Pferd "autscht" - Was tun?

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Beschlag hat noch viel, viel gravierendere Nachteile als dass er auf den Füßen von Kindern landen könnte: Durch die mechanischen Gegebenheiten bilden sich grundsätzlich Fehlstellungen aus, was man übrigens auch schon in den frühen 80er Jahren wusste, weshalb seinerzeit alle Schmiede den Pferdebesitzern zu einer beschlagsfreien Periode von mindestens 6 Monaten geraten haben, um die Nachteile des Beschlags wieder zu korrigieren. Die Stellungsfehler schaden den Gelenken, dem Bänder- und Sehnenapparat und letztendlich auch der Wirbelsäule des Pferdes. Durch seine Materialeigenschaften gibt er extreme Stöße auf das Skelett und die Muskulatur des Pferdes. Grundsätzlich haben beschlagene Pferde, die exakt so leben (also zwei Pferde mit gleichen Haltungsbedingungen, ähnlichem Trainingspensum bei gleichem Trainer ...) härtere, weniger flexible Muskulatur als unbeschlagene. Grundsätzlich haben beschlagene Pferde weitaus häufiger Beinverletzungen und Verschleißprobleme. Es erschließt sich mir nicht, weshalb so viele Menschen davor die Augen verschließen und einfach nageln oder kleben lassen.

Dein Problem ist: Das Pferd bildet seine Hornkapsel immer für den Untergrund aus, auf dem es sie braucht. Wenn ein Pferd 24 Stunden Weidehaltung hat und täglich eine Stunde von der Weide geholt und auf der Anlage geritten wird - wofür braucht es dann die Hufe? Genau, für Wiese und Sand. Also wird es weiche Hufe bilden. Lebt ein Pferd auf harten Böden (häufig in Aktivställen) und wird immer im Gelände geritten, wird es die Hufe dafür ausbilden.

Was schon Fakt ist: Je besser die Hufbearbeitung - und es gibt da himmelweite Qualitätsunterschiede -, desto besser laufen sie trotz fehlender Gewöhnung. Nur liegt die Wahl des Hufbearbeiters ja auch nicht in Deiner Hand. Das ist schon problematisch bei nicht eigenen Pferden, man ist einfach von Meinung und Entscheidung des Besitzers abhängig.

Man sollte schon in gewissem Rahmen das Pferd den Weg auswählen lassen, denn es weiß, was ihm gut tut. Abstürzen muss man deswegen nicht. Das ist eine Frage des Reitkönnens bzw. dessen, wie einem das Pferd vertraut, ob es der Entscheidung des Menschen "hier in diesem Abschnitt ist es nicht möglich, dass Du am Rand gehst" folgt.

Wenn ein Pferd mit Schuhen stolpert, hat es ein unpassendes Modell. Menschen, die ihren Pferden noch nie ein passendes gekauft haben, erzählen auch oft von einer Gewöhnung an den Schuh. Nein, einen solchen würde ich nicht kaufen, da würde ich so lange weiter suchen, bis ich einen passenden habe. Meine Pferde laufen mit Schuhen kein bisschen anders als ohne, nur motzen sie auf grobem Schotter mit Schuhen gar nicht bzw. werden auch bei Tagesritten nicht müde, was sie komplett barhuf schon mal werden.

Dass ein beschlagenes Pferd seinen Fuß nie umsetzt auf eine andere Stelle, seinen Takt für das Umsetzen unterbricht, liegt nicht daran, dass es mit Beschlag mehr aushält, das ist eine Fehlinterpretation des Menschen. Beschlag macht durch seine physikalischen Eigenschaften das Bein taub. Es spürt auf die gesamte Beinlänge weniger, erheblich weniger als ein Barhufer spürt es von den großen Gelenken (Karpal- und Sprunggelenk) abwärts. Das heißt, es tritt genauso bescheuert auf, nimmt nur den Fuß nicht weg, weil es nichts davon weiß. Dann schrottet es sich dadurch, dass es nicht reagiert langfristig Sehnen und Gelenke, aber der Mensch hat ein ruhiges Gewissen, weil er meint, ihm täte nun nichts mehr weh und weil er jede Reaktion aufgrund von "oh, da steh ich blöd, stell ich den Fuß doch lieber nochmal nach dort um" gleich interpretiert als "oh Gott, mein armes Pferd hat Schmerzen".

