Pfefferspray und Körperverletzung, was passiert bei Anzeige, selbst schuld?

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9 Antworten

Hallo Ix3lola,

wenn Du Deinen Freund anzeigst, leitet die Polizei ein Strafverfahren gegen ihn nach folgender Rechtsgrundlage ein:

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§ 224 StGB - Gefährliche Körperverletzung

(1) Wer die Körperverletzung

  1. durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen,
  2. mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,
  3. mittels eines hinterlistigen Überfalls,
  4. mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder
  5. mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung

begeht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

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Allerdings kann er sich unter Umständen auf folgenden Paragraphen berufen, denn Du darfst ihn nicht auf die von Dir beschriebene Art am Verlassen der Wohnung hindern:

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§ 32 StGB - Notwehr

(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.

(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

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Das heißt, wenn die Staatsanwaltschaft bzw. der Richter auf Notwehr erkennt, kann es sein, dass er Straffrei ausgeht.

Soviel zum Strafverfahren gegen Deinen Freund

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Nun kommen wir zu Dir.

Du hast Deinem Freund am Verlassen der Wohnung durch versperren der Haustüre mit Gewalt gehindert, so dass es (wie Du geschrieben hast) zu einem ziemlichen Gerangel kam.

Eine Freiheitsberaubung gem. § 239 StGB (https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/\_\_239.html) lag meines Erachtens zwar nicht vor, denn ein nur kurzfristiges hindern am Weggehen fällt laut gängiger Rechtsprechung  nicht unter den Begriff der Freiheitsberaubung.

Aber Du hast ihn wie gesagt mit Gewalt vom Verlassen der Wohnung abgehalten und zum bleiben genötigt. Diesbezüglich würde die Polizei ein Strafverfahren gegen Dich nach folgender Rechtsgrundlage einleiten:

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§ 240 StGB - Nötigung

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.

(3) Der Versuch ist strafbar.

 

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Hast Du ihn bei dem Gerangel verletzt, droht auch noch eine Verurteilung wegen Körperverletzung, gem. § 223 StGB.

Zum Rechtsverständnis, nochmal ein Hinweis.

Irgendwie haben all meine Vorredner Deine und seine Handlung in einem Topf geworfen.

Strafrechtlich wird aber gegen jeden von Euch beiden ein eigenständiges Strafverfahren eingeleitet.

Im Strafverfahren gegen ihn, wird geprüft ob und welche Tatbestände er erfüllt und  wenn er welche erfüllt hat und keine Notwehr gelten machen kann, kann er auch verurteilt werden.

Für Dich gilt aber genau das Gleiche. Auch gegen Dich wird ein selbstständiges Strafverfahren eingeleitet und geprüft ob und welche Tatbestände Du erfüllt hast und wenn Du welche erfüllt hast kannst Du auch verurteilt werden.

Es spielt im Grunde genommen bei der Urteilsfindung keine oder nur eine geringe Rolle, ob der Gegner für seine Tat verurteilt wurde oder freigesprochen wurde.

Entscheidend für das eigene Verfahren ist nur, ob man selber die Tatbestandsmerkmale der entsprechenden Gesetze erfüllt hat.

Schöne Grüße
TheGrow

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Das Problem war einfach, dass ich von ihm hören wollte was sein Problem ist und bekam keine Antwort. Darauf hin wollte er eben die Wohnung verlassen was ich zu verhindern versucht habe. Ich hab einfach Angst davor dass ich ihn Anzeige und dann nichts passiert und er weiterhin sein Leben so genießen kann. Ich finde sowas sollte bestraft werden. Habe aber schon oft gelesen dass bei einer Anzeige dann nichts passiert ist.

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Kommentar von TilidinCut30
17.04.2016, 15:24

Ja dann zeig ihn doch an und dann wirst Du es ja sehen was passiert! Aber so kann man das schlecht sagen, was am Ende dabei rumkommt. 

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Gehe auf alle Fälle zur Polizei sowie ins KH. Ertatte bei der Polizei Anzeige wegen Körperverletzung. Du hast eindeutige Zeichen dieser Körperverletzung. Ob du ihn gehen lässt oder nicht, zumindest so wie beschreiben, das rechtfertigt nicht eine solche Reaktion. Also, erstatte Anzeige und lasse das nicht durchgehen.

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Wenn er gehen will, dann musst Du ihn gehen lassen! Natürlich darf er Dich nicht schlagen, dass geht garnicht! Auch das man dann Pfefferspray verwendet, dass geht auch garnicht! Das ist ja echt übel bei Euch! Trennung würde ich empfehlen! Er würde sicher wegen Körperverletzung verurteilt werden, aber ob Du vom Gericht verschont bleibst, dass kann ich nicht ausschließen. Du hast ja versucht ihn festzuhalten und das nennt man versuchte Freiheitsberaubung in einem minderschweren Fall. Aber ich glaube, dass wird bei Dir nicht so schlimm enden. Trennt Euch! Schlagen und so geht garnicht! 

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Kommentar von Ix3lola
17.04.2016, 14:45

Ich arbeite in einem sozialen Beruf, kann mir dort auf keinen Fall eine Anzeige oder sonstiges erlauben. Bin echt am verzweifeln gerade was das richtige ist 

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Du musst ihn anzeigen das nennt man Korperverletzung du hast schäden davon getragen

Du bekommst nix er hat nicht verhäktnis mäßig reagiert ganz einfach

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pack dich an die eigene Nase, du hast ihn am Rausgehen gehindert. Must ja eine Wildkatze sein. 

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Kommentar von Ix3lola
17.04.2016, 14:42

Und das rechtfertigt eine Frau so zu verprügeln?

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Kommentar von deathbyhacks
17.04.2016, 14:50

Bist du eigentlich total behindert??

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mach anzeige! kommt drauf an was das problem zwischen euch war du hast ja ihn keine feuste verpasst oder pfefferspray eingesprüht sondern er dir

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Am Anfang war es Freiheitsberaubung. Er hatte ein Recht, die Wohnung zu verlassen. Aber wiederum er hat dir starke KV zugetrieben und ich glaube das is schlimmer.

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verhältnis mäßig gehandelt :)

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Kommentar von FLUPSCHI
17.04.2016, 14:34

die antwort sollte auf meine rauf lach

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