Pferd langamer bekommen?

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10 Antworten

Was sagt dein Reitlehrer dazu?

Ich sehe das Pferd nicht als geisteskrank an, es ist ein Engl. Vollblut, der wurde Jahrhunderte lang auf Schnelligkeit und rationalen Galopp gezüchtet. Wenn der Platz unter den Hufen hat und frei Bahn gibt's oftmals kein Halten mehr. 

Wobei man auch solch heißblütigen Pferden Erziehung zukommen lassen kann, das wäre aber Aufgabe des Besitzers und nicht die der RB. 

Kanns sein, dass der Besitzer eine RB gewählt hat, die das Problem lösen soll für ihn?

Niemals würde ich ein Pferd mit derartigen Temperament an ein unerfahrenes und junges Mädel abgeben, das ist meiner Meinung nach absolut verantwortungslos. 

Machen können wirst du da nicht viel. Wenn dann der Besitzer und wenns der nicht kann, muss eben ein guter Bereiter her. 

Da wichtigste, was das Pfed braucht, ist genügend Bewegung. Sein Herz, seine Muskeln, seine Lunge wollen vor Energie bersten, wenn es plötzlich nicht mehr genügend gefordert wird.

Wenn so ein Pferd sich regelmäßig auspowern kann, hast du ein scheufreies, zuverlässiges Pferd, wlches sich sowohl bremsen als auch lenken läßt. Wie sonst hätte es im Rennen zwischen den Rivalen hindurch manövriert werden können, und wie sonst hätten die Reiter im Training das vorgeschriebene Tempo einhalten können...?

Nur mußt Du Dir auch darüber im Klaren sein, dass hier eine Menge Adrenalin im Spiel ist, so das manchmal (!) nichts ist mit " feinen Hilfen", und du in diesen Situationen eben auch mal kräftig zugreifen mußt, weil das Empfinden des Pferdes im eifer ziemlich reduziert ist. Und keine Bange: es wird davon nicht hart. Sobald der Adrenalinspiegel runter gefahren ist, hast du wieder ein Lamm.

Die Pferde werden  im Training auch viel mit Stimme geritten. Erfrage die Kommandos, die in dem Rennstall, wo es her kommt, üblich waren.

Unterstützung durch den Rennreiter hadt Du ja - das wird schon! Viel spaß!😃

Beginne mit Bodenarbeit und Spaziergängen. Das würde ich grundsätzlich jeder Reitbeteiligung empfehlen. Egal ob es Probleme mit dem Pferd gibt oder nicht. So lernt ihr beiden euch zuerst kennen und es bildet ein Vertrauen zueinander.

Dann solltest du üben, wie du dein Pferd anhalten kannst. Also zuerst beim Spaziergang Aufmerksamkeit fordern und immer wieder abrupt stehenbleiben. Wenn das funktioniert kannst du ihn langsam nehmen dir traben lassen - und wieder anhalten.

Das übst du auch an der Longe.

Und für jedes von dir angezeigte Stehenbleiben / Thempowechseln wird belohnt.

Außerdem solltest du dich beim Reiten von einem Reitlehrer oder geübten Reiter beobachten lassen. Von außen kann man bei Übung den Punkt erkennen, bei dem er sich noch anhalten lässt... also lass dir einsagen, bis du den Punkt "of no return" selber erkennen kannst.

 

Des weiteren, frage den Pferdebesitzer, ob es eventuell auch eine körperliche Ursache für die Rennerei gibt. Eventuell Schmerzen? So etwas sollte auch immer abgeklärt werden. Nur weil er ein Rennpferd war, heißt das nicht automatisch, dass er nur deshalb schnell unter dir rennt!

 

 

Nichts fur ungut - aber das mag bei manchem Pferd gut sein - aber gewiss nicht fur ein Rennpferd...

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@Urlewas

Und warum funktionieren deiner Meinung nach Rennpferde so viel anders als andere Pferde?

Man hat sie auf das schnelle rennen ohne Rückhalt trainiert.

Also kann man ihnen auch mit viel Geduld jetzt etwas anderes beibringen.

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@MaryLynn87

Weil ich Erfahrung damit habe. Mit beidem. Mit jungen Pferden, die man behutsam an  der Longe schult, aber auch mit Rennpferden. Viele Leute glauben, Rennpferde würden immer nur vorwärts gejagt, weil sie überhaupt keine Ahnung haben, wie dort trainiert wird. Aber das stimmt nicht.

Und weil man keinen Ferrari so fahren kann wie ein Dreirädchen.

Und weil es nicht gut  fur einen trainierten Organismus ist, wenn er von 100 auf 0 zurückfahren soll. Sogar normale Turnierpferde werden deshalb am Ende der Saison behutsam abtrainiert. 

Natürlich kann und muss man ihnen behutsam auch was anderes beibringen. Aber das, was fur Dich am Anfang einer Pferdeausbildung steht, steht hier eher am Ende....

Du kannst von einem Pferd, welches vor Energie überschäumt, nicht verlangen, das es erst mal tagaus tagein bloß am Strick spazieren geht. Das konnte es übrigens auch schon -  nach dem Rennen...

