Mein Pferd geht im Gelände beim Gallopp immer durch. Was kann ich tun?

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4 Antworten

Aaaaalso.

Sattel ist vom Sattler gecheckt und wurde auch umgepolstert, während sie Muckis aufgebaut hat? Das, was auf ihren untrainierten Hängerücken passt, passt jetzt auf den besser bemuskelten und nicht mehr hängenden nicht mehr richtig drauf.

Wie wird sie denn gehalten? Steht sie in der Box oder im Offenstall? Ist sie vorm Reiten auf der Koppel oder ists ein Kaltstart? Grade in letzterem Fall wärs nachvollziehbar dass sie dir abfährt, jetzt haut einem die Hitze den Kreislauf nimmer so zusammen und Muckis hat sie jetzt auch...

Die Heulage aka Gärheu würd ich nicht haben wollen in meinem Pferd, unser Stallbesi hat zwar auch welche gemacht, aber ich hab ihm gleich schon gesagt dass ich das nicht haben will und mein Pferd bitte Heu kriegt. Einerseits, weil gutes Gärheu sehr viel Eiweiß hat und in einem pH-Wert von etwa 3 liegt - das Pferd muss die durchs Futter aufgenommene Säure über Natriumbicarbonat im Speichel puffern, aber für so viel Säure sind Pferde nicht ausgelegt, dadurch übersäuern sie und zusätzlich muss der Körper noch NaHCO3 freisetzen, das findet man in den Knochen, die dadurch angegriffen werden. Ein übersäuerter Magen neigt zu Magengeschwüren, grade wenn das Pferd sowieso nicht 24/7 fressen darf, und wer Bauchweh hat, arbeitet nicht gern mit. Gähnt sie? Gähnen ist beim Pferd ein Zeichen für Magenprobleme, nicht für Müdigkeit! Andererseits will ich kein Gärheu, weil wenn die Gärung nicht komplett durchläuft, also bis zu einem pH von etwa 3, schädliche Bakterien überleben, zB Clostridium botulinum, aus dem das Botox-Gift gewonnen wird. Können sich Starlets gern ins Gesicht spritzen, aber mein Pferd bitte frisst das nicht. Abgesehen davon überleben Schimmel, Hefen und andere Bakterien, und wenn ein Gärheuballen nicht innerhalb von 2, 3 Tagen weggefüttert wird, setzt die Nachgärung ein und schädliche Bakterien vermehren sich.

Pferde haben übrigens eine andere Verdauung als Menschen, die können Öl nicht gut verwerten. Sie haben keine Gallenblase, also läuft die fettspaltende Galle durchgehend in den Dünndarm (bei uns wird portionsweise mit dem Nahrungsbrei aus dem Magen ein bisschen abgegeben). Nachdem die Dünndarmpassage nur 1,5h dauert, muss in dieser Zeit das gesamte vorhandene Fett gespalten sein, weil im Dickdarm kann der Körper nix mehr damit anfangen und es schädigt die dort befindliche Darmflora, die aber wichtig ist, um Spurenelemente und Vitamine aufzunehmen. Also kann ein Pferd pro Futterportion maximal 80g Fett aufnehmen, nachdem zB Hafer einen Ölanteil von 5-7% hat, kommen so bei einer Portion von 500g schon um die 30g Fett zusammen. Bissel was ist im Raufutter auch drin, und dann bleibt nur mehr ein Esslöffel zusätzlich, den das Pferd wirklich verwerten kann. Übrigens am besten Omega-3-haltige Öle, die der natürlichen Ernährung am nähesten kommen, also Lein- oder Rapsöl (allerdings werden die, sobald man sie öffnet und nicht kühl lagert, schon ranzig - lange bevor man das riecht. Und ranziges Öl erhöht den Vitamin E-Bedarf, um es überhaupt wieder aus dem Körper zu kriegen, da hat das Pferd dann nur Nachteile davon).

Zu viel Zucker (und das haben so gut wie alle pelletierten Müslis, weil die Pellets mit Melasse zusammengekleistert werden) schädigt die Darmflora auch. Ich hab jetzt mal nachgesehen, dass man von deinem Futter keine Inhaltsangabe findet, find ich schon mal bedenklich. In welcher Form die erwähnten Mineralstoffe drin sind, wär schon wissenswert. Für unter 1€/kg kriegt man nämlich nur die Stoffe, die zwar zB Zink enthalten, aber fürs Pferd nicht verwertbar sind - die verwertbaren kosten nämlich schon als Rohstoff mehr...

