwurmung zu riskant. Aber in den meisten Fällen reicht die Kotuntersuchung denn viele Tiere sind gar nicht so verwurmt wie man immer denkt

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leomaus11 04.07.2016, 12:29

Danke für deine Antwort :) Kannst du mir vielleicht sagen, wie viel so eine Kotuntersuchung ca. kostet? :)

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friesennarr 04.07.2016, 12:51
@leomaus11

Zwischen 8 und 15 Euro je nach Labor und TA.

Die Kotuntersuchung ist aber nicht immer zuverlässig, je nach Eiablagezeitpunkt kann in einem oder sogar mehreren Appeln keine Wurmeier sein, das Pferd aber trotzdem relativ stark verwurmt. Es gehört auch immer das Erscheinungsbild vom Pferd mit in die Beurteilung.

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Dahika 04.07.2016, 13:23
@friesennarr

8 oder 15 Euro? Das Labor möchte ich sehen. Oder die Info ist Jahre her. Ich habe das auch mal gedacht, und nicht schlecht gestaunt, als ich die Rechnung vom TA bekam.
Man kann sich allerdings so ein Kit aus dem Internet auch selbst bestellen und einschicken. Aber unter 20 bis 25 Euro kommt man nicht weg.

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VanyVeggie 04.07.2016, 15:00
@friesennarr

Deswegen sollte man die Kotprobe auch über mehrere Tage (mindestens 3) sammeln. 

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Serayla 04.07.2016, 20:46

Die Preise variieren natürlich. Bei uns ist es über den TA teurer als selbst das ganze direkt ins Labor zu schicken. Wenn du es über den TA machst kannst du ja fragen was das Ganze kostet. Mehr als 35€ habe ich selbst aber noch nicht gezahlt. ich gebe auch friesennarr recht, man muss das Erscheinungsbild und evtl. Symptome die das Pferd zeigt mit in Betracht ziehen.

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Mein Tipp: Mach es nicht! Ich bin auch Freund von Alternativen und habe es damals bei meinem Pferd gemacht. Pferde haben immer Würmer. Zwei Mal im Jahr sollten sie wenigstens entwurmt werden. Wildpferde werden nicht entwurmt, richtig. Aber Wildpferde ziehen von Weideland zu Weideland und fressen ihre eigenen Würmer nicht wieder...

Bei meinem Pferd ist die alternative Wurmkur bestens vertragen worden. Blöder Weise war er nach ca. einem halben Jahr dann so verwurmt, dass er ne üble Kolik hatte, die ihm das Leben hätte kosten können.

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Dahika 04.07.2016, 13:25

wenn ich das schon höre: Wildpferde... wenn Wildpferde krank werden, werden sie gefressen. Fertig.

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TygerLylly 04.07.2016, 13:30

Parasiten würde ich jetzt aber erstmal nicht als Krankheit bezeichnen...

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Sallyvita 04.07.2016, 13:57
@TygerLylly

Parasit keine Krankheit? Dann guck mal, was Parasiten sind und was sie verursachen:

Parasiten schwächen unter anderem das Immunsystem des Wirts, rufen Entzündungen und allergische Reaktionen hervor (z. B. Ekzeme mit Juckreiz), bewirken chronische Krankheiten, Stoffwechselstörungen und teils gravierende Organschäden, Wachstumsstörungen und Störungen des Hormonhaushalts sowie des Säure-Basen-Gleichgewichts im Wirtskörper. Parasiten leben demnach mit ihrem Wirt nicht etwa in einer sog. Symbiose, die beidseitig Vorteile brächte, sondern sie nutzen ihren Wirt einseitig aus. Durchweg wird der Wirt dadurch in mehrfacher Hinsicht geschädigt: Der Parasit verletzt die Haut, zerstört Gewebe, scheidet giftige Stoffwechselprodukte aus, entzieht Nährstoffe. Besonders Spulwürmer und Bandwürmer können bei Pferden durch starken Befall erhebliche Mangelernährung verursachen. Bei Jungpferden kann sogar das Wachstum fundamental gestört und bleibend gehemmt werden. Schließlich bewirken speziell innere Parasiten aufgrund ihrer Wanderungen durch innere Organe erhebliche Gewebeverletzungen, die bei Pferden manchmal als Spätschäden (u. a. in Lunge und Darm) stärker hervortreten, aber nicht mehr zu therapieren sind. Erkrankungen, die durch Parasiten hervorgerufen werden, bezeichnet man als Parasitosen.

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TygerLylly 04.07.2016, 14:13

Wie immer macht die Dosis das Gift. Ein Hund mit einer Zecke ist auch "von Parasiten befallen", aber wohl nicht den Tode geweiht. Und komplett wurmfrei ist ein Pferd auch nie. Wurmkuren verhindern nur unkontrolliertes Vermehren

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Ja, das solltest du machen. Die Würmer in deinem Pferd feiern dann Freudenfeste und vermehren sich eifrig.

Es gibt keine Alternative zur bösen Chemie. Ein Bekannter von mir hat mal sein Pferd längere Zeit homöopathisch entwurmt. Das Ergebnis war ein so stark verwurmtes Pferd, dass es in die Klinik musste, weil die Blutwürmer sich vor dem Darmausgang drängelte - wie gesagt: Party - und das Pferd eine lebensgefährliche Kolik bekam.

Was du machen kannst/solltest, ist selektiv entwurmen. Also regelmäßig Kotproben einschicken und nur dann entwurmen, wenn es nötig ist. Aber dann bitte mit Chemie.

Das sagen übrigens auch Tierheilpraktiker, dass es zur Chemie keine Alternative gibt.

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kotprobe analysieren lassen und dann gezielt entwurmen.

alles andere ist sinnlos.

man entwurmt heutzutage nicht mehr auf allgemeinen verdacht, sondern gezielt nach bedarf.

hausmittel sind da keine alternative.

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