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@Urlewas

Um Gottes Willen! Sie ist doch "nur" die Reitbeteiligung und verbringt einige Stunden pro Woche mit den Pferd! Sie ist nicht für das Haupttraining verantwortlich. Daher habe ich ihr eine Anleitung gegeben, was sie gefahrlos mit dem Pferd machen kann und was auch Sinnvoll für die Zukunft ist!

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@Urlewas

Und weil es nicht gut  fur einen trainierten Organismus ist, wenn er von
100 auf 0 zurückfahren soll. Sogar normale Turnierpferde werden deshalb
am Ende der Saison behutsam abtrainiert

Da gebe ich dir Recht. Allerdings kommt das Pferd nicht frisch von der Rennbahn sondern es ist irgendwann mal Rennen gelaufen. abtrainiert muss es nicht mehr werden.
Hier geht es nicht ums abtrainieren sondern um angelernte Verhaltensmuster wieder weg zu bekommen.

Du kannst von einem Pferd, welches vor Energie überschäumt, nicht
verlangen, das es erst mal tagaus tagein bloß am Strick spazieren geht.
Das konnte es übrigens auch schon -  nach dem Rennen...

Das verlangt auch keiner. Egal ob ehemaliges rennpferd oder reines Freizeitpferd - jedes Pferrd dreht durch wenn man tag ein und tag aus nur das selbe übt. 
Ein Pferd das nicht ausgelastet ist wird kopfmäßig nicht bei der Arbeit sein - bei einem ehemaligen Rennpferd muss der Besitzer halt eben auch dementsprechend oft bewegen sodass es, wenn es mal konzentriert arbeiten muss, auch rein phsyisch dazu in der Lage ist und nicht vor Energie überschäumt da es tagelang gestanden ist

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Ja gut, spazieren, longieren, das sind eben sachen, die man machen kann. Aber definitiv nicht jeden Tag, sonst bekommt man das Pferd nicht mehr unter dem Sattel. Das ist eben kein liebes Warmblut, welches man eine Woche stehen lassen und dann wieder anfangen kann zu reiten ohne das man ihm anmerkt das es "pause" hatte.

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Das ist leider bei den Vollblütern drinen. Ich hatte selber mal eins, ich liebe diese Pferde 😍
Meine wurde auch immer ziemlich schnell aber im Trab war sie immer recht entspannt, nur im Galopp reagierte sie nie auf das zurückhalten am Zügel sondern wirklich nur auf Stimme.
Du musst bedenken, daß die Pferde beim Rennen immer sehr sehr kurz gehalten werden und dadurch wahrscheinlich nicht auf das "ziehen" am Zügel reagieren.
Versuche mal Paraden zu geben, vielleicht hilft das.

Ja, die werden  im Training mehr im Schritt am hingegebenen Zügel und im lockeren (!) Trab geritten als im Galopp.

Aber im Galopp seltenst  volles Tempo - sondern immer genau so, wie es der Trainer haben will.

Allerdings werden sie mehr mit der Stimme durchpariert ( mit Kreuz und Schenkel wär ja auch nicht viel bei dem " Affensitz"). Und wenn man am Zügel zieht, dann ist das dort ziemlich wörtlich zu nehmen. Daran muss man natürlich viel arbeiten, bis das Pferd auch  im Galopp feinere  Hilfen annimmt.

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Ein Lehrer von mir sagte mal:
Was im Galopp nicht klappt, übe im Trab.
Was im Trab nicht klappt übe im Schritt.
Was im Schritt nicht klappt übe im Stehen.
Was im Stehen nicht klappt übe vom Boden aus.

Und genauso so musst du an gehen.

Ein Pferd wird zuerst vom Boden aus ausgebildet - wenn es da klappt dann kann man aufsteigen. Auch dein Tempo problem lässt sich so lösen.
Arbeite mit ihm zuerst vom Boden aus. stangenübungen, Slalom, Tempowechsel etc. Wenn er hier gut reagiert steige auf.

Lass ihn EINEN Schritt gehen und dann wieder stehen bleiben. Er muss soweit werden dass er nur einen Schritt geht wenn du es willst. Also 1 Schritt , stehen bleiben, wieder einen Schritt, stehen bleiben etc. Diese Übung soll verhindern dass er einfach los stürmt - er soll warten bis der nächste Befehl kommt.

Parallel dazu kann man all das im SChritt üben was man am Boden schon geübt hat. Also Slalom (beim engen Kurven kann er nicht schnell werden), Über Stangen trabem (im langsamen Tempo), Tempo Wechsel (langsamer/Schneller Schritt, stehen bleiben, Rückwärs/seitswärts richten etc).

Wenn das alles im Schritt halbwegs klappt kann das ganze dann im Trab ausprobiert werden. Klappt das im Trab dann wird es höchstwahrscheinlich auch im Galopp schnell klappen da er in der Zwischenzeitz gelernt haben sollte, nicht einfach los zu strümen.

