Pferde, gewaltfrei arbeiten

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9 Antworten

Ich bin mit MR auch nicht komplett einverstanden... teilweise muss man seiner Meinung nach Aufgaben in viel zu kurzer Zeit lösen. Gute Ansätze hat aber auch er... Man muss sich aus jeder Trainingsmethode eben das raussuchen, was einem selbst am sympathischsten ist, denn die 100% richtige Methode für alle gibts eben nicht.

Aber trotzdem: Du hast ein besseres Verhältnis zu deinem Pferd, wenn du sein Chef bist, als wenn du ein Kumpel bist. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass sowohl der Chef als auch der Kumpel Vertrauen in einem gewissen Maß genießen, aber nur der Chef auch Respekt - und der ist nötig, damit du als kleines zartes zerbrechliches Menschlein den Umgang mit deinem Hoppa unbeschadet überstehst. Pferdeliebe tut einem Menschen nämlich ganz schön weh... wenn dein Pferdekumpel nett sein will und dir den Rücken kratzt, fehlt dir ein Stück, dabei hat der das nur gut gemeint. Beim Chef traut der sich das nicht ungefragt! Deswegen: Deiner Gesundheit zuliebe, sei der Chef! Noch dazu nimmst du dem Pferd damit die Verantwortung, die du ihm sonst aufbürdest -nämlich die, nicht nur für sein eigenes, sondern noch für ein zweites Überleben zu sorgen.

Es ist vor allem wichtig, wenn du für dein Pferd ein leittier sein willst, immer konsequent zu bleiben, dann hast du das vertrauen sicher. Allerdings gibt es natürlich Sonderfälle, die schlechte Erfahrungen hatten und denen man erst wieder Zeigen muss, dass Menschen nicht schlimm sind, bei ihnen ist vor allem viel bodenarbeit (z. B. Nach parelli oder Linda tellington Jones) wichtig, oft kriegt man es damit wieder gut hin:) Aber bei manchen Pferden sitzt die angst so tief, das Sie auch nach Monaten intensiver Beschäftigung noch misstrauen gegen Menschen hegen, bei solchen ist ein joinup nicht unangebracht, da dem Pferd eigentlich nichts anderes übrig bleibt sich einem anzuschließen (dauert je nach Pferd eher kurz oder auch sehr lange). Sonst bin ich eher ein gegner des joinups, da es wie die anderen schon gesagt haben bei falscher Anwendung (was seeeeehr schnell passiert) nur psychischer Stress ist ( z. B. Habe ich über eine Studie gelesen,wo ein join up mit einem ferngesteuerten auto durchgeführt wurde und es hat geklappt....) Trotzdem lerne ich immer wieder gerne dazu, also berichtigt mich ruhig;)

20sonny08 23.01.2013, 20:51

Sry ich habe überlesen, dass du ein ,,Kumpel" sein willst und kein leittier....leider gibt es das bei Pferden so nicht, aber es gibt gerechte und ungerechte leittiere, die 1. Strafen nur angebracht und bleiben immer konsequent und gerecht ( vertrauen ist sicher) die 2. Stehen immer unter stress ihre anführerposition zu verlieren und sind daher nicht immr gerecht und konsequent, daraus folgt, dass die Herde unsicher wird und sich nicht mehr sicher fühlen kann. So kannst du ihre Sprache ,,übernehmen" und ihnen Sicherheit geben, wie Sie es instinktiv kennen:)

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Du musst natürlich dem Pferd zeigen hey du kannst mit mir nicht machen was du willst, also in gewissermaßen schon ein Chef aber ein netter und verständnisvoller und vor allem ein gerechter Chef. Aber du kannst ja trotzdem mehr so Kumpelhaft mit dem Pferd sein. Und ich bin auf jeden Fall dafür Lektionen dem Pferd gewaltfrei beizubringen. Sonst hat das Pferd nur Angst und das will man ja nicht erreichen, sondern dass das Pferd einem blind vertraut und dazu muss man ihm zeigen was es darf und was nicht, man muss dem Pferd Zeit geben und es nicht hätzen, man sollte es belohnen besonders junge Pferde damit sie wissen dass sie was richtig gemacht haben (Aber natürlich nicht zu viel), und man sollte sein Pferd natürlich immer gut pflegen und verständnisvoll sein. Ein Pferd versteht nicht immer auf Anhieb was man von ihm will es ist auch ein Lebewesen das unsere Sprache nicht versteht also muss man ihm anders zeigen was man von ihm möchte. Na ja also ich bin auf jeden Fall auf deiner Seite und finde das man gewaltfrei mit dem Pferd arbeiten sollte. LG

