Pferd am zügel... Wie?!

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6 Antworten

Also erstmal: Ausbinder weg!!

Reite mit ihr erstmal Schritt am langen Zügel, sie soll fleißig vorwärts gehen und sich vorwärts-abwärts strecken...... reite sie wenn möglich nur mit Gewichts- und Schenkelhilfen. Anfangs kannst du dich auch übertrieben mit dem Körper in die Richtung lehnen in die du abbiegen willst...Bis sie es gelernt hat und den Schenkel- und Gewichtshilfen willig folgt. Meine Stute kann ich jetzt ohne Zügel kreuz und quer reiten :-)

Dann nimmst du die Zügel an und reitest zunächst im Schritt viele Biegungen, Zirkel. Ellenbogen liegen am Körper an, der äußere Zügel muss so kurz sein, dass er durchgehend Verbindung zum Pferdemaul hat - er hält später den Kopf des Pferdes unten. Mit dem inneren Zügel gibst du Impulse (zB den Zügel vom Hals weg nach innen nehmen und wieder zurück...leicht die Hand eindrehen...), bis dein Pferd den Kopf tiefer nimmt. Du musst ausprobieren, was zu ihm passt, eher etwas lockerer innerer Zügel etc..... Wichtig dabei: schön vorwärts treiben, fleißiger Schritt! Der äußere Schenkel begrenzt das Pferd, er liegt hinter dem Gurt. Innerer Schenkel treibt. Wichtig auch, dass die Hinterhand mitbewegt wird und sich auch biegt...

Ist schwer, das ganze theoretisch ohne Pferd zu erklären, frag am Besten nochmal einen Reitlehrer....

Sehr gut lässt sich das auch vom Boden aus üben ("Reiten vom Boden aus").

LG

Niinchen96 19.03.2012, 13:43

Vielen dank für deine antwort;) konntest mir sehr viel weiterhelfen ..

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BlackRaven88 19.03.2012, 13:48
@Niinchen96

gern geschehen!! hoffe, du verstehst es einigermaßen... :-) könnte es dir natürlich besser am pferd direkt zeigen....

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Diese antwort gab ich einem anderen Fragesteller mit dem selben Thema:

Vielleicht helfen dir diese Tipps:

Es ist völlig egal, ob das Pferd die Rübe oben hat oder nicht - solange die Hinterhand aktiv ist. Also: kümmere dich darum, dass das Pferd fleissig untertritt, dann regelt sich das mit dem Kopf meist von selbst - ohne, dass man viel mit der Hand machen muss.

Nicht permanent treiben. Das strengt dich viel zu sehr an und du wirst unaufmerksam. Du musst es hinkriegen, das Bein ständig "auf Tuchfühlung" halten zu können und nur dann zu drücken, wenn das Pferd zu langsam wird. Ansonsten hast du es nur begleitend am Pferd. Deine Beine rahmen das Pferd ein, begrenzen es nach links und rechts, so dass es wie eine Eisenbahn zwischen deinen Beinen hergeht.

Stelle mit den Zügeln eine "Gummibandverbindung" her. Beide Zügel stehen an, aber weich, als wären sie aus Gummi, folgen der Maulbewegung. Aber sie hängen niemals durch! Jedesmal, wenn ein Zügel durchhängt, gibt es eine Irritation am Gebiss, das Pferd könnte den Kopf wieder hoch nehmen.

Während du reitest und die Gummibandverbindung hältst, spielst du ein wenig mit den Fingern des inneren Zügels. Nur ganz wenig. Die Finger bewegen sich leicht aber mehr oder weniger dauernd. Achte darauf, dass sich nur die Finger bewegen, nicht die Hand!

Die äußere Hand ist weich, der Zügel liegt am Hals an. Die äußere Hand ist immer unten.

Wenn du mit dem Reiten beginnst, fange mit hingegebenem Zügel an und reite sofort große Bögen (Zirkel, Schlangenlinien, sehr große Volten) auf beiden Händen. Wenn es dir gelingt, ohne Zügeleinwirkung. Wenn du musst, zupfst du ganz zart und kaum merklich am inneren Zügel, damit das Pferd in die neue Richtung guckt und abwendet. Setze dabei auch deinen Körper ein, d.h. sitze schwer nach rechts, wenn du rechts abwenden willst (achtung: Nicht in der Hüfte einknicken!). Verlange dabei einen fleißigen Schritt.

Das Pferd wird dabei beginnen, auf den gebogenen Linien, weit unterzutreten, aktiv mit der Hinterhand zu werden, ohne dass es mit den Zügeln gestört oder gar gebremst wird.

Für dich gilt: sitzt du bequem? Versuche mal, wie ein "nasser Mehlsack" auf dem Pferd zu sitzen, wie eine "alte Oma" und atme dabei häufig aus. Wenn du dich so entspannt auf dem Pferd "räkelst", wird sich dein Pferd ebenfalls sehr entspannen. Den geraden Sitz findest du von selbst wieder, wenn dein Pferd den Rücken aufwölbt.