Bei einem Vollblut dauert diese Übungsphase, gerade wenn er von der Rennbahn kommt, deutlich länger als bei einem ruhigen und gelassenen Pferd das von sich aus sowieso gar nicht so einen Vorwärtsdrang hat. Hier muss du einfach deutlich mehr Gedld beweisen.

" grade, wenn er von der Rennbahn kommt" ? Liebe Dancefloor, Du must ja mega viel Erfahrung mit genau solchen Pferden haben, um diese Aussage zu machen...?

Fur ein solches Pferd wäre diese HerangehenTierquälerei und fur alle, die mit ihm umgehen, lebensgefährlich.

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@Urlewas

und wie geht man sonst mit dem Pferd um? Man steigt auf und versucht es alles gleich im Galopp und startet nicht mit der Grundausbildung vom Boden aus?

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@dancefloor55

Du möchtest das gar nicht wissen. Brauchst du ja auch nicht. Fur dich ist der Rat deines Reitlehrers genau richtig, genau wie fur viele andere. Wenn du tatsächlich je mal so ein Rennpferd ausbilden solltest , wirst du hoffentlich entsprechende Unterstützung bekommen.

Hier wurde auch schon einiges dazu geschrieben. Für Rechthaberei habe ich keine Zeit, mir geht es hier lediglich darum, der FS so gut wie möglich zu helfen.

Ich wünsche Dir einen schönen Abend und weiterhin viel Freude an DEINEM Pferd.

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@Urlewas

ich glaube es macht hier wenig Sinn noch irgendwas drauf zu antworten. Du bestehst auf deine Meinung und lässt keine anderen Meinungen zu - nur du allein kannst recht haben.

Eine weiterführende sachliche Diskussio zu führen macht hier leider keinen Sinn - das finde ich schade da man normalerweise immer etwas voneinander lernen kann (wenn er Wille da ist)

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Kann ich nach vollziehen. Als ich dass erste Mal auf einem Vollblüter saß und es ging im Galopp auf die Bahn, da ist mir erst mal die Luft weg geblieben. Dass ist ein gewaltiger Unterschied!

Aber wenn Du schreibst dass Du Dich nicht mehr halten konntest, weil der Galopp einfach zu schnell wurde, dann Sorry, bist Du einfach noch nicht so weit um ein solches Power-Pferd zu reiten.

Ich finde es sehr verantwortungslos von der Besi Dir ein solches Pferd anzuvertrauen.

Das Pferd gehört unter den Beritt!

Was ist mit dem Besitzer? Kann er/sie dir nicht helfen?

Ich würde an Schritt/Halt, Schritt/Trab Übergängen arbeiten. Und dem Pferd ein Kommando zum Stoppen bei bringen.

Am besten suchst du dir einen erfahrenen Trainer, von hier aus können wir dir schlecht helfen.

nein Körperliche Beschwerden liegen nicht vor. er ist eben ein Rennpferd und liebt rennen, aber Erwin Schindler (Jockey champion) übt jetzt auch mit mir.  

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@jxllyx

Der wird es ja wissen; dann brauchst du ja kaum mehr den Rat der fernen Masse...😊

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Hallo,

wie lange ist er denn von der Bahn runter und wurde er "umgelernt"? Rennpferde haben eigentlich eine Tempokontrolle drin - wenn man sie denn bedienen kann - ansonsten würde jedes Training und jedes Rennen einem Himmelfahrtskommando gleichkommen. 

- Sprich mit der Beisitzerin

- Nimm Unterricht (bei jemandem der Erfahrung mit Rennpferden hat)

- Bleib von Rennbahnen mit dem Pferd fern

ich verstehe auch nicht ganz warum man eine neue RB mit einem rennpferd auf die rennbahn lässt....

es ist doch klar dass das pferd dann andere pläne hat.

Das ist psychisch gestört. Nicht so geboren sondern dazu gemacht. Entweder du hast es immer im Griff oder es bringt dich um. Kommen andere damit klar? Können es bremsen? Dann liegt es daran das es dich nicht akzeptiert. Dann halte dich von ihm fern.

sowas habe ich ja noch nie gehört! Es hat nichts damit zu tun, das sie nicht akzeptiert wird, sondern damit, daß sie sich einfach rein fuchsen muss, wie sie gebremst werden kann. Wenn sie auf der Rennbahn gelaufen ist, bekommt man das mit Unterricht und genügend Geduld schnell hin. Diese Pferde sind sehr lernwillig. Du wirst sehen, wie toll diese Rasse sein kann☺ Sie sind nicht einfach aber bleib dran und beschäftige dich regelmäßig oder wenn es geht täglich mit ihr. Sie muss definitiv viel bewegt werden, denn dann sind sie auch glücklich und ausgeglichen.

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@eskadron1996

Ein Rennpferd wird genau so geritten, wie es der Trainer vorschreibt - und kein bischen schneller! Wie sollte das den funktionieren, wenn diese  Pferde nicht zu bremsen wären?

Rennpferde bringen gewöhnlich niemanden um. Das sind doch keine Monster!

Und das hat nichts mit persönlicher Akzeptanz zu tun, sondern mit angepasstem reiterlichenKönnen. Und dies kann man lernen.

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