Pferd auf Gummibeschläge umstellen?

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4 Antworten

Auf keinen Fall. Ich habe schon genug Pferde erlebt, die sich aufgrund des Aufstoppens des Kunststoffs auf allen Böden schon die Beine gebrochen haben - oder war es Zufall, dass alle Pferde, die ich in den letzten 5 Jahren erlebt habe, die sich das Bein gebroche haben, Kunststoffbeschläge getragen haben? Das Fußungsverhalten, wenn man beobachtet, ist schnell klar, dass das zu Überlastungen von Sehnen- und Bänderapparat sowie Gelenken führt.

Auch bringt JEDER Beschlag physikalische Nachteile mit sich. Ist einfach so, liegt daran, dass er sich nicht anders am Pferdehuf befestigen lässt bzw. die Beweglichkeit dessen einschränkt. Jeder halbwegs verantwortungsbewusste Schmied rät daher zu einer jährlichen beschlagsfreien Periode, die mindestens so lang sein soll wie die Beschlagsperiode, d.h. Du vertagst damit das Problem und erzeugst x neue.

Wenn ein Pferd, das nie beschlagen war, empfindlich ist, dann ist es meist ein Bearbeitungsproblem. Auf www.difho.de findest Du unter "Kontakt" alle anerkannten Huforthopäden des Instituts bzw. auch die vor der Anerkennung, die auch schon zu den top Leuten der Hufbearbeitung gehören. Die lösen Dir praktisch jedes Problem. Ich habe noch keinen DIfHO Huf gesehen, der sich nicht immer weiter verbessert hatte, bis das Potential, das die Biomechanik des Pfedes begrenzt, ausgeschöpft war. Die Schmiede hingegen erreichen das lang nicht, ich könnte mir vorstellen, weil sie ja die Möglichkeit des Beschlags sehen und sowohl am Beschlag selbst als auch an dessen verdienen können.

Frag Dich doch mal bei den DIfHO-HOs durch, ob einer mal zu Dir kommen würde. Und keine Sorge, wenn keiner so nah ist, wie Du denkst, dass sie fahren ... ich kenne welche, die im Umkreis von 200 km Kundschaft haben.

Mein Pferd hat mit den Hufen keine Probleme, zeigt aber eine Art "stolpern", wenn er schräg auftritt, also nur mit einer Hufseite auf einen größeren Stein. Sein Fesselgelenk ist nicht mehr das beste, er war ja auch > 12 Jahre beschlagen, bevor ich ihn umgestellt habe und die heftigen Stöße sowie die unphysiologischen Belastungen aus dem Beschlag führen gern mal zu Arthrosen. Auch hier kann ein Hufschuh Abhilfe schaffen, da die Sohle meist von ihren Eigenschaften her in der Lage ist, einen Teil des schräg fußens weg zu nehmen. Ein Renegade ist für solche Pferde fast zu hart.

Beim Schuhe anpassen, gilt aber immer, dass ein Fachmann vor Ort sich die Hufe ansehen sollte, denn neben der Größe spielen noch einige Faktoren mehr eine Rolle, was dem jeweiligen Pferd an Modell passen wird, sodass es auch dran bleibt beim Reiten.

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Kommentar von hupsipu
08.01.2016, 19:57

Ich wedel mal ein bisschen mit dem DHG-Fähnchen! Die sind nämlich genauso gut wie die Difho, abgesehen vom persönlichen Gezicke ist da ja kaum ein Unterschied... (Und wenn man beide abfragt hat man inzwischen fast überall in D eine Chance, jemanden zu finden)

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Kommentar von Islandpferde98
09.01.2016, 11:37

Danke werde direkt mal anrufen :)

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Erst mal einen gescheiten Bearbeiter - empflindliche Hufe haben die allerwenigsten Pferde - um eine Zahl zu nennen 1 von 100.000 und die sind dann wegen Krankheit empfindlich.

Ein Huf braucht immer sehr viele verschieden Untergründe um auf ihnen zu laufen, um gut zu sein.

Bevor ich ein Pferd beschlagen lassen würde (egal mit was) würde ich Hufschuhe ausprobieren. Es gibt heutzutage geniale Hufschuhe, die sagenhaft passen und relativ leicht zum anziehen und ausziehen sind.

Mit Hufschuhen hat man dann Hufschutz wenn man ihn braucht und nicht für 24 / 7 Stahl oder Gummilatschen an den Hufen.

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Ich würde die Hufbearbeitung überprüfen lassen und rate dir zu einem Huforthopäden von der DHG (oder vlt auch von der difho).  

Findest du auf dhgev.de

Einfach, weil sie zu 99% mehr Ahnung als Schmiede habe, denn die lernen Eisen und wie man sie rauf- und runter macht. HOs lernen alles rund um den Barhuf.  

Notfalls würde ich Hufschuhe kaufen (auch da kann dir ein HO bei der Auswahl helfen) anstatt die unzähligen Nachteile von Eisen und anderen Beschlägen in Kauf zu nehmen.

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