Pferd bleibt jedes Mal während des Ausritts stehen und geht nicht weiter?

15 Antworten

Nun, du bist enttäuscht von der Situation? Von dem Pferd, von Dir selbst?
Wenn „selbst die Freundin, die voltigiert hat“ keinen Rat wußte, und du dich „grade noch halten“ konntest, weil das Pferd sich umdrehte und heim galoppierte, seid Ihr beide offensichtlich noch nicht so weit, dass Ihr ohne Reitlehrer ins Gelände gehen solltet.

Wir kennen nicht die gesamte Situation, kennen das Pferd nicht, wissen nicht, wie sattelfest du bist. Anscheinend nicht sehr, sonst würdest du so nicht fragen...

Was du richtig gemacht hast, ist zum Stall zurück zu kehren, als du Angst bekommen hattest. Denn in einer Situation, in der man sich völlig überfordert fühlt, ist Angst eine gesunde Schutzreaktion. Man sollte allerdings vermeiden, dass die selbe Situation öfter passierrt.

Wie wäre es denn, wenn Ihr erst mal versucht, die Pferde vom Stall weg zu führen statt zu reiten?

Und vor allem: was sagt denn der Besitzer dazu? Denn dieser ist doch natürlich der erste Ansprechpartner, wenn man mit einem Pferd Schwierigkeiten hat.

Konntest du denn schon mit ihm ausreiten ?

Aber ansonsten würde ich auch sagen: dass das Pferd das tut, weil es das kann und mit dem Heim zum Stall hast du dem Pferd auch noch bestätigt, dass er damit durchkommt, wenn er stehen bleibt und umdreht, er dann auch gleich zum Stall zurück kann, weil du dich "seinem Wunsch" anschließt.

Und für mich hat das, sorry, wenn ich das so deutlich sagen muss, auch was mit nicht ausreichend reiten können, um ausreiten gehen zu können, zu tun.

Das ist ungefähr so, wie wenn du mit einem Auto mit ausgeschlagener Lenkung und ohne funktionierende Bremse auf die Autobahn fährst und hoffst, dass du heil an deinem Ziel ankommen wirst.

Wenn du dich schon kaum halten kannst, wenn er aus dem Trab anhält und umdreht, dann fehlt es dir meiner Meinung nach auch noch an Sattelfestigkeit, die gerade im Gelände so manchen Unfall/Verletzung verhindern kann.

Wie gesagt, mit deiner Rückkehr in den Stall hast du ihn in seinem Verhalten bestärkt.

Beim Reiten gilt: der Mensch ist der Pilot und bestimmt sowohl Richtung und Tempo. Ist man dazu nicht in der Lage, geht man nicht ausreiten ! Siehe mein Beispiel mit dem Auto. Und mit einer RB schon zweimal nicht, denn es ist nicht dein Pferd, was du mit dieser leichtsinnigen Aktion gefährdest !

Dein erster Ansprechpartner ist der Besitzer des Herzchens, weiß er davon...?

Punkt 2: obwohl es nachvollziehbar u. vernünftig war, daß Pferd nach der Aktion in den Stall zu bringen, hat das Pferd jetzt eine Sache mitgenommen, nämlich es entscheidet u. macht was es will - u. kommt damit durch. Hier hilft nur absolute Konsequenz u. zwar ausnahmslos. Das fängt schon an beim Putzen, Führen, etc. Ihr solltet dringend an eurer Kommunikation bzw. eurem Verhältnis arbeiten

Klar gibt es ein paar Kniffe u. Tricks, die helfen können aber dazu musst du das Selbstbewusstsein haben, diese durchzusetzen. Und es ist auch nicht ganz ungefährlich. Geht das Pferd rückwärts, dann versuchst du nicht vorwärts zu reiten, sondern du schickst es rückwärts. Und zwar immer 3, 4, 5,... Tritte mehr, als es eigentlich machen wollte. Dann stehenbleiben, kurz warten u. ein Vorwärts anfragen. Bleibt es trotzdem stehen, lässt du es einfach. Du machst nichts, ausser das Rückwärts zu fordern, sollte es damit wieder anfangen u. verbietest jeg. Seitwärts, umdrehen, etc. Geht das Pferd vorwärts dann loben als gäbe es kein Morgen. Nach ein paar m umdrehen u. zum Stall zurück.

Die paar m dann jeden Ausritt langsam verlängern, bis ihr wieder auf Kurs seid.

Arbeite grundsätzlich an der Rittigkeit des Pferdes, nur so kommt ihr besser klar. Wäre vernünftig einen Trainer hinzuziehen u. erstmal nicht auszureiten.

Woher ich das weiß:Beruf – Pferdewirtschaftsmeister

Vorsicht mit solchem Rat an Leute, die sich, weil das Pferd umdreht und heim galoppiert, „grade noch halten können“....

Ich habe schon ein Pferd erlebt, das rückwärts im Trabtempo zig Meter zurück legte, bevor ich es wieder umdrehen konnte. Egal, was man macht, muß man mit einer Unvorhergesehen Reaktion umgehen können.

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@Urlewas

Darum

Wäre vernünftig einen Trainer hinzuziehen u. erstmal nicht auszureiten.
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Klingt schwer danach, dass ein Pferd dir nicht vertraut.

Du entfernst dich mit dem Tier von der schützenden Herde. Aus seiner Sicht ist das ein riesen Vertrauensbonus, das er mitgeht. Aber sobald die schützende Herde nicht mehr in Reichweite ist, zweifelt er an dir und sagt dir das ganz deutlich, indem er stehen bleibt, oder sogar in die andere Richtung rennt.

Bevor du mit ihm durch die Gegend reitest, solltest du mit spazieren gehen anfangen. Lass ihn dich außerhalb der Herde kennen lernen. Lass ihn deine Körpersprache beim spazieren gehen sehen, denn Pferde reagieren viel besser auf Körpersprache, als man ahnen möchte. Wenn er dich kennt und dir vertraut, kannst du ihn auch reiten, dann weiß er ja, wer da oben hockt und hat dann einen besseren Bezug zu dir.

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