Du musst bei einem Pferd die dominantere Rolle übernehmen, jedoch kannst du dies auch tun, ohne mit Gewalt zu arbeiten.

Ein Kumpel ist hier fehl am Platz. Wenn du die Sprache der Pferde verstehen möchtest, setz dich neben eine Koppel und beobachte.

Ein Pferd braucht einen Chef um sich sicher zu fühlen und dem er folgen kann, es sei denn natürlich es ist der Chef, aber dann muss der Rangniedere nach seiner Pfeife tanzen - es wird niemals auf gleicher Höhe mit Dir sein, wenn du nicht Chef wirst, wird es Dein Pferd- und das ist eher kontraproduktiv, denn dann musst du machen was dein Pferd möchte und dann naja... nix mehr mit reiten..... ;-)

MR macht nur das gleiche, was auch in der Herde passiert. Vor allem sehr gut zu beobachten, wenn man ein neues Pferd integrieren möchte, das ist das Join up und das machen die Pferde untereinander genauso. Ich halte viel von MR, weil ich damit gerade bei Problem- und Jungpferden immer nur positive Erfahrungen machen konnte.

Aber versteife dich mal nicht auf irgendwelche Leute, die irgendwas machen oder sagen- sondern mach dein eigenes Ding. Beobachte die Pferde und lerne daraus, nur das kann dir den richtigen Weg zeigen.

Join up bricht die Pferde seelisch. Es wird massive Psychischer Stress auf die pferde ausgeübt um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Wer ein geschultes Auge hat erkennt unter welchen Stress die Tiere stehen.

Wir hatten schon Pferde die Menschen angriffen. Was man da braucht ist einfach Geduld und Spucke.

Eine Stute die zu uns in Ausbildung kam hatte so eine Angst vor Menschen das sie sich auf den Boden warf und schwitzte zitterte sobald jemand die Box betrat.

Mitleid ist weder hilfreich noch angebracht. Sondern die richtige Energie macht es. In diesem Fall und so wieso in den meisten heißt Ruhe und Sicherheit vermitteln. Join up hätte dieses völlig verstörte Pferd zum Kollaps getrieben.

So standen wir oft Stunden lang in ihrer Nähe, so nah das sie nicht in Panik geriet. Und jeden Tag etwas näher. Mittlerweile reitet ein kleines Kind auf dem Pony und sie ist zwar immer noch ein unsicheres Pferd hat aber ihren Menschen dem sie vertraut gefunden und liebt es geputzt zu werden. Das war damals gar nicht denkbar dieses Pferd überhaupt an zu fassen geschweige denn ein Halfter auf zu ziehen.

Ruhe! Das ist das wichtigste Mittel. Geduld und das Verstehen der Körpersprache die sehr Komplex ist. Am besten lernt man sie in dem man eine Herde beobachtet die gut gemischt ist.

Wenn du was von der Materie verstehst wirst du das Leitier und die einzelnen Freundschaften, Rangordnungen und die Ausnahme Regelungen vom Kofferträger des Chefs gleich erkennen. Wer ist wem zu getan. Wer geht sich aus dem Weg und wer weicht?

Du wirst merken das es manchmal ganz ohne Ohren anlegen co geht das ein Pferd sich platz verschafft. Allein die Art und weise wie sich ein Pferd den anderen nähert, aus welcher Richtung mit welcher Energie im Schritt. Ein Chef zögert nicht^^

Dabei wirst du auch unterschiedliche Charaktere erkennen.

Die Körpersprache ist wirklich Komplex.