In welcher Form gibst du ihr das Magnesium? Das kann nämlich auch übersäuern. Ich habs meiner auch eine Zeitlang gegeben, aber nachdem sie immer mehr übrig gelassen hat (und ich nicht wirklich einen Unterschied zu vorher feststellen konnte), lass ichs jetzt wieder und plötzlich frisst sie ihren Hafer wieder so wie ein Staubsauger... Also würd ich dir auch raten, von Müsli + Leinöl + Mg auf Hafer + gutes Mineralfutter umzusteigen, das ist der pferdischen Ernährungsweise gerechter und sie hat mehr davon (also sie kann mehr Nährstoffe draus ziehen mit so gut wie keinen Nebeneffekten).

Ansonsten: Arbeite an ihrer Rittigkeit, also fürs erste kein Galopp mehr im Gelände, sondern Schritt- und Trabarbeit. Auch draußen fordern und fördern, und dann wird das mit dem Galopp schon auch wieder was :)

Hmmm also mir ist mit einem Pferd, welches im gleichen Stall eingestellt ist, wie mein Pferd, etwas ähnliches passiert.

Habe den Wallach betreut, während der Besitzer im Urlaub war. Kannte das Pferd aus dem Training, bin es auch öfter in der Bahn geritten. Nun ist es so, dass ich nach dem Training zum Trockenreiten ganz gern ins Gelände gehe (nur Schritt) So habe ich es dann auch mit diesem Pferd gemacht (meine Sis war mit ihrem DRP-Mix dabei) Alles war gut, und ohne Vorwarnung, dreht dieses Pferd durch und rennt los. Ich konnte ihn weder durchparieren, noch lenken NIX (er rannte auf ne Bundesstraße zu). Hab dann von oben ins Reithalfter gepackt und bin abgesprungen (nicht nachmachen, war nicht die beste Idee, aber mir ist nichts besseres eingefallen) Der Ruck hat ihn dann zum stehen gebracht und mir die Schulter ausgekugelt.

Hab das dem Besi dann erzählt und der Wallach hat so ewas schon mal gemacht. Das Ganze konnte dann nur mit einer Bereiterin in den Griff bekommen werden. (Zähne, Rücken, Sattel, alles durchgecheckt - er hatte nichts körperliches)

Die Therapie:

  • viel Dressurarbeit im Viereck für die Durchlässigkeit
  • Rückwärtsreiten (z.B. Galoppsprungverkürzung)
  • Tempiwechesl inner- und außerhalb der Gangarten

    -Die oben genannten Punkte ebenfalls im Gelände praktizieren -Dressurlektionen im Gelände (Aufmerksamkeit)

  • zusätzlich Vertrauensübungen

Hat sehr lange gedauert, bis man mit dem Pferd wieder sicher im Gelände reiten konnte und ohne Bereiterin hätte der Besi das nicht geschafft.

Nimm das Thema nicht auf die leichte Schulter - das kann so gefährlich werden. Viel Glück bei der Arbeit mit deiner Stute. Liebe Grüße Charlyma

Hallo ich selber habe auch so einen gehfreudigen burschen wen er so drauf ist lasse ich ihn gar net gaoppieren lasse ihn traben und viel boden arbeit ach noch was wersuch sie malö ohne trense zu reiten

Klär die Rangfolge. Du bist ihr offensichtlich so egal, dass sie gar nicht auf dich hört, sie blendet dich einfach aus.

Wieso bekommt sie Silage? Das ist kein Pferdefutter, sondern für Rinder, meines Wissens nach zumindest. Zusatzfutter braucht sie überhaupt nicht, außer ein kompetenter TA behauptet etwas anderes auf fundierter Basis. Öl können Pferde als Vegetarier nicht verwerten, das solltest du weglassen.

Futterempfehlung? Heu 24/7 und im Sommer Gras, im Winter Saftfutter. Ende.

Das mit dem Sattel.. Ich hoffe einfach, dass da ein Sattler da war.

Und zur Abwechslung: Ohne Sattel sollte sie nicht geritten werden, das schädigt den Rücken sehr, vor allem bei leichtem Senkrücken!

Ps. Die Zähne bitte von einem Pferdedentisten anschauen lassen, ein TA ist dafür nicht geeignet.

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