Pferd hat panische Angst vor dem Longieren

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7 Antworten

Ich würde da weniger auf ein ängstliches Verhalten wegen dem Longieren tippen sondern viel mehr auf eine massive Störung in der Wirbelsäule, der anhängenden Muskeln und den Nerven. Der Galopp ist da fürs Pferd sehr schmerzhaft, alleine schon das angaloppieren - also ganz dringend einen TA oder Osteopathen drüber kucken lassen. Vorläufig nicht Longieren sondern Bodenarbeit mit sehr viel Dehnungsübungen machen.

Wenn du sagst, das er auch Luft schluckt - bzw. Koppt - dann soll der TA auch gleich noch den Magen auf ein Magengeschwür überprüfen. Bei seiner Vorgeschichte durchaus möglich, und würde auch unter umständen die Biegungsreaktion mit erklären. Ein Magengeschwür kann man relativ leicht mit Grüner Heilerde bessern bzw. heilen (günstig und gut und ohne Nebenwirkungen). Das Sarkoid kann man mir Spinnengift - Homöopathisch und einem Tierheilpraktiker sehr gut unter Kontrolle bringen.

Ich würde da auch als erstes nochmal komplett checken und sanieren, was geht und in dieser Zeit wirklich auf den Linksgalopp verzichten. Damit das Training nicht zu einseitig wird, rechts auch nur die Hilfenroutine abfragen und nach zwei, drei Sprüngen wieder aufhören. Er wird in seinem Privatleben (Weide) möglicherweise auch nur rechts galoppieren und von daher hast es mit der geraderichtenden Arbeit eh schwer genug.

Hufe: Wer bearbeitet die und wie, kann man da irgendwas noch optimieren? Bei 80% der Pferde, die ich kenne, wäre da ein wichtiger Ansatzpunkt.

Zähne: Unbedingt vom Pferdezahnspezialisten checken lassen, nicht vom Pferde-Allgemeinarzt. Letzterer traut sich nämlich aus gutem Grund oft nicht richtig an die Schneidezähne an. Natürliche Schiefe des Pferdes lässt aber über den Unterkiefer die Schneidezähne schief werden, die dann wieder über den Unterkiefer die Schiefe manifestieren. Ein Teufelskreis.

Dann einen auf manuelle Therapien spezialisierten Tierarzt das ganze Ross von Kopf bis Fuß durchchecken lassen.

Die komplette Ausrüstung nochmal auf den Prüfstein stellen, denn es kann auch passieren, dass im Reittraining das Problem gelegt wird, das sich an der Longe dann auswirkt. Sattler antraben lassen (wie oft hast Du den normal am Pferd?), Pferdezahnarzt auch mal die Trense ansehen lassen, ob die gut passt.

Wenn der Schulpferd war ... wurden bestimmt Ausbinder verwendet ... es kann auch einfach sein, dass ihm die aus Ausbindern mit hoher Sicherheit resultierenden Halswirbelarthrosen auf dieser Hand weh tun.

Ja, auch der Magen spielt eine Rolle und kann auch einseitig fies sein. Gibst Du was magenregenerierendes?

Und wenn dann doch das Problem am longieren liegen sollte, würde ich dazu raten, mit den Longenkurs-Profis Kontakt aufzunehmen, denen ein Video zu zeigen, was Du wie machst und fragen, wo der Haken ist. In etlichen Facebookgruppen und Foren rund um den Longenkurs (den von wege-zum-pferd.de) schreiben auch die Autorinnen und von denen ausgebildete Trainerinnen mit, die da wirklich helfen können.

Übrigens: Mit ganz viel Zeit und den richtigen Trainern lässt sich das alles wieder lösen, hab auch so ein Pferd, das sich viel zu wenig gewehrt hatte und nun mit den gesundheitlichen Folgen leben muss. Inzwischen weiß er, dass er sagen darf, was ihm unangenehm ist - jetzt motzt er beim Pferdezahnarzt massiv rum, weil wer will sich schon Zähne schleifen lassen? Gut, dass ich eine so ruhige und geduldige Zahnärztin hab ;-)

Das wichtigste ist bestimmt viel Geduld. Verlange nicht viel von deinem Pferd und sei schon ab ganz kleinen Dingen stolz - aber das machst du ja gut, so wie du geschrieben hast.

