Pferd ohne alles Reiten

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7 Antworten

Hallo,

zuerst musst du sie wieder auf deine Hilfen sensibilisieren. Dazu empfehle ich dir als verstärkendes Signal einen Horseman-Stick. Damit kannst du dann, als schon relativ starkes Signal, eine optische Begrenzung herstellen, indem du sie mit rhythmischem Druck in die Richtung weichen lässt, in die sie soll.

Sensibilisieren tust du sie, indem du das, was du von ihr willst, mit einem ganz feinen Signal abzufragen, z. B. einem Blick. Sprich, du möchtest abwenden, schau dahin. wahrscheinlich wird sie da noch nicht reagieren. Werde deutlicher, indem du eine leichte, dann stärkere Gewichtshilfe gibst, dann gibst du eine hauchfeine Schenkelhilfe, die du ein bisschen doller einsetzt, aber nie so doll, dass du drücken musst. Du solltest den Schenkel nur anlegen, wenn sie darauf immer noch nicht reeagiert, geh sofort weiter und nutze jetzt den Stick, um sie seitlich zu begrenzen. Erst hälst du ihn nur von der Seite neben ihren Kopf, wenn sie nicht reagiert, fängst du an, mit dem Stick rhythmischen Druck auszuüben, der stärker wird. Wenn sie auf großes Stickschwingen nicht reagiert, bekommt sie einen vor die Schnüss. Spätestens da wird sie reagieren ;-)

Wahrscheinlich wird sie überrascht sein, dass du das, was du am Anfang von ihr erbeten hast (durch einen Blick) auch WIRKLICH durchsetzen würdest. Deshalb kann es sein, dass sie erstmal etwas "heftig" reagiert, z. B. ruckartig zur Seite geht. Sei darauf vorbereitet.

Lobe sie sofort, wenn sie reagiert, indem du jeglichen Druck sofort wegnimmst und sie kraulst. Auch, wenn sie schon auf ein feineres Signal reagiert, lobe sie noch doller und lass in diesem Moment wirklich jeden Druck weg!

Das funktioniert, weil Pferde total auf Comfort, also jegliches Fehlen von Druck, stehen. Sobald du Druck wegnimmst, der vorher da war, merken sich die Pferde, was dazu geführt haben könnte, den Druck verschwinden zu lassen. Das tun sie, um beim nächsten mal vorbereitet zu sein, um früher zu reagieren und somit dem Druck so gut es geht entgehen können.

Das klingt alles nicht so sonderlich schön, aber das ist das Prinzip, das Prinzip des Druck Weichens, nach dem Pferde miteinander in der Herde kommunizieren.

Wenn du möchtest, dass dein Pferd dich versteht, lerne so gut es geht akzentfrei "pferdisch".

Das lernst du durch Natural Horsemanship, z. B. durch das Programm von Pat Parelli "Parelli Natural Horsemanship".

Du lernst, nach welchen Prinzipien Pferde noch kommunizieren, wie sie lernen und wie die Herde funktioniert. Das kannst du alles nutzen, um mit dem Pferd in eine Interaktion zu treten (also mit dem Pferd umzugehen, Kontakt zu haben), in der du der Ranghöhere bist. Das ist wichtig, weil das Pferd dir vertraut und dich respektiert. Das schützt dich vor Gefahren und Unfällen, denn das Pferd orientiert sich an dir.

Mit dem Wissen, dass du durch NH erlangst und genug Erfahrung wist du nach einiger Zeit Dinge mit deinem Pferd hinbekommen, die es sonst nur im Film ;-)

Aber auch so elementare Sachen wie Sensibilisierung sind eben elementar, sprich, du wirst durch NH ganz genau und im Schlaf wissen, wie du ein Pferd wie deine Stute sensibilisieren kannst. Sie wird früher reagieren, wenn sie ein, zweimal merkt, dass irgendwann auf den Schenkel der nervige Stick folgt. und wenn sie merkt, dass es vor dem Schenkel noch ein feineres Siganl gibt, wird sie irgendwann schon darauf reagieren. Wichtig ist, dass du immer konsequent (was nicht unbedingt mit streng gleichzusetzen sein muss, es bedeutet hier vor allem kontinuierlich) und vorhersehbar für dein Pferd agierst, dann wird es irgendwann Struktur in deinem Verhalten erkennen und die Möglichkeit haben, auf ganz feine Signale, Bitten von dir zu reagieren.

Dadurch wird sie auch immer auf deine Vorschläge reagieren, weil sie weiß, dass die am ehesten und schnellsten wieder Comfort geben.

