Pferd provoziert, wer zahlt?

5 Antworten

Es kommt immer darauf an, wie die Grundsituation tatsächlich dargestellt wird.

Es gibt da so einige Gerichtsurteile, die mich schon so manches mal fassungslos gemacht haben. Du kannst zum Beispiel ein Riesenschild an die Box Deines Pferdes pinnen, auf dem mit Leuchtbuchstaben zu lesen ist, dass das Pferd extrem bissig ist und es anderen nicht gestattet ist, das Pferd anzufassen. Wenn das aber dennoch jemand macht "mich hat noch nie ein Pferd gebissen" und Schaden nimmt, bist Du unter Umständen dennoch mindestens zur Hälfte in der Haftung, und nur weil es eben Dein Pferd ist. Ungerecht? Ja. Aber eben geltendes Recht, wenn man Pech hat und Richterseits so entschieden wird.

§833 S.1BGB - dieses Gesetz besagt, dass jeder Tierhalter grundsätzlich, auch ohne sein Verschulden zum Schadensersatz verpflichtet ist.

Ein Nutztierhalter hat aber die Möglichkeit, sich da zu entlasten. Er muss beweisen, dass er das Tier ordnungsgemäß beaufsichtigt hat und der Schaden dennoch entstanden ist. Ausgeschlossen wird die Tierhalterhaftung auch nicht dadurch, dass sich der Geschädigte bewusst oder freiwillig der üblichen Tiergefahr ausgesetzt hat.

Allerdings hat die Gesetzgebung bestimmte Fallkonstellationen entwickelt, bei denen eine Haftung nicht mehr gegeben ist, da dann eine Haftung unangemessen sei.

Ausgeschlossen ist die Haftung immer dann, wenn der Verletzte im eigenen Interesse gehandelt hat und nicht im Auftrag des Pferdebesitzers. Legt der Richter das also pro Pferdebesitzer aus, muss dieser unter Umständen auch bei der Beißsituation nicht haften. Und bei einer provozierten Trittsituation unterUmständen dann auch nicht - vorausgesetzt es gibt genügend Zeugen/Beweise, dass der Tritt aufgrund von Provokation erfolgte.

Kommt hier natürlich auf die Beweisbarkeit an. Wenn man nachweisen kann, dass das Pferd nur deshalb ausgekeilt hat, weil es angegangen wurde, dann hat der Provokateur Pech. Evtl. muss er sogar noch eine Strafe zahlen. Erinnere mich an ein Urteil von ein paar Mopedfahrern, ist aber zu lange her.

Der Halter des Tieres haftet, auch wenn ihn kein Verschulden trifft. Wenn er dem Geschädigten dessen Mitverschulden nachweisen kann, dann greifen eben die Regelungen zum Mitverschulden. Bedeutet, Haftung des Halters kann sich reduzieren, sogar bis auf Null.

super erklärt!

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Wer absichtlich vor ein Auto läuft, wer absichtlich in eine Säge greift, wer absichtlich vom 20ten Stock springt,... wer hat dann Schuld?

Mal die Beweisfrage ausgeklammert, wenn es also beweisbar ist, daß provoziert wurde, würde ich dem "Opfer" keinen Schadesnersatz zusprechen.

Die hapftpflicht des besitzers

Woher ich das weiß:Hobby – Ich reite seit meinem 6.Lebensjahr und habe zwei Pferde

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