Bei meinen erkenne ich schon am Ohrenspiel was Sache ist. Und das hilft mir nicht überrascht zu werden wenn mein Pferd etwas gesehen hat was ach so gefährlich ist und ich weiß gar nicht was los ist.

Leseratte98 23.01.2013, 18:45

Eine wirklich tolle Antwort! Respekt :)

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kathleen1995 24.01.2013, 19:07

Gute Antwort, ich meine auch: Die Pferde in der Herde lange und oft beobachten, das hilft mehr, als sich auf eine Person zu versteifen. Jede Herde, jedes Tier ist anders.

Zu MR, das Join Up wird mit solchen Pferden wie du hier beschrieben hast auch nicht gemacht, da geht man anders vor, das macht auch kein MR. Join Up dient zur Klärung der Rangordnung, gerade bei dominanten, respektlosen Pferden und anschließend stärkt es in dem Bezug das Vertrauen, was einem Chef entgegen gebracht werden kann/wird/sollte. Join Up bricht keine Seelen, man darf es aber natürlich nicht bei solchen Pferden anwenden- wie du hier beschrieben hast- das ist klar. Für die andere Sorte Pferd ist es sehr positiv und Erfolgsversprechend.

Der Rest wirklich gute Antwort!

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DennisG8 25.01.2013, 10:25
@kathleen1995

Ich habe von den beiden die sich da "Pferdeflüsterer" nennen einfach nichts gutes erfahren! Einfach nur Show... wenn man danach geht das man ein Pferd versteht dann ist meine halbe Familie Pferdeflüsterer. Wir würden uns aber nie so nennen und keine Shows damit füllen weil es unverhältnismäßig wäre.

Sobald man eine Show daraus macht leidet die Qualität!

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kathleen1995 25.01.2013, 16:42
@DennisG8

Mag sein, aber Andrea K. macht Kurse, lernt es anderen und hilft Pferden ohne eine Show zu machen. Wie MR auch, du meinst sicher die beiden, die mal bei Vox waren.

Im Grunde genommen sehe ich das mit der Show nicht so streng, alle Menschen wollen leben und müssen Geld verdienen, das ist ihre Art dies zu machen. Wenn sie gut Show machen können, Erfolge vor zeigen können usw. warum nicht? Martin Rütter macht auch Show und ist Trainer, der Erfolge vorweißen kann... Das sehe ich jetzt nicht so verbissen, schließlich müssen alle was essen. Außerdem lieben sie die Arbeit, warum soll man dann damit kein Geld verdienen dürfen?

Pferd verstehen bedeutet weit aus mehr, als zu wissen, das es ein Herden- und Fluchttier ist, das weis meine Familie auch, ohne das sie was mit Pferden zu tun haben- manche Sachen sind viel tiefgründiger und Leute die sich damit Jahrelang beschäftigen, Wildpferde beobachten, Gesten studieren wissen um einiges mehr, als jemand, der meint- ich habe ein Pferd und habe es mal wiehern hören. Warum sonst gibt es bei manchen so viele Probleme zwischen Mensch und Pferd, würde jeder die Pferde verstehen, würde es ja nie Probleme geben->Ich bin oft krank (Erkältung), trotzdem bin ich kein Arzt und weis immer was zu tun ist..........

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DennisG8 26.01.2013, 01:16
@kathleen1995

Ne ich meine Kutsch definitiv nur sie und Roberts. Her je ich habe es doch selbst erlebt was sie den Pferden antun.....Ich mache es nicht allein an ihre Show fest sondern an Persönlichen Erfahrungen....

In meinen Augen Geldgierige Hunde auf Kosten der Tiere!!!

Ich habe eine extrem Dominante Stute die seither immer Leitstute gewesen ist und klare regeln braucht. Eine Araberstute bester Güte und allem was man sich von Arabern so verspricht.

Glaubst du ich habe es mit Methoden von MR oder Kutsch geschafft das diese Stute mir folgt?

Glaubst du ich habe meine Pferd wie blöde in die Runde geschickt und von mir weg geschickt?

Mein Pferd gedopt und ihr ne blöde Mütze mit nicht mehr als ein paar Schlitzen zum sehen über den Kopf gezogen?

Sicher nicht!

Oder sie mit einem Bauzaun auf den Hänger gepresst?

Ich bin mit Pferden Groß geworden... meine Eltern haben seit 30 Jahren Pferde....und wir hatten viele gestörte Pferde bei uns...ein Ausbildungspferd war nur wegen kutsch so gestört!

Wie kann man einen Paso versuchen seinen vierten Gang ab zu gewöhnen? Kannst du mir das mal erklären welchen Sinn das hat?

Das arme Tier war so wirr das es nur noch bockte stolperte und so wütend das es Menschen angriff. Die Besitzerin stand heulend vor uns weil sie ihr Pferd bei Kutsch teuer in Ausbildung hatte gegeben sie dieses nicht mal als Abschluss vor geritten hatte und die Reitlehrerin sich fast alle Knochen brach. Das Pferd war fast Schlachtreif!

Und jetzt willst du mir erzählen das die toll sind?

Sorry... aber ich rede aus Erfahrung!

In 30 Jahren und all den gestörten Pferden mussten weder meine Eltern noch ich auf Methoden von diesen Stümpern zurück greifen.

Warum bloß schlagen Verhaltensforscher Alarm wenn sie MR oder Kutsch hören?

Weil die keine Ahnung haben?

Klar die machen das ja auch nur ihr ganzes Leben haben Dr. Arbeiten geschrieben etc. Und auch die haben Wildpferde über viele Jahre beobachtet!

Du willst mir hier doch wohl nicht dieses "leute" Schmackhaft machen und erzählen die hätten Ahnung?

Martin rütter schau ich auch nicht! Lieber schaue ich mir Dokus über Wölfe an, gibt mehr Aufschluss als Hund mit Wasserpistolen zu jagen. Martin Rütter dopt Hunde nicht und versucht ihnen auch nicht natürliche Verhaltensweisen ab zu erkennen so wie dem Paso seinen Paso lano gang zu verbieten wie es Kutsch gemacht hat. Nur mal so am Rande.

Das einzige wovon die Ahnung haben ist Geld verdienen und Leuten was von "Wundern" Erzählen.

Den Kram mit Pferdeflüsterer auf Vox schau ich nicht! Ich lese lieber Gute Bücher über Verhalten oder beobachte selber Stundenlang die Pferde als Herde.

Ich habe dort früher im Sommer sogar zwischen den Pferden geschlafen!

Erfolge? Was für Erfolge? Er bricht Pferde um sie in einer Halben Stunde ein zu reiten! Wo ist das Erfolg? Das ist ein Armutszeugnis!

Sorry aber überzeugen kann mich keiner von diesen Stümpern!

Meine Pferde sind alle lieb, normal und dürfen auch Pferd sein. Dominanzprobleme sind uns Fremd und abgeworfen wurde ich von meinem Nachwuchspferd noch nie!

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In gewisser Weise halte ich eine "dominante" Rolle schon für wichtig -> ohne Respekt kein Vertrauen (ist meinesachten auch bei Menschen so). Aber Respekt muss man ja weder mit psychischer noch mit physischer Gewalt erreichen. Und Pferde vertrauen ihrem Leittier oft am meisten ;). Das zeigt schließlich, wo es Futter gibt und wenn das Leittier bei etwas gefährlich wirkendem voran geht, folgen auch die anderen Pferde. Meines Erachtens lernt ein Pferd vor allem mit viel zusammen verbrachter, positiver Zeit, dir zu vertrauen ;). Von MR halte ich nicht so viel - ich denke nicht, dass man eine Vertrauensbindung von jetzt auf gleich schaffen kann ... Ich übe auch noch in der "Pferdesprache", aber das ist es, was mir bis jetzt sehr wichtig erschien. ^^

KOLFANN 23.01.2013, 19:28

Und wie vermittelst du deinen Pferden das du das leittier bist?

