Personalvermittlung und Kündigungsfristen

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Es ist doch normal, dass - auch was eine Kündigung betrifft - beide Seiten die gleichen Fristen haben. Wenn der Arbeitgeber sich selbst längere Kündigungsfristen auferlegt, als die, die der Gesetzgeber vorsieht, gelten diese natürlich auch für den Arbeitnehmer. Sei doch froh darüber. Solltest Du aus irgend einem Grunde mal vorzeitig ausscheiden wollen, kannst Du immer noch fristlos kündigen oder das Arbeitsverhältnis durch einen Aufhebungsvertrag beenden. 

Sorry Roeschen, aber das ist so nicht richtig. Im BGB §622 Absatz 2 sind lediglich verlängerte Kündigungsfristen für den Arbeitgeber festgelegt. Es ist hier nicht festgelegt, dass diese automatisch auch für den Arbeitnehmer gelten. Wenn also im Arbeitsvertrag die verlängerten Fristen für den Arbeitnehmer nicht explizit festgelegt werden, dann gelten die verlängerten Fristen für den Arbeitnehmer NICHT.

Der AG erlegt sich diese verlängerten Fristen übrigens nicht selber auf, sondern sie sind gesetzlich festgeschrieben (siehe §622 BGB).

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Die gesetzlichen verlängerten Kündigungsfristen gelten grundsätzlich erstmal nur für den Arbeitgeber. Wenn du aber mit dem Arbeitgeber einen Vertrag schliesst, in dem vereinbart wird, dass die verlängerten Fristen für Dich als AN auch gelten, dann ist das rechtens. Es darf nur nicht vereinbart werden, dass die Fristen für den AN länger sind als für den AG.

Also: entweder beide Seiten gleich lange Fristen oder die verlängerten Fristen nur für den AG

Wenn du den Vertrag so unterschreibst, ist das rechtlich ok. Wenn Dir diese Regelung nicht gefällt, dann hilft nur ein Verhandlungsgespräch mit dem AG oder halt eben den Vertrag gar nicht unterschreiben und auf den Job verzichten.

§ 622 BGB Abs 6

(6) Für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer darf keine längere Frist vereinbart werden als für die Kündigung durch den Arbeitgeber.   Im Kern - die Fristen gelten für beide Parteien gleichermaßen ...

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