Pferd nach 20 Jahren umstellen?

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11 Antworten

Solche Klauseln sind die Tinte nicht wert, die aufgewendet wurde. Im Juristendeutsch heißt es ganz klar, dass nach Gefahrübergang (erfolgreichem Kauf) keine Einschränkung über Aufenthalt und Haltung besteht und man mit seinem Eigentum verfahren darf, wie man möchte, egal was man unterschrieben hat.

Einen alten Baum sollte man zwar nicht mehr verpflanzen, aber wenn es wie in Deinem Fall nicht anders geht, dann muss es gehen. Unter Umständen braucht das Pferd Zeit, um sich umzugewöhnen, aber Chancen-los ist das nicht, wenn Du es schaffst, dass das Pferd sich wohl fühlt.

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Amyeintraum 16.07.2017, 21:52

Ich bin erleichtert :) ich dachte schon daran die Miete einfach nicht zu zahlen und dann ja zwingend den Stall verlassen muss. Ich hoffe das es nicht so schlimm werden wird, sprich kein unnötigen Stress für Pferd und Mensch :) 

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Amyeintraum 17.07.2017, 12:43

Nun ist mir aber eingefallen das ich das Pferd kostenlos übernommen habe legendlich für das Zubehör habe ich 800€ gezahlt (die nicht im Vertrag vermerkt sind). Hat das irgendwelche Auswirkungen auf die Klausel ? Habe da grade echt etwas Angst. Morgen habe ich einen Termin bei einem Anwalt in mich beraten zu lassen. 

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Sallyvita 17.07.2017, 15:03
@Amyeintraum

Das mit dem Anwalt ist eine richtig gute Sache. Danach bist Du auf der sicheren Seite. Vor allem, weil er genau unterscheiden kann - ob unter bestimmten Bedingungen zur Verfügung gestellt - dann ist das mit dem Umstellen unter Umständen nicht möglich. Oder ob es doch als Kauf gilt, dann bist Du sicher und kannst tun, was Du tun musst.

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Das ist schwierig zu beurteilen, du schreibst nicht, warum du so plötzlich umziehen musstest u. dann auch noch weiter weg. Wenn es beruflicher Natur ist, dass du zB versetzt wurdest, dann weißt du ja, dass das passieren kann u. hättest nicht solchen Vertrag unterschrieben? 

Ansonsten wüsste ich jetzt auch nicht so viele Gründe, warum man innerhalb 2 Monaten weiter wegziehen muss u. das vorher nicht weiß - wäre als Ex-Besi auch nicht wirklich erbaut, wenn jetzt im Raum steht, das Pferd muss vom Hof, obwohl vorher anders vereinbart.

Andererseits - (Lebens)Umstände ändern sich manchmal unvorhergesehen schneller, als einem lieb ist...jedenfalls wirst du um einen Anwalt ebenfalls nicht herum kommen, wenn du das Pferd jetzt wegholst. Oder ihr macht den Kauf rückgängig unter diesen Umständen. 

Das nächste mal wäre dann gut, gewisse Klauseln in so einen Vertrag aufzunehmen - zB das Pferd wird im Falle eines Umzugs den Hof verlassen, etc. 

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die klausel ist nicht bindend.

rechtlich gesehen ist das pferd dein eigentum und du kannst tun, was du willst.

ich würde die angelegenheit nicht an die grosse glocke hängen. stall mit derselben haltungsform organisieren, pferd holen und gut ist.

den jetzigen stall würde ich erst danach fristgerecht kündigen. notfalls musst du halt einen monat doppelt stallmiete zahlen.

such den stall sorgfältig aus (inklusive einem guten hufbearbeiter und einem guten tierarzt) und rechne damit, dass das pferd sehr lange (ein jahr und mehr) brauchen kann, um sich einzugewöhnen. überfordere euch beide nicht.

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Naja, dem Pferd wird die Trennung von seinen Herdenkollegen sicher schwer fallen, aber manchmal hilft es ja nichts.

Der Vertrag - den kennen wir nicht so gut, dass wir ihn beurteilen könnten, selbst wenn hier ein Jurist schreibt. Aber was ich weiß: Egal, wie die Klauseln verfasst sind, wenn keine Vertragsstrafe festgelegt ist, also was passiert, wenn sich eine Seite nicht an die Vereinbarungen hält, hat sie wohl Pech. So hat es mir ein Jurist erklärt, als ich ein Pferd erworben habe und der Vorbesitzer es mir nicht verkaufen wollte, wenn ich ihm nicht wenigstens ein paar Rechte einräume. So habe ich ihm gegenüber eine Informationspflicht über den Aufenthaltsort des Pferdes (wo es eingestellt ist) und sollte ich das versäumen, würde ein als Vertragsstrafe vereinbarter Geldbetrag zur Zahlung fällig. Genauso, wenn ich ihm sein Vorkaufsrecht nicht einräume. Das allerdings wäre es mir ehrlich gesagt, wert ;-)

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Die Klausel ist nichtig. 

Die Vorbesi hat dafür kein Verständnis? Ich nehme mal an, dass du aus wichtigen Gründen umgezogen bist und nicht aus Jux und Tollerei. 

Ja, es ist dem Pferd zuzumuten, sofern der neue Stall in etwa dem entspricht, was es kennt oder sogar besser ist. 

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Wenn Sie Dir droht mit Anwalt, würde ich den Vertrag nehmen und damit ebenfalls zu nem Anwalt gehen.
Man muß ja nicht gleich einen Rechtsstreit anfangen, aber informieren wäre glaub sehr gut.
Die Kosten für ein Beratungsgespräch beim Anwalt ist auf alle Fälle günstiger als das Fahrtengeld was sonst bezahlst!

