Petrus Kreuzigung?

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3 Antworten

 "Da sprach Paulus zu Petro

"Ich will beten, du aber sollst gebieten"

. Und Nero sprach "Dieser Mensch hat die Wahrheit gesagt, ihr aber seid Betrüger"... Die Christen aber baten Petrum, daß

er aus der Stadt entweiche. Er wollte es nicht tun, aber endlich gab er ihren

Bitten nach und machte sich auf den Weg. Also kam er an das Stadttor, als wir bei Leo und Linus lesen, an die Stelle, die nun heißt Sancta Maria ad passus.

Da sah er Christum gegen ihn kommen und sprach

"Herr, wohin gehest du?"

Sprach der Herr

"Ich gehe nach Rom, daß ich zum ändern Male gekreuziget werde

". Und Petrus sprach "Herr, sollst du wieder gekreuzigt werden?" Antwortete der Herr "Ja, ich". Da sprach Petrus

"So will ich umkehren, daß ich mit dir werde gekreuzigt"

. Als er das gesagt hatte, stieg Christus vor seinen Augen gen Himmel empor. Petrus aber weinte sehr und verstund, daß der Herr von seiner Marter hatte gesprochen; und kehrte um und sagte die Geschichte seinen Brüdern.

Darnach ward er von Neros Knechten ergriffen und vor den Praefecten Agrippa gebracht. Da ward sein Antlitz so klar wie die Sonne, als uns Linus schreibt.

Der Praefect aber sprach zu ihm "Bist du nicht der, der sich berühmt

unter dem Volk und unter den Weibern, und scheidet die Frauen von ihrer Männer Bette?" Da strafte ihn der Apostel und sprach

"Ich rühme mich allein des Kreuzes meines Herrn Jesu Christi"

. Da ward ein Urteil gegeben, daß Petrus als ein Fremder gekreuziget werde, Paulus aber sollte enthauptet werden, da er ein römischer Bürger war.

Von diesem Urteil, das man über sie gab,

spricht Dionysius in dem Briefe an Timotheus über den Tod Pauli "0 lieber Bruder Timotheus, hättest du gesehen den Wettkampf des Todes unsrer Meister, du wärest vor Betrübnis tot. Wer weinte nicht in der Stunde, da das Urteil über sie gegeben ward: daß Petrus gekreuziget werde und Paulus enthauptet? Da hättest du gesehen, wie die Juden und Heiden auf sie schlugen und in ihr Antlitz spieen. Dann kam der schreckliche Augenblick, da sie sollten hingerichtet werden.

Man trennte sie von einander, und band die Säulen der Welt, und

die Brüder seufzten und weinten dabei. Da sprach Paulus zu Petro

"Friede sei mit dir, du Grundstein der Kirche, du Hirte der Schafe und Lämmer Christi"

.

Petrus sprach zu Paulo "Geh hin in Frieden, du Prediger heiligen Wandels, Mittler des Heils, Führer der Gerechten". Als sie aber von einander schieden, folgte ich Paulo, meinem Meister, denn man tötete sie nicht an derselben Statt". Solches schreibt Dionysius. Marcellus und Leo aber erzählen:

Als Petrus zum Kreuze kam, sprach er

 

"Christus, der vom Himmel auf die Erde kam, ward am aufrechten Kreuze erhöht; ich aber bin gewürdiget, von der Erde zu kommen nach dem Himmel, darum soll mein Haupt nach der Erde weisen, und meine Füße nach dem Himmel. Also, da ich unwürdig bin, am Kreuze zu hängen wie mein Herr ist gehangen, so kehret das Kreuz um und kreuziget mich, das Haupt nach unten"

.

Da wendeten sie das Kreuz und hefteten seine

Füße nach oben und seine Hände nach unten. Das Volk aber ward zornig und wollte Nero und den Praefecten töten und den Apostel befreien. Der aber bat sie, daß sie seine Marter nicht möchten hindern. Der Herr aber, als Egesippus und Linus schreiben, öffnete die Augen derer, die da weinten, und sie sahen Engel mit Kränzen von Rosen und Lilien bei Petro am Kreuze stehen, und sahen, wie Petrus ein Buch von Christo empfing, daraus er die Worte las, die er sprach. Denn, als Egesippus schreibt, hub er an vom Kreuze herab zu sprechen

"Herr, ich habe begehrt, dir nachzufolgen, aber ich wollte nicht aufrecht gekreuziget werden. Du bist allein gerade, aufrecht und hoch, wir sind Kinder Adams, des Haupt zur Erde gebeugt war; sein Fall wird damit bezeichnet, wie der Mensch geboren wird: denn wir werden geboren, daß wir kopfüber auf die Erde werden gestoßen. Und ist unser Wesen also verwandelt, daß die Welt meinet, daß rechts sei, was doch links ist. Herr, du bist mir alles, was du mir bist, ganz; du bist mir alles, und außer dir habe ich nichts. Ich danke dir mit allem meinem Geist, damit ich lebe, verstehe und anrufe

".

aus der Legenda aurea

https://www.heiligenlexikon.de/Legenda_Aurea/Petrus.html

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Negativ.

Das gewaltsame Ende antiker Christen aufgrund lokaler Pogrome wurde zwar in sogenannten Märtyrerakten aufgeschrieben, abgeschrieben, und an alle Gemeinden versandt, aber erst ab dem 2. Jahrhundert, und das in inflationären Mengen. Die meisten sind nicht authentisch. Doch solche gibt es auch.

Der älteste authentische Bericht dieser Art ist der über das Martyrium des Policarp, Bischof von Smyrna. (Er kannte nach eigenem Zeugnis noch den Apostel Johannes.) Der Brief ist im Original erhalten.

Besonders Apostelakten gibt es wie Sand am Meer. Keine ist authentisch. Alle sind apokryphe, zum Teil fabel- und märchenförmige Legenden mit betenden Löwen u. ä., sie haben häretischen Charakter. Auch die Legende vom aus Rom fliehenden Petrus, dem Jesus Christus entgegenkommt ("Quo vadis, domine?") gehört dazu.

Somit wird vom ältesten (?) Kirchenhistoriker, Eusebius von Caesarea, nur das über Petrus als authentisch anerkannt, was in der Apostelgeschichte steht, bzw. sich daraus ergibt. Allerdings geht er - wenn ich mich recht erinnere - davon aus, dass Petrus in Rom war. (Was nicht in der Apostelgeschichte steht.)

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derasker1 19.06.2017, 20:56

Aber wo steht das da?

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newcomer 19.06.2017, 21:14
@derasker1

Hinzu kommen deutlich spätere Notizen bei diversen Kirchenvätern, wonach er erster Bischof von Antiochia sowie Gründer und Haupt der Gemeinde von Rom gewesen und dort als Märtyrer hingerichtet worden sein soll.

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