Pfändungsfreigrenze anheben? Pfändungstabelle

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2 Antworten

Grundsätzlich muss zwischen P-Konto und Pfändungsbetrag nach §850ff ZPO unterschieden werden.

Bei der Lohnpfändung ist gemäß §§850 ff ZPO zu verfahren. Hier gilt die Pfändungstabelle-

Nach dem Eingang auf dem Konto ist das Geld nicht mehr als Lohn/Gehalt geschützt, sondern wird rechtlich gesehen zum Guthaben. Diese Guthaben wird mit dem Grundfreibetrag geschützt (P-Konto)

Das P-Konto hat einen festen Grundfreibetrag. Dieser ist an den allg. Lebenskosten einer einzelnen Person ausgerichtet (Existenzminimum) und per Durchführungsverordnung festgeschrieben.

Das Problem ist bekannt und vom Gesetzgeber mit der Möglichkeit der Erhöhung des Grundfreibetrages berücksichtigt. (§850k ZPO)

Geht nun wegen anderer Vorschriften mehr Geld auf dem Girokonto ein als geschützt ist, muss der Schuldner beim Vollstreckungsgericht die Aufhebung der Pfändung des Guthabens bis zur Höhe des pfändungsfreien Betrages (lt. Pfändungstabelle) beantragen. Pfändungsschutz nach § 850k ZPO wird ausschließlich auf entsprechenden Antrag gewährt. Diese Bestätigung legen Sie Ihrer Bank vor. Diese muss dann den erhöhten Freibetrag berücksichtigen.

Ab Beginn des Mutterschutzes erhöht sich ihre Unterhaltspflicht. Eine weitere Erhöhung tritt mit der Geburt ein. Dann sollten Sie auf jeden Fall den Freibetrag für das Konto erhöhen lassen.

Vergessen Sie nicht, ihrem Arbeitgeber den Beginn des Mutterschutzes/die Geburt mit zu teilen, da auch dieser den Pfändungbetrag anpassen muss.

1035 € sind pfändungsfrei. D. h. , das , was ich darüber verdiene und nicht unterhaltspflichtig bin , wird gepfändet. Dementsprechend wenn ich mehr unterahltspflichtige habe , desto höher wird der pfändbare Betrag. Nochmals gesagt, die Pfändungstabellen sind nur Richtwerte , genauer kann es ein RA oder eine Schuldnerberatung ausrechnen. Also, je mehr ich Unterhalt zahlen muss , desto weniger bekommt der Treuhänder. ( ich bin verh. und habe noch 2 Töchter , für 3 Unterhaltspflichtig , ergo zahle ich weniger an den TH )

Regenbogen100 29.01.2013, 19:44

Danke für die schnelle Antwort:

Noch ein Nachtrag zu meiner Frage:

Ich bekomme 1660 Euro netto. Habe eine Lohnpfändung am laufen. Das heißt, mir werden 1220 Euro auf mein Konto überwiesen. 440 Euro bekommt also der Gläubiger ( mehr darf er laut meinem Arbeitgeber auch nicht pfänden ). Da ich gerade Vater geworden bin werde ich in Zukunft auch Kindergeld und Unterhalt für die Mutter zahlen müssen. Wie verhält sich das dann? Kindergeld und Unterhalt gehen ja wohl vor einem normalen Gläubiger ( in diesem Fall eine Bank ) oder?

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Frankie4 30.01.2013, 09:58
@Regenbogen100

Kindergeld und etwaige Unterhaltsansprüche gehen seit dem 01.01.2012 nicht mehr vor - etwaige eingehende Kindergeldzahlungen bzw. Unterhaltsansprüche können Sie sich nur noch auf einem P-Konto und nur in dem nach § 850k ZPO vorgesehen Verfahren schützen lassen. Sie müssen hierzu einen Antrag bei der Bank stellen und entsprechende Belege / Nachweis vorlegen. Nutzen Sie für Ihren Antrag am besten dieses Formular: http://www.die-deutsche-kreditwirtschaft.de/uploads/media/AG-SBV_P-Konto_Bescheinigung_2011.pdf

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paps1959 31.01.2013, 09:06
@Frankie4

Der Antrag muß nicht bei der Bank, sondern beim Vollstreckungsgericht oder einer berechtigten Stelle (Schuldnerberatung, Anwalt, ARGE) gestellt und bestätigt werden. Die Bank muss den erhöhten Freibetrag nur umsetzen. - siehe 850k ZPO -

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