Hallo,

nur zwei Mal pro woche über härteren boden reiten, wird nichts bringen. Unsere Pferdchen laufen auch alle barhuf, sind das aber auch über Jahre gewohnt. Auch die Pferde die zur Turniersaison immer Eisen trugen, hatten nie Probleme mit der Umstellung. Nur unser "Schimmelchen" hat bis heute Probleme mit Schotterböden oder Kies. Steht wie alle anderen, frisst wie alle anderen, wird "gleich" bearbeitet. Da bleibt dann nur die Strecken meiden, absteigen und führen oder aber vernüfntige Hufschuhe

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Ja ich glaub das mit dem dran gewöhnen bringt nichts, wenn nur ich das mach.

Dann muss ich wohl weiterhin versuchen, die Wege zu meiden oder nochmal mit der Besitzerin wegen den Hufschuhen reden.

Danke für die Antwort :)

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Wenn das Pferd nur auf weichen Böden wohnt, dann ist sie harte Wege einfach nicht gewöhnt. Der Huf stellt sich auf die am häufigsten vorkommenden Gegebenheiten ein - wäre er bei einem Pferd, das 98% seiner Zeit auf weich verbringt, auf hart eingestellt, wäre er gleich mal viel zu hoch und unbequem. Also passt sich der Huf dem Boden an.

Da hilft es dann auch nix, wenn du das Pferd 2x die Woche eine Stunde über harte Böden prügelst - das muss sich über längere Zeit, zumindest eine "Sohlendurchwachsperiode" (sprich ca 8 Wochen) auf festen Untergründen bewegen, damit sich was tut.

Normalerweise sollte jedes Pferd mit einer halbwegs vernünftigen Hufform auch auf Schotter, auch wenn es Wiese gewöhnt ist, recht gut vorwärts kommen. Eine Ausnahme bildet Bruchschotter (das sind recht grobe, scharfkantige Steine), wie er leider gern zum Befestigen von Wegen genommen wird - der tut weh, weil die Spitzen ja hochstehen. Auf festgefahrenem, feinem Schotter sollte das allerdings schon gut gehen. Ist dem nicht so, dann passt vermutlich die Bearbeitung nicht so ganz.

Dass sie nicht beschlagen will (auch wenn die Gründe Blödsinn sind - ein guter Tragrand am Zeh tut genauso weh wie ein Eisen), find ich super ;-) ist gesünder fürs Pferd. Und dass sie mit Hufschuhen stolpert, wird wahrscheinlich an deren Passform liegen, denn Hufschuh ist bei weitem nicht gleich Hufschuh, da gibt's vom Ballerinaähnlichen Gummiüberzug bis zum klobigen Waldbrandaustreter ja die ganze Bandbreite - ob die Besitzerin allerdings gewillt wäre, da andere auszuprobieren, kannst nur du einschätzen.

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Ja sie ist nur weiche Böden gewohnt, normal steht sie den ganzen Tag auf der Koppel und nachts in einem Laufstall mit Stroh. Auf dem Platz liegt nur Sand.

Das mit dem Anpassen des Hufes an den Boden weiß ich bereits.

Bei uns liegt leider fast überall im Gelände Bruchschotter :/, die Wege versuch ich schon immer möglichst zu vermeiden. Aber selbst auf kleinem Schotter läuft sie total ungern und langsam... Ich versuch sie dann meistens immer einfach mehr zu treiben, damit sie wieder zügiger vorwärts geht. Was aber meistens nicht wirklich funktioniert und die anderen Reiter dann immer auf mich warten müssen und sich beschweren, dass ich doch mein Pferd mehr treiben soll...

Ja ohne Eisen ist gesünder für sie und mich stört das ja auch nicht und ich finde es eigentlich auch ganz gut. Nur weiß ich nicht, ob es wegen dem "Autschen" im Gelände nicht sinnvoller wäre, da das mit dem dran gewöhnen anscheinend ziemlich schwer wird bei ihr.

Ich weiß leider nicht genau, welchen Hufschuh die Besitzerin ausprobiert hat :/

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@SVGTimer

Rechne dir mal den Anteil der Zeit in der Woche aus, den das Pferd im Gelände verbringt - selbst wenn du 3x 2h pro Woche raus gehst, braucht das Pferd zu 96,4% keine Eisen ;-)

Na so wie das klingt sind die Hufe wohl doch nicht so gesund. Auf feinem Schotter kommt sogar mein Ex-Hufrehe-Kandidat mit seiner irreparabel kaputten Aufhängung ohne Probleme vorwärts...

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