Nimm immer so viel Druck, wie nötig und so wenig wie möglich. Sprich, gehe immer konsequent bis zu dem Druck, den es braucht, bis dein Pferd wirklich reagiert, und nutze dafür aber so wenig wie nötig, indem du den Druck sofort weglässt, wenn sie dann reagiert hat. Gib ihr dadurch, dass du bei ALLEM, bei jeder Geste mit dem feinsten, was dir möglich ist, anfängst, die Chance, auf immer weniger zu reagieren. Also drück nicht direkt den Schenkel in den Bauch, denn es hätte sien können, dass deine Stute schon auf die Gewichtshilfe reagiert hätte.

Damit machst du dem Pferd Druck als nötig, das ist unfair, weil es keine Möglichkeit hat, das durch eine frühere Reaktion zu ändern. Das wird deine Stute unmotiviert machen.

Sei also konsequent im Sinne von kontinuierlich, sei vorhersehabar, fair und überlegt. Dann hast du bald ein feines Pferd :-)

Grüße und viel Glück

Bei Fragen schreib mich ruhig an (Freundschaftseinladung und dann eine Nachricht)!

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Kommentar von little0cookie
20.03.2012, 20:14

Hey, habe deine Themen um 2 konkrete ergänzt, dann ist die Chance größer, dass du wirklich Antworten von Leuten bekommst, die was davon verstehen und wissen, was sie schrieben. ;-)

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Hast du schon mal an einen Halsring gedacht....?! Das kann ein stabilerer ring aus plastick sein oder auch ein einfaches zusammen geknotetes Seil, welchen/s du deinem Pferd um den Hals legst um damit als nächsten Schritt weiter zu lenken.... Vlt nimmst du auch das nächste mal 2 Gerten mit... Nicht um auf das Pferdchen ein zu dreschen, sondern um es vorsichtig mit leichten touschierungen an schulter und hinterhand zu lenken!! Hoffe ich konnte helfen;)

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Du musst ihr erstmal beibringen, wieder auf die Hilfen zu reagieren.... reite sie erstmal mit Trense, lass dabei aber die Zügel lang und reite sie nur mit Gewicht und Schenkeln. Anfangs am Besten erstmal übertrieben, d.h. mit dem Oberkörper richtig in die richtung lehnen in die du möchtest, den entsprechenden steigbügel mehr belasten, äußerer schenkel deutlich zurück, innen deutlich herumtreiben etc..... mit der zeit wird das pony es begreifen und zunehmend schneller reagieren....bin gerade selbst dabei, das zu üben und mittlerweile reite ich meine stute ohne zügel kreuz und quer übern platz! erst wenn sich das pferd nicht mehr widersetzt, kannst du auch ohne alles reiten....am besten machst du das beim ersten mal, nachdem du mit trense als hilfe etwas vorgearbeitet hast und das pferd "warm" geworden ist.....

LG

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Kommentar von Carlii3
19.03.2012, 21:58

Ok vielen dank :) klingt sehr sinnvoll :)

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Kommentar von K1k133
19.03.2012, 22:01

Deine Antwort finde ich sehr gut!! :-))

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übe viel mit gewichtsverlagerungen zu reiten erst mal mit trense lass die zügel dabei erstamal ein bischen kürtzer wenn dein pferd dann macht was du willst kannst du auch die zügel ein bischen länger lassen nach einer weile lässt du die zügel immer länger dann klappt das auch ohne halfter.

ich hoffe ich konnte dir helfen!!

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Kommentar von Carlii3
19.03.2012, 21:58

Ja Danke :))

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Schau mal unter mitpferdensein mit dem Üblichen davor und danach. In Sabine Birmnanns Pferdearbeit wird viel ohne Alles geritten und die Pferde sind dabei stolz und glücklich.

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Komm erstmal richtig mit deiner RB klar, mit der ''gesamten Ausstattung''. Dann kannst du nochmal versuchen, ohne alles zu reiten.

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Kommentar von Carlii3
19.03.2012, 21:42

Wie meinst du das? Mit der "gesamten Ausstattung" komm ich doch gut mir ihr klar...?

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reite besser mit zügel or halfter oder nimm sporen wenn sost kein rat frag deinen reitlehrer! llg mary111 :**

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Kommentar von Carlii3
19.03.2012, 21:40

hmm ok... aber von sporen bin ich nicht so der fan... und ich würde schon gerne mal soweit mit ihr kommen, dass ich auch ohne alles reiten kann... ;)

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