Ich würde mit ihm auch viel Parelli-Übungen machen. Dann nach 1-2 Übungen longierst du ihn ganz kurz. Es kann auch nur im Schritt sein. Er soll einfach merken, dass es nichts schlimmes ist und dass er nicht ewig im Kreis herumgehen muss, sondern dass er bald wieder anders gefördert wird, z. B. eben mit den Bodenarbeitübungen. Das ist für jedes Pferd wichtig.

Du kannst auch mal versuchen, den Platz ein wenig abzusperren, damit er nicht die Möglichkeit hat, wahllos auf dem Platz herum zu rennen. Pass aber dann auf dich selbst auf, wenn er losrennen würde.

Damit du auch ein wenig mehr Vertrauen gewinnen kannst, versuchs doch nebenbei mal mit dem Tellington Touch, das hat bei mir Wunder gewirkt. Dazu kannst du dich im Internet informieren oder ein Buch kaufen.

Und zum Schluss, hab ihn einfach ganz toll lieb. Streichle ihn und gib ihm viel Liebe auch wenn er nichts besonderes gemacht hat. Das braucht er bestimmt - aber das machst du sicherlich super.

Ich wünsche euch beiden alles Gute und meld dich, wenn ich noch etwas helfen kann!

Es bleibt Dir nichts weiter als Geduld und Ruhe zu bewahren. Immer wieder ruhig anfangen und weiter probieren und, ganz wichtig, immer mit einem positiven Erlebnis die Arbeit beenden. Hast Du schon einmal probiert, das Pferd mit einem Reiter zu longieren? Auf diese Weise kann auch von oben positiv eingewirkt werden. Wir haben damit sehr gute Erfahrungen!

Hallo und guten Morgen, dein Pferd braucht enorm viel Geduld, Liebe und Zuwendung. Packe ihn bei seinen Stärken und fordere nichts, was ihn so verängstigt. Wenn es mit der Longe und dem Galopp nicht funktioniert setze einen guten Bereiter auf ihn und übt den Galopp ganz vorsichtig bis er sich festigt. Das er von dir viel gelobt und Leckerlis bekommt ist super, somit verbindet er die Arbeit mit Spaß und Freude. Das frei koppen wird sich legen so wie er ausgeglichener und Vertrauen in dich gefasst hat. Viel Glück und ich bin mir sicher das wird alles gut :)

Das erinnert mich sehr an den Doppellongen-Fall von den Pferdeflüsterern.

Schau mal auf vox.de, vlit findest du ja Dinge, die dir weiter helfen könnten. Auch wenn es nur kleine Details sind.

Hallo Lini,

ganz ehrlich? Ich würde dieses Pferd gar nicht mehr longieren. Das Longieren soll ja gerade der Lockerung und Gymnastizierung dienen, aber der arme Kerl bekommt ja da die nackte Panik und ist dann alles andere als entspannt.

Du weißt nicht, was mit ihm gemacht wurde, vielleicht hat ihn mal jemand an der Longe richtig verkloppt und er konnte nicht mehr weg, was sich nun für sein Leben lang eingebrannt hat. Habt ihr eine Longierhalle oder Round Pen? Dann lass ihn dort ohne Longe laufen, vielleicht hat er so keine Angst.

Wenn er gesund ist, dann reite nur oder führe ihn. Man kann nicht jedes Pferd gleich behandeln und wenn ein Pferd Panik vor dem Longieren hat, dann muss man sich eben etwas anderes ausdenken. Und Linksgalopp kann man genauso gut - wenn nicht sogar noch besser im Sattel üben.

LG Bage

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