Personalabteilung hat Kündigung angeblich nicht erhalten?

6 Antworten

Alle Fragen rund um den Zugang von Kündigungen führen immer wieder zu Problemen.

Auch bei der Eigenkündigung muss deren Zugang nachgewiesen werden. Ich kann immer noch nicht ganz nachvollziehen, wie die Kündigung hier zu dem Arbeitgeber gekommen ist. Wenn jedoch eine Übergabe geplant war, dann muss doch in irgendeiner Form Kenntnis von der Kündigung bestehen. Rein praktisch keine einfache Situation. Wahrscheinlich würde ich, nach Prüfung der Sachlage, empfehlen eine erneute Kündigung mit einem dann allerdings verkürzten Beendigungsdatum auszusprechen und darin klarzustellen, dass diese Kündigung nur hilfsweise ist und davon auszugehen ist, dass die vorherige Kündigung zugegangen ist.

Für diese 2. Kündigung sollte allerdings wirklich darauf geachtet werden, dass diese zugeht. Die einzig wirklich nachweisbare Form des Zugangs wäre die Übermittlung per Boten oder die persönliche Übermittlung gegen Nachweis. Alle Einschreiben Form haben immer ein größeres Restrisiko, gerade in einer solchen Situation.

Eine Empfehlung natürlich die eine Klärung der Sach- und Rechtslage voraussetzt.

Woher ich das weiß: Berufserfahrung

Wie erfährt man denn davon ? Hast Du etwa nachgefragt und warum überhaupt ?

"Nun erfahre ich heute, dass in der Personalabteilung angeblich nie ein Kündigungsschreiben von mir eingegangen ist."

Mein Vorgesetzter wollte heute mit mir einen Laufzettel ausfüllen und noch ein paar Sachen erledigen (Daten löschen usw.) und diesen Zettel bekommt man von der Personalabteilung - die hat ihm das dann mitgeteilt.

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@Teilzeitprofi

Was hat die Personalabteilung ihm mitgeteilt ? Antworte jetzt aber nicht, dass keine Kündigung vorliegt. Dann fangen wir wieder von vorne an.

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Wenn du keinen hast, der das bezeugen kann sieht es nicht gut aus.

Du musst beweisen können, dass die Kündigung angekommen ist.

Die Kopie an den Vorgesetzten - obwohl diese selbst natürlich nicht als Kündigung angesehen werden kann - kann aber als Anscheinsbeweis dafür gelten, dass die "eigentliche" Kündigung der Personalabteilung zugegangen ist.

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@Familiengerd

Du hast keine Chance, wenn sich die Personalabteilung dagegen wehrt und evtl. auch der Vorgesetzte nicht die entsprechenden Kompetenzen hatte.

§ 623 BGB ist eindeutig. Eine Kopie beinhaltet keine Originalunterschrift.

Im entgegengesetzten Fall (Arbeitgeber kündigt Arbeitnehmer nur anhand einer Kopie) sollte man eine Kündigungsklage anstreben. Zugang unter abwesenden.

Die Kündigung durch Kopie wäre nur dann rechtmäßig, wenn die Originalkündigung in den Machtbereich des Empfängers gelangt wäre.

Ansonsten würde ich mal was über einen Aufhebungsvertrag versuchen. So es denn überhaupt ein Problem gibt, tatsächlich zum gewünschten Zeitpunkt ausscheiden zu können.

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@qugart
und evtl. auch der Vorgesetzte nicht die entsprechenden Kompetenzen hatte

Das ist ein anderes Problem. Die Kündigung wurde ja auch nicht gegenüber dem Vorgesetzten ausgesprochen - ob er nun die Kompetenz hat oder nicht -, da die Kopie eben nicht als Kübndigung "durchgeht"!

§ 623 BGB ist eindeutig. Eine Kopie beinhaltet keine Originalunterschrift.

Das ist selbstverständlich und habe ich ja auch überhaupt nicht angezweifelt!

Es geht alleine darum, dass die Kopie an den Vorgesetzten als Anscheinsbeweis dafür betrachtet werden kann, dass die Personalabteilung die ("richtige") Kündigung erhalten hat und sich nicht "rausreden" kann mit der Behauptung, die Kündigung nicht erhalten zu haben!

Die Kündigung durch Kopie wäre nur dann rechtmäßig, wenn die Originalkündigung in den Machtbereich des Empfängers gelangt wäre.

???

Die "Kündigung durch Kopie" ist keine Kündigung und darum selbstverständlich auch nicht "rechtmäßig" - gleichgültig, was mit der Originalkündigung geschehen ist.

Diese - für sich alleine unwirksame - Kopie ist aber möglicherweise der Anscheinsbeweis (das Indiz) dafür, dass es eine "Originalkündigung" tatsächlich gegeben hat!

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@Familