Pferd zu schnell und unausbalanciert...

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5 Antworten

Wenn es im Schritt ganz gut klappt, warum bleibst du nicht erstmal in dieser Gangart?

Bahnfiguren, Seitengänge (!!), Rückwärtsrichten.. Ich würde ihn konsequent erstmal für ein paar Wochen oder Monate wirklich nur im Schritt reiten, bis er sich da in allen Lebenslagen ausbalancieren kann und mit seinen Füßen umgehen kann.

Danach würde ich anfangen, ihn am hingegebenen Zügel (!!) traben zu lassen. Erstmal nur ne lange Seite (keine Kurven), später dann vielleicht auf dem zweiten Hufschlag und dann erst die Ecken mitnehmen. Auch viele Schritt-Trab-Schritt - Übergänge am hingegebenen Zügel. Danach kannst du anfangen, auch Zirkel usw. zu reiten und langsam den Zügelkontakt herzustellen. Mit dem Galopp würde ich dann wirklich mindestens ein Jahr warten und dann auch wieder am hingegebenen Zügel nur Angaloppieren und nach wenigen Sprüngen durchparieren.

Parallel würde ich auch viel ins Gelände gehen, aber auch hier mit Trab und Galopp etwas warten. Viel bergauf und bergab, evt. auch erstmal an der Hand, das schult Koordination und Gleichgewicht enorm, ohne zu sehr Gelenke usw zu belasten, die bei der Rennerei in der Halle ja doch ziemlich in Mitleidenschaft gezogen werden.

Empfehlen kann ich dir da auch Bodenarbeit. ich habe meiner Stute z.B. beigebracht, rückwärts ein Quadrat oder eine Schlangenlinie zu laufen, auf minimale Hilfen. Das hilft ihr enorm.

Wie sah denn die Longenarbeit genau aus?

hmm also das hört sich schwierig an ich würde erstmal anfangen sehr viel schritt mit übergängem zum Halten machen im schritt volten und ganz viele Bahnfiguren u ihn etwas biegsamer zu bekommen eine gute übung dafür ist auch das kleeblatt falls du da nicht kennst kannst du mal googeln. dann würde ich antraben und ihn einfach mal einige runden in seinem Tempo laufen lassen und wenn du merkst dass er wieder durchparieren will muss du weitertreiben das er merkt das er nicht den ton angibt anschließend nochmal schritt und dann im trab arbeiten auch viel zirkel und schlangenlinien usw... vll würde es sinn machen ihn mal gar nicht zu galloppieren om sattel aus bis er im Trab ruihger wird und sich besser kontrollieren lässt. ich hoffe ich konnte dir helfen und viel glück:) und immer viele übergange reiten

Also ich hab auch einen ziemlich unbalancierten Burschen der mal schnell ins Rennen kommt. Für die Balance ist ganz wichtig, dass du viel mit ihm ins Gelände gehst. Dort hat er keine Bande, an die er sich "Anlehnen kann" und muss sich selbst ausbalancieren lernen und gucken wo er hin tritt. Lässt sich auch gut auf einem Platz üben.

Außerdem viel Stangen treten, mal kleine "Hüpferchen" über ein Cavaletti o.ä., da muss er sich konzentrieren und die Beinchen sortieren ;-)

Zum Thema rennen: Mir würde spontan einfallen, dass er entweder nicht ausgelastet ist, oder dass es eine "Unart" von der Schulpferdzeit ist. Lass ihm Zeit und vorallem: Nicht ins Ziehen kommen. Wie bekannt: Druck erzeugt Gegendruck. Schau, dass du ihn in einem fleißigen Trab locker kriegst. Danach versuchst du zu galoppieren. Was viele "Schulis" drin haben ist, dass sie erstmal in einen Renntrab verfallen und dann galoppieren. Das darf er nicht! Verfällt er in den "Renntrab" sofort zurück holen, wieder beschäftigen, Hufschlagfiguren, Volten etc. locker bekommen dann nochmal die Hilfe zum Galopp. Macht er ständig solche Mätzchen und denkt, er muss dadurch nicht galoppieren, darf es auch mal kurz "rauschen". Also mal eine sehr sehr deutliche Hilfe geben, damit er weiß, dass er dich nicht veräppeln kann. Ansonsten viel Kopfarbeit ins Training mit einbauen, damit er gar nicht erst die Zeit hat, einfach mal stur mit der Nase in der Luft durch die Halle zu fegen.

Wünsch dir ganz viel Glück im Training!!

Mein Pferd war genauso, Kopf in die Höh und losrennen. Ich habs geschafft durch pure Konsequenz, nicht scheuen mal die Gerte zu benutzen falls es sich dumm aufführt und ich sage mal mit tiefer ermahnender Stimme arbeiten, denn vielleicht hat es einfach keinen Respekt vor dir. Zügel kurz nehmen bis es nachgeben MUSS. Erst dann wird es merken das du es ernst meinst! Wenn das mal halbwegs funktioniert (Kann dauern!!) Dann viel mit Stangen arbeiten, dann muss ein Pferd sich konzentrieren und wird entspannter... Meiner hat immer mit dem Kopf geschlagen, jetzt läuft er selbst am langen Zügel locker und entspannt. Und wichtig: Bevor du mit deinem Pferd am kurzen Zügel arbeitest, immer am langen Zügel ein paar Runden traben. Ich stelle mein Pferd zudem jedesmal vor und nach dem Reiten für 8 Minuten ins Solarium...

Was überzeugt dich so sehr davon, dass dieses Pferd unmotiviert ist? Wenn es an Balance mangelt, wäre dein Programm mehr als kontraproduktiv und das arme Tier wird komplett sauergeritten!!

Und btw - Druck erzeugt in den meisten Fällen Gegendruck ;)

Selbst wenn er durch seine Schulpferdkarriere keine Lust mehr aufs Reiten hat, ist es definitiv nicht der richtige Weg, ihm den Hintern zu versohlen. Stattdessen muss man seine Motivation und seinen Ehrgeiz wecken, damit er wieder Freude an der Zusammenarbeit hat.

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@kleeblaettchen

Ich meine Ja nicht das Pferd auszupeitschen um Gottes Willen Nein! Nur konsequent arbeiten eben. Mein Pferd läuft nach stangenarbeit, longieren und solarium richtig motiviert wieder und freut sich jedesmal wenn ich wieder eine Stange auf den Boden lege... Hatten viele Probleme mit dem Rücken die jetzt fast verschwunden sind. Vorher gabs nur Kopf hoch, davonrennen, einen steifen Rücken und absolut keine Motivation.

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Ich hatte früher das Gleiche. Bei dem Pferd fand ich irgendwann raus, dass er auf Stimme gut reagierte. Hast du das schon mal versucht?

Ansonsten ist Unterricht wohl die beste Idee :-)

Stimmhilfen helfen aber nicht bei Balanceproblemen.. ;)

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@kleeblaettchen

Das sollte ja auch nur dagegen helfen, dass das Pferd im Trab immer schneller wird. Ansonsten helfen wohl nur haufenweise Biegungen und abwechselnden Bahnfiguren.

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