Wichtig auch: du musst dich NUR auf dein Pferd konzentrieren. Stell dir in Gedanken vor, wie es aussehen soll, welche Körperhaltung es für diesen Moment einnehmen soll. Das hilft auch sehr.

Wenn deine Konzentration nachlässt (das ist oft schon nach wenigen Minuten der Fall!), dann halte an, atme durch, mache eine kleine Pause und beginne von vorn.

Nach 15-20 Minuten sollte dein Pferd in einem ruhigen Schritt gelassen aber fleißig durch die Bahn schreiten.

Jetzt kannst du die Zügel weiter aufnehmen, Zentimeter für Zentimeter - behutsam. Jetzt reitest du dein Pferd am Zügel immer noch im Schritt auf den gebogenen Linien. Achte sehr darauf, dass du am inneren Zügel leicht spielst, der äußere Zügel relativ "unbeteiligt" am Hals liegt. Das innere Bein kann das Spielen etwas unterstützen. Achte sehr darauf, dass das Pferd korrekt gestellt ist - vor allem beim Richtungswechsel. Stell dir vor, dass du dich mit deinem Pferd wie ein Grashalm im Wind wiegst - nach rechts und links, je nachdem in welche Richtung es geht. Diese lösende Biegearbeit ist wie ein gemeinsamer Tanz.

Verstehe das "durchs Genick reiten" so: Du lockst dein Pferd nach unten. Du machst deinem Pferd das Angebot, weil es für das Pferd angenehm ist, mit rundem Hals zu gehen. Dein Pferd wird dir willig folgen, wenn deine Hand für ihn auch wirklich verlockend ist, weil sie fürs Pferd angenehm ist und nicht stört. Man sagt ja auch: Das Pferd geht in "Anlehnung". Gemeint ist die Anlehnung an die Hand. Mache es deinem Pferd also so angenehmm wie möglich.

Ich würde mit dem Pferd mehrere Tage, vielleicht sogar Wochen NUR diese Schrittarbeit machen, nicht traben, bis ihr zwei Sicherheit gewonnen habt.

Danach legst du eine Trabphase ein - von Anfang an nur auf gebogenen Linien. Und nur kurze Reprisen und nur so lange, wie du dich konzentrieren kannst.

Wenn du dein Pferd für einige Minuten gut "am Zügel" hattest, schmeiß die Zügel hin und mache für ein paar Meter Pause (am Hals loben!), und mache dann wieder sofort weiter.

Die häufigen, sehr kurzen Pausen, entspannen euch beide auch. Das Pferd lernt: Wenn es sich anstrengt kommt rasch eine Pause, es darf entspannen. Umso konzentrierter ist es in den Minuten dazwischen.

Sei dir sicher, dass du es mit dieser Methode bestimmt bald schaffen wirst. Schon alleine deshalb, weil du dir darüber Gedanken machst, was du verbessern kannst.

Also wichtig ist, dass Du nicht versuchst Dein Pferd in eine Form pressen zu wollen. Lass Deine Hände einfach ruhig stehen (lieber mal etwas steigen lassen, wenn Dein Pferd sich nach oben aushebeln will). Und reite vorwärts - aktiviere also erst mal die Hinterhand... damit treibst Du nämlich Dein Pferd von hinten vertrauensvoll in die Hand hinein. Und wenn sich Dein Pferd dann an die Hand rantraut, gib nach und lass es sich nach vorwärts abwärts dehnen. So schafftst Du Vertrauen und Wohlbefinden

Auf keinen Fall vorne halten wollen und erstmal "am Zügen reiten" und dann den Rest - so funktioniert es auf Dauer nie.

Also wie ich meinem Pflegepferd das "am-Zügel-gehen" beigebracht habe, habe ich es mit folgender Übung angefangen...

Im Stand die Zügel aufnehmen und einen leichten Druck ausüben...immer mehr Druck aufbauen und wenn das Pferd ein bisschen rund wird...sofort die Zügel geben...Das Pferd wird schnell lernen das es nachgeben und rund werden soll...wenn das passiert, dann wird es auch in den Gangarten leichter werden...

Dann noch eine Übung...wieder im Stand...an einer Seite die Zügel ganz locker lassen...die andere Seite aufnehmen und den Kopf des Pferdes auf die Seite führen..es kurz allein halten lassen und dann wieder die Zügel geben...das ist gut für die links und rechts Biegung..:)

Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen :)

Lass auch mal zähne überprüfen .... Wenn da harken sind, sind die pferde auch sehr fest im maul .....

Ausbinder abmachen und dann ganz viel Dressur reiten, also biegen, stellen, Bahnfiguren reiten und vor allen Dingen Dressureinzelunterricht nehmen!

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