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kathleen1995 25.01.2013, 16:26
@KOLFANN

In dem man sich durchsetzt, immer. Wenn das Pferd nach links gehen will obwohl du nach rechts willst, musst du dich so sehr durchsetzen, bis das Pferd mit nach rechts geht. Wenn es den Huf nicht hoch geben will, setz dich so lange durch, bis es dir den Huf gibt, erst dann loben und aufhören. Lass dich nicht schupsen, auch nach dir schnappen darf es nicht. So in etwa :-)

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Leseratte98 25.01.2013, 20:20
@KOLFANN

Indem ich mich "benehme" wie eines. Nicht rumschubsen oder wegdrängeln lassen, du bist der Chef, du gehst auf "Gefahren" zu, bist nie unsicher, zeigst mit deiner Körperhaltung, dass du dominant bist. Konsequenz gehört natürlich auch dazu - ohne Konsequenz bist du unsicher und damit weniger Respekt- und Vertrauens"würdig". Zeige dem Pferd in jeder Situation, dass es dem Chef vertrauen kann und ihn respektieren soll ;)

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Glaub mir, du machst einem Pferd einen viel größeren Gefallen, wenn du ihm ein vertrauensvoller und würdiger Anführer bist!!

Als "Kumpel" bist du entweder mit dem Pferd in seinem Rang gleichgestellt, oder sogar unter dem Pferd.

Pferde fühlen sich bei dir sicher, wenn du ihnen das Gefühl gibst, du bist in der Lage es vor Gefahren zu beschützen!

Konsequenz heißt nicht gleich, dass du Gewalt anwendest, ganz im Gegenteil, durch Konsequenz weiß das Pferd, dass du Ranghöher bist und mutig genug, eine Herde zu leiten.

Ruhe und Ausgeglichenheit sind bei der Arbeit mit Pferden besonders wichtig!

Die Körpersprache eines kompetenten, souveränen Menschen hat man oder hat sie nicht - Vertrauen erreicht man durch Kompetenz und Konsequenz im Umgang mit Pferden und Pferde sind auch nicht Freunde, sondern Tiere.

Dominanz ist ein starkes Wort - das braucht es gar nicht, wenn man immer klare Ansagen macht, d. h. jederzeit ruhig mit Pferden umgeht, dann folgen sie ganz freiwillig.

Wenn etwas nicht klappt, dann wiederholt man es und kommt so zum Erfolg.

KOLFANN 23.01.2013, 21:40

Also in einem Punkt muss ich dir widersprechen, Ob jmd dein Freund ist oder nicht, ist unabhängig von Tier oder Mensch. Also wenn ich zum Beispiel mein Pferd konsequent dort hin führe wo ich es will, sieht es mich ein kleines stück mehr als leittier an?

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Plattschnacker 23.01.2013, 21:50
@KOLFANN

Das mit der Freundschaft ist Quatsch - der beste Freund eines Pferdes ist immer ein Pferd.

Pferde sehen einen auch nicht als LeitTIERE an - das ist Unsinn. Der Mensch ist eine Führperson und nichts anderes.

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kathleen1995 24.01.2013, 11:47
@Plattschnacker

Stimmt auch nicht ganz, ein Mensch ist ein Raubtier für das Pferd, keine Führperson. Durch die vielen Jahre in Menschenhand und die somit domestizierten Pferde, gehört aber ein Mensch mittlerweile dazu, somit akzeptieren sie die Gesellschaft von uns- anders bei Wildpferden- die sehen dich IMMER als Raubtier, da kann man sich noch so lange hinstellen und sagen "ich bin deine Führperson, folge mir"......

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Plattschnacker 24.01.2013, 12:55
@kathleen1995

Wir reden hier ja nicht von Wildpferden, insofern ist dieser Einwand sinnfrei.

Und wir sind auch keine Raubtiere für Pferde.

Wir reden hier von einem Reitpferd, was sehr wohl weiß, dass wir ihm sein Futter bringen - Gewalt braucht es nicht, bloß Kompetenz im Umgang. Leider, leider wird das in Reitschulen kaum gelehrt, weil die RS ungern theoretischen Unterricht bezahlen wollen.