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Habt ihr in dem Vertrag für den Fall das du ihn umstellst eine Vertragsstrafe vereinbart?
Wenn nicht kann dir meiner Meinung nach nicht viel passieren, da solche Klauseln häufig nicht bindend sind da sie dich trotz Eigentumsübergang unangemessen einschränken.
Selbst wenn eine Strafe vereinbart wurde bist du höchstens verpflichtet diese zu zahlen, nicht aber das Pferd dort stehen zu lassen.

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Eine solche Klausel im Vertrag ist absolut nichtig. 

Niemand kann dich zwingen, das Pferd bis an sein Lebensende dort stehen zu lassen. Das ist nun ganz alleine deine Entscheidung. Und du kannst das Pferd da wegholen, wann immer du willst. 

Dem Pferd kann man das bestimmt zumuten. Ich hatte am alten Stall auch Pferde, die etwa 20 Jahre woanders standen und da nun weg mussten, deshalb zu uns kamen. 

Wenn die Haltung in etwa die selbe bleibt wie vorher, sehe ich da gar kein Problem. Einen Offenstall-Pferd jedoch in eine Box stellen zu wollen oder umgekehrt finde ich schwieriger. Suche dann also einen Stall mit ähnlicher Haltung. 

Einen Anwalt brauchst du eigentlich nicht dafür - Kündigung schreiben für den Einstellvertrag und fertig. Die Vorbesitzerin hat das Pferd schließlich verkauft und damit kein Mitspracherecht mehr. "Intelligent" von beiden Seiten: Verkäufer versuchen immer wieder, mit solchen Klauseln durchzukommen. Und jeden Tag steht jemand auf, der darauf erstmal reinfällt. Eine Freundin von mir hatte dieselbe Situation. Natürlich war die Vorbesitzerin nicht begeistert, aber von dem Stall ist sie trotzdem weg. 

Wenn du weißt, dass das Pferd da noch gut untergebracht ist, hast du ja Zeit, dir einen neuen Stall in deiner Nähe zu suchen. 

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VanyVeggie 16.07.2017, 21:52

Einen Offenstall-Pferd jedoch in eine Box stellen zu wollen oder umgekehrt finde ich schwieriger

Umgekehrt ist es meist kein Problem. Die wenigsten Pferde haben was dagegen, wenn sie artgerecht leben dürfen.

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Punkgirl512 16.07.2017, 23:36
@VanyVeggie

Das kommt ganz aufs Pferd an - sowie auf den Platz der Haltung selbst auch nochmal. Meiner wäre nicht tauglich für einen Offenstall - und ich kenne auch einige Pferde, denen die Umstellung im Alter nicht allzu gut bekam. 

Daher rate ich der Fragestellerin, erstmal einen Stall mit derselben Haltung zu suchen - macht am meisten Sinn. 

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Für das Pferd wäre es schlimmer wenn es nicht regelmäßig besucht wird als einmal den Stall zu wechseln

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Geh mal auf Facebook, da gibt es eine eigene Gruppe "Rechtsfragen bei Pferden" oder so ähnlich.

Meines Wissens nach ist so eine Klausel nicht bindend. Das Pferd gehört jetzt dir ohne wenn und Aber.

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Ich würde

- zum Anwalt gehen

- anbieten, den Kauf rückgängig zu machen

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Amyeintraum 16.07.2017, 18:13

Das Pferd möchte ich ja behalten sie ist so toll.  

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Urlewas 16.07.2017, 18:39
@Amyeintraum

Das kann ich vetstehen 😊

Dann wünsche ich Dir einen guten Anwalt, gute Nerven, und hoffe, dass du fur den Fall, dass es Probleme gibt, genügend Geld hast..

Lade das Pferd doch in einer " Nacht und Nebel Aktion " auf und " stehle" dein eigenes Pferd.

Dann steht es erst mal bei Dir und du kannst die Rechtslage in Ruhe klären. Wer weiß, ob die tatsächlich vor Gericht zieht. Oft sind solche Drohungen nur ein leeres Säbelrasseln, weil die sowieso wissen, dass sie keine Chance haben.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass dies rechtens ist. Schlimmstenfalls must du eine Entschädigung zahlen, denke ich. Bin aber kein Rechtskundiger - das sagt mir nur der ( wie ich meine😉) gesunde Menschenverstand. 

Kann dir ja schließlich auch keiner ein Sofa verkaufen und im Kleingedruckten steht dann, dass es im Möbelhaus bleiben muss; darfst halt kommen und dich drauf setzen oder so...? Das kann es doch nicht geben. Rechtlich ist ein Tier doch auch nur eine " Sache".

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Amyeintraum 16.07.2017, 18:52
@Urlewas

Vielen Danke für die Antwort:) ich werde mich bei einem Anwalt mal beraten lassen, denn sie hat mir angeboten eine reitbeteiligung zu übernehmen für 2 mal die Woche womit mir auch nicht viel geholfen ist :) 

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VanyVeggie 16.07.2017, 21:54
@Urlewas

Warum einen Anwalt? Warum Rückkauf? Es ist ihr Pferd und sie kann mit dem machen was sie möchte. Eine derartige Klausel ist nicht rechtens. Wenn die Besitzerin ein Problem damit hat, dann ist sie diejenige die sich einen Anwalt sucht. Die FS würde sich in keinem Fall strafbar machen, wenn sie ihr Pferd einpackt und geht.

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