Pfefferspray bei der Selbstverteidigung im Ernstfall erlaubt?

8 Antworten

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Pfefferspray

Pfefferspray (Strahl/Nebel/Gel/Schaum/Piexon) hat in D keine Zulassung als Abwehrspray gegen Menschen erhalten. 

Desshalb darf es ausschließlich als Tierabwehrspray verkauft werden. (Muss draufstehen).

Dosen ohne diese Kennzeichnung (z.B. aus dem Ausland oder von Behörden) sind in D verbotene Waffen! 

Pfefferspray als Tierabwehrspray fällt nicht unter das WaffG und unterliegt somit auch nicht den 

Beschränkungen von RSG (ReizstoffSprühGeräte) mit CS/CN- Wirkstoff die erst ab 14 sind. 

Es gibt KEINE Altersgrenze für Pfefferspray!

In einer Notwehrsituation darf Pfefferspray auch gegen Menschen eingesetzt werden.

Einsatz von Pfefferspray gegen Menschen ist immer eine Körperverletzung, 

straffrei ausschließlich bei berechtigter Notwehr (§32StGB)o.ä.

https://www.youtube.com/results?search_query=pfefferspray+strahl

NOTWEHR wird geregelt in §32StGB, www.gesetze-im-internet.de/stgb/__32.html

danach darf man alles ! tun was "erforderlich" !!! ist einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Das muß auch kein Angriff auf Leib & Leben sein, alle individuellen Rechtsgüter sind Notwehrfähig.

Lass dir nicht einreden du dürftest erst reagieren wenn der Angriff schon im Gange ist, 

bei einem Angriff mit Tötungsabsicht wäre das eindeutig zu spät.

Im §32StGB steht nichts von verhältnismäßig*. Es kann auch Notwehr sein einen unbewaffneten Angreifer zu töten, wenn kein milderes erfolgversprechende Mittel verfügbar ist.

Man muss sich auch keinesfalls auf einen Kampf mit ungewissem Ausgang einlassen. (Von wegen Angriff nur mit gleichen Mitteln abwehren).

Selbstverständlich endet das Recht auf Notwehr sobald der Angriff beendet ist.

Andererseits wird jede Körperverletzung nachträglich durch unser Rechtssystem im Einzelfall untersucht und dann werden Unbeteiligte anhand der Fakten und Zeugenaussagen entscheiden ob die Tat "erforderlich" war oder bestraft wird. 

Es gibt kein Rezept und keinen Freibrief für eine Situation die jemand von vornherein ein Recht auf ein bestimmtes Notwehrverhalten zuspricht. 

Wenn du dir einen Überblick verschaffen möchtest was Gerichte für Urteile fällen lies hier: 

https://dejure.org/dienste/lex/StGB/32/1.html

Ein besonders interessantes Urteil weil hier zur Notwehr eine illegale Schusswaffe eingesetzt wurde:

http://www.quellengrun.de/index.php?option=com_content&view=article&id=160

Oder hier mit einer legalen Schusswaffe gegen die Polizei:

http://www.stern.de/panorama/stern-crime/polizist-erschossen-bundesgericht-spricht-hells-angel-frei-3875278.html

Ich möchte aber nicht verschweigen dass man vor Gericht auf das Wohlwollen des Richters angewiesen ist. 

Es kann auch so ausgehen:

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.muenchen-nach-604-tagen-gefaengnis-notwehr-messerstecher-kommt-frei.fe3a5b15-1b55-4ca1-a458-c151986d6bba.html

*In Beiträgen zum Thema Notwehr/Selbstverteidigung wird oft das Wort "verhältnismäßig" benutzt, 

leider meist von Leuten die den Wortsinn missdeuten.

Verhältnismäßig (lt. Duden: 1.im Verhältnis zu etwas anderem, 

verglichen mit oder gemessen an etwas anderem, relativ --

2. einem bestimmten Verhältnis angemessen; entsprechend) würde bedeuten dass 

die Abwehr im "fairen/vergleichbaren" Verhältnis zum Angriff steht 

also wenn der Angreifer unbewaffnet wäre dürfe man nicht schiessen o.ä.

Daß das so nicht stimmen kann erklärt sich schon dadurch dass niemand 

von einer Frau verlangt sie dürfe sich gegen eine Vergewaltigung nur mit einem Penis verteidigen.

Selbstverständlich darf sie den Angreifer notfalls töten 

(sofern eine mildere Verteidigung nicht erfolgversprechend ist) und zwar mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln.

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@ES1956

Hast du dir eine Vorgefertigte Universalantwort zum Thema Notwehr gebastelt? =]

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Diesbezüglich gibt es kontroverse juristische Beurteilungen.

Zur Notwehr ist jedes erfolgversprechende angemessene Mittel erlaubt, d. h., im Fall des Falles sogar eine Maschinenpistole. Das ist nachvollziehbar, trotz des anderen Anspruchs, daß möglichst wenig Waffen im Umlauf sein sollen, damit nicht die Gewaltkriminalität überhand nimmt.

Andererseits sind aber bereits der Besitz diverser Verteidigungsmittel verboten. Im unangenehmsten Fall bedeutet das, daß man sich zwar mit einem zur Verfügung stehenden Mittel verteidigen darf, parallel dazu aber dafür bestraft wird, daß man im Besitz eines solchen Mittels ist.

Doch ganz allgemein ist es immer noch besser, vorübergehend in den Knast zu kommen, als dauerhaft tot zu sein.

Pfefferspray ist jedoch ein fragwürdiges Mittel. Du kannst nicht sicherstellen, daß du bei einem gegen dich gerichteten Angriff den Wind im Rücken hast, und obendrein vergeht auch Zeit, bis du eine solche Spraydose hervorgekramt hast. Da ist Weglaufen manchmal die bessere Lösung.

Doch wenn Weglaufen nicht möglich oder sinnlos ist, dann wird auch das Nachdenken über Gesetze ziemlich sinnlos. Schließlich geht es um deine Gesundheit und dein Leben.

Die "Ausnahmeregelung" gibt es und schimpft sich Notwehr.

https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__32.html

Solltest du Angegriffen werden darfst du dich mit allem Verteidigen das dir zur Verfügung steht und erfolgversprechend ist. Wie zB mit einem Tierabwehrspray das zufällig auch ganz gut bei Menschen funktioniert.

Wichtig ist nur das auf der Dose "Tierabwehrspray" steht. Wenn nicht, machst du dich bereits jetzt strafbar.

Ja das ist der Punkt. Nicht mit allem. Selbst freie CO2 Waffen mit "nur "3,5 Joule sind verboten in der Öffentlichkeit zu führen. Aber das mit dem Tierabwehrspray ist ein guter Tipp, danke dafür.

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@Dersichfragende

Du schmeißt da was durcheinander.

Führverbot hat nichts damit zu tun ob du dich damit verteidigen darfst oder nicht.

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