Pferd rennt nachdem ich einmal galoppiert bin im Trab nur noch?

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4 Antworten

Hallo,

ohja, so ein Pferd bin ich lange Zeit auch mal geritten...

Viele Pferde haben sich durch immer gleichen Trainingsaufbau einen Abfolgerhytmus eingeprägt. Das sieht man ganz oft bei Schulpferden oder bei solchen die es waren. 15 Minuten Schritt, halbe Stunde Trab, 5 Minuten Galopp (so in etwa ;) ) Auf diesen Rhytmus sind sie konditioniert und folgen ihm. Ändern kann man das nur, indem man diesen "Rhytmus" (falls vorhanden) unterbricht.

Wenn du in deiner Trainingsstunde einfach mal nicht galoppierst, wie verhält sich das Pferd dann? Versucht es gegen Ende trotzdem flotter zu gehen? Falls ja, dann deutet das sehr auf so einen Rhytmus hin. So war es bei dem von mir genannten Pferd damals....

Wichtig ist, dass du dem Drängen deines Pferdes nicht nachgibst. Bei einem Tier, dass unter Umständen 10 mal so viel wiegt wie man selbst ist es äußerst ungünstig nicht zu jeder Zeit Herr der Lage zu sein. Gerade beim Ausreiten ist so ein aktives Pferd ein enormer Stressfaktor (und unter Umständen auch eine Gefahr). Beheben kann man diese "Unart" eben nur mit viel Konsequenz, Ausdauer - und vor allem Geduld:

Zuerst würde ich eine Trainingsstunde gar nicht galoppieren und schauen, wie sich das Pferd berhält. ISt ein Rhytmus vorhanden? Wird das Pferd zu Ende hin ungeduldig, flott und unaufmerksam? Folgt es eher einem Ablauf als deinen "Befehlen"? Falls ja, geht es nun darum diesen festgefahrenen Rhytmus zu unterbrechen, Abwechslung einzubringen, Galopparbeit mal nach hinter oder vorverlegen, mal wegzulassen, ... all sowas :)

Als nächstes kannst du versuchen "aktiv" zu trainieren. Galoppieren nach einer ausgibigen Schritt und einer guten Trabarbeit an. Aber keine Kilometer schrubben! Galoppiere vielleicht eine halbe Zirkelrunde, dann pariere ruhig durch - als ob es das normalste der Welt wäre und kein großer Akt. Verlager dein Gewicht ein bisschen nach hinten, "treibe" das Pferd in den Trab - lass es nicht einfach ausfallen. Dazu spielst du leicht mit deinen Ringfingern (nicht riegeln). Ein Lehrer sagte mal zu mir, dass man dieses "Spielen" nicht sehen darf, der einzige der es spüren soll sind Reiter und Pferd. So sehr zu ziehen, dass das Pferd links und rechts mit dem Kopf auswippt ist falsch.Versteht das Pferd deine Hilfe partu nicht, musst du die Hilfen einmal stark geben. Einen Kampf über 20 Meter stumpft das Pferd ab. Achte darauf, dass dein Pferd sensibel auf deine Hilfen reagiert. Das schafft man am besten indem Man Hilfen ounktuell und nicht permanent einsetzt...

Rennt das Pferd nach dem Galopp, versuchst du verlangsamt einzusitzen. Steh nicht zu hoch auf - sitze vermehrt flach ein. Überlege dir einen Rhytmus (z.B. ein Lied) dass dir hilft den Takt zu halten. Wenn du mit Stimmhilfen arbeitest, versuche das Pferd so zu beruhigen. ruhige tiefe Stimmlagen helfen da sehr gut. (RRrrrruuuhhhiiiiggggg - so zum Beispiel) Wenn "Brrrr" bei dir das ZEichen zum durchparieren ist würde ich dies nicht verwenden, du willst ja ruhiger werden, nicht durchparieren. Spiele falls notwendig leicht am Zügel. Reite Zirkel vergrößern und verkleiner. Oder pariere zum Schriott durch, reite eine Volte, stell die innere Hand leicht hoch, sodass man einen Impuls in der Lefze setzt. Trabe aus der Volte heraus an. Rennt dein Pferd, pariere es wieder durch. Wieder Volte, wieder Antraben, wieder durchpareiren wenn dein Pferd nicht ruhiger geht. Galoppiere auf keinen Fall aus einem Tempo an, dass du nicht möchtest. Gibst du auch nur ein mal nach, beginnst du wieder von vorne :(. Dein Pferd darf nicht glauben, dass es selbst den Ton angibt, sondern muss geduldig auf deine Hilfen warten und ihnen so Folge leisten, dass man selbst entspannt und sicher reiten kann :) Es soll nicht wie eine "Maschine" reagieren. Doch ein Geschöpf, dass so viel schwerer, kräftiger und größer ist als man selbst MUSS zu jeder Zeit einschätzbar und im Ernstfall (hoffentlich) kontrolierbar sein.

LG

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Immer wider Ruhe rein bringen, immer Schritt reiten, sobald das Pferd eilt.

So ganz weg geht das möglicherweise nicht. Ein aufgewecktes , fleißiges, eifriges Pferd hat halt seinen Charakter, der sich zwar etwas mildern läßt durch entsprechendes, konsequentes Training - aber falls du da eine " Lebensaufgabe " hast, dann ist es eben so. Nimm si an und liebe Dein Pferd, wie es ist. Sonst hättest Du dir ein anderes kaufen müssen ;-)

Ach, und falls du einen guten Reitleherer auftreiben kannst, lerne Seitengänge. Die eignen sich auch gut zum Tempo raus nehmen.

Ich wünsche Dir viel Geduld!

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Bei mir und meiner Stute war das auch mal so. Bei mir dachte sie, sie muss wieder galoppieren. Mittlerweile trabt sie ganz normal. Ich habe einfach viel geübt. Eine Frage um dir vielleicht helfen zu können, wie genau bremst du ihn?

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Ich kenne es von meiner ehemaligen Reitbeteiligung so ähnlich, Anfangs immer total faul und nach dem Galopp dann extrem flott. Versuch es mal mit vielen Übergängen, Bahnfiguren... Das Pferd so zu beschäftigen und so aus diesem Rennen raus zu bekommen.

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