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kathleen1995 24.01.2013, 18:58
@Plattschnacker

Auch wenn wir über Reitpferde sprechen, es sieht auf keinen Fall einen Menschen als Führperson, diese Position muss sich jeder Mensch "erkämpfen". Sinnfrei ist das keineswegs, weil ein Pferd und es muss kein Wildpferd sein um das zu wissen, uns als Raubtier sieht- ganz einfach weil wir Raubtiere sind.... Wie ich schon sagte, sie sind es gewöhnt mit uns Umgang zu haben- die, die es nicht gewöhnt sind, naja... dann merkt man, dass man ein Raubtier ist. Mein damaliger Friesenhengst und seine Tochter, die jetzt bei mir im Stall steht, waren der beste Beweiß für mich..... Wir sind Raubtiere und werden auch so gesehen- man muss dem Pferd nur gut vermitteln, das wir ihm nichts tun und "Freund" sein wollen. Die meisten begreifen das, aber nicht alle...

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Plattschnacker 24.01.2013, 21:20
@kathleen1995

Schwachsinn.

Ich züchte Pferde, ziehe sie auf, reite sie an, bilde sie aus, stelle sie auf Turnieren vor und ab und zu habe ich völlig vergurkte Korrekturpferde - keines dieser Tiere hat jemals Angst vor mir gehabt, mich als Raubtier gesehen, vielleicht weil ich keine Angst habe, vielleicht weil ich kompetent bin?

Jetzt fehlt eigentlich nur noch, dass Du behauptest, die Pferde laufen weg, wenn Du die offene Hand zeigst, was die Pferde als Raubtierkralle assoziieren... Ich habe das bei vielen Pferden gemacht, keines hat darauf reagiert. :))

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kathleen1995 25.01.2013, 13:39
@Plattschnacker

ja, ja, ja ;-) bleib mal in dem Glauben :-) Nachdem ich vom Vet-Amt schon mehrere Pferde aufgenommen habe, kann ich mit Sicherheit sagen, dass es so ist. Für einen 1 jährigen Friesenhengst brauchte ich fast ein Jahr, seine Tochter ist genauso, ohne schlechte Erfahrungen gemacht zu haben. Nun sag mir nicht es liegt daran, das ich Angst hätte- das wäre ziemlicher blödsinn, ich züchte Shire, das sind ganz andere Kaliber wie kleine Warmblüter, die du in Arbeit hast. Zudem bilde ich seit Jahren Pferde aus, Jungpferde, die selten mit Menschen Kontakt hatten, haben anfangs Angst- ist so. Plattschnacker, die Pferde, die du hattest, kann man glaube ich mit denen nicht vergleichen- Deine Aussage- Korrekturpferde- das spielt überhaupt keine Rolle, denn wir sprechen gerade nicht übers Reiten!

Du scheinst solche Pferde nie in Obhut gehabt zu haben, ein Pferd was noch voll und ganz Pferd ist und kein "Kind des Menschens" Das ist ein riesen Unterschied- es ist klar das du es dann nicht besser weist... Wer im Tierschutz ist und verwahrloste Schlachtpferde rettet, weis da schon etwas mehr drüber... Dort ist es eben Pferd und kein verhätscheltes Baby. Sorry, ist aber so und wenn man davon nicht viel weis... naja ;-) dann sollte man Kommentare wie "Schwachsinn" einfach mal lassen! Willst du mir jetzt erzählen, dass du ein Pferd, was 3 Jahre auf Aufzuchtkoppel stand, zu dir hin galoppiert kommt und sich sagt " Oh da ist ein Mensch- meine Führperson, nun muss ich folgen" Kompletter Blödsinn, zuerst hat das Pferd mal Angst vor Dir.......

Du scheinst auch nicht richtig zu wissen, was wir für eine Art sind, unsere Augen stehen vorn- das haben nur Raubtiere, damit sie räumlich sehen können- glaube nicht, das Pferde dumm sind, wer das glaubt, ist selber ziemlich dumm. Die wissen genau was Sache ist. Gehe mal mit "richtigen" Pferden um, dann lernst du das ;-) Nicht nur an die Pferde denken, die jeden Tag 12 h in der Box stehen und verhätschelt werden

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kathleen1995 25.01.2013, 13:56
@kathleen1995

Achso, noch was, du sprichst von Turnier, Beritt... wo ist denn da das Pferd noch Pferd? Bei dir ist es ja nur Nutzvieh was dem Menschen dienen muss. Ich halte meine Pferde etwas anders. Ich bilde auch aus, aber zu erst soll das Pferd/Fohlen mal lernen Pferd zu sein. Problempferde sind bei Dir wahrscheinlich nur Pferde, die sich nicht gut reiten lassen und alles runter buggeln, hab mal ein richtiges Problempferd.....

Übrigens, warum versuchen junge Pferde als aller erstes Sättel und Reiter von da oben herunter zu buggeln? Das hat seinen Grund, nur ein Raubtier hängt sich dort oben ran.... Die müssen sich daran erst gewöhnen- oder sagst du mir jetzt, alle Pferde, die du ausbildest akzeptieren von der ersten Sekunde Sattel+Reiter und laufen so, als ob sie damit geboren sind? Wenn ja, würde ich jetzt mal behaupten, dass du nie ein Jungpferd unterm Sattel hattest. Die buggeln dich nicht ohne Grund runter.....

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Plattschnacker 25.01.2013, 23:41
@kathleen1995

Oh Mann - ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll - also Du züchtest Bewegungslegasteniker/Trampel - von wegen kleine WB, die haben wenigstens Temperament und Schick. :)

Und die Haltung hat mit verhätschelten Babys nichts zu tun, sie werden überwiegend rund um die Uhr draußen gehalten`damit sich ihr Bewegungsapparat korrekt entwickeln kann; allerdings halten sie uns Menschen nicht für Raubtiere, wie auch, sie bekommen regelmäßig Schmied, Tierarzt und täglich Menschen zu sehen, die nach ihnen schauen, ob sie gesund sind.

Klar sind die schon als Fohlen halfterführig und geben die Hufe und lassen sich überall anfassen - warum sollte so ein Tier einen Menschen als Raubtier sehen?

Was Du für seltsame Ausbildungsmethoden kennst - bei uns werden die jungen Pferde an Ausrüstung und Reiter GEWÖHNT, die buckeln gar nicht, WEIL es eben ruhig und sorgsam gemacht wird (zu dritt) und nicht ruck-zuck und WEIL sie den Menschen von jung auf an kennen.

Womit ich Dir Recht gebe, ich bekomme keine Krücken vom Tierschutz.

In meinem Stall steht kein Pferd 12 Std. in der Box (klassisches Vorurteil von Leuten wie Dir). Stelle Dir vor, auch Sportpferde kann man in großen Gruppen auf der Weide halten, ihnen artgerechten Kontakt mit Artgenossen bieten und viel Auslauf (das macht sie nämlich nervenstark und hält sie gesund).

Wir beschäftigen uns offensichtlich sehr unterschiedlich mit Pferden - ich betreibe keinen Gnadenhof und züchte Sport-Pferde.

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KOLFANN 27.01.2013, 22:55
@Plattschnacker

Also wenn ich auch noch kurz meinen senf dazugeben darf^^: Ich stimme da kathleen schon zu das die pferde uns als erstes mit sicherheit als bedrohung ansehen. Ob wir jetzt Raubtiere für die Pferde sind oder irgendwelche Affen ist dann auch fürs erste egal. Um auf meine Frage zurückzukommen: also ich weis schonmal , dass das mit Freund sein und so mal quatsch ist..soweit ich das richtig verstanden habe.. Ich denke aber das man durch vertrauen (das in laufe der zeit und auch durch konsequentes verhalten erreicht werden kann) mit dem pferd sehr gut arbeiten kann. Aber als leittier oder ranghöheres Pferd wird es uns in solcher Hinischt nie sehen, da wir keine ähnlichkeit mit pferden haben. Ich denke das man schon durch gewisse Körpersprache etwas erreichen kann, aber es ist falsch wenn man sagt das man der ranghöhere ist, da das uns nicht als echtes pferd hält oder denke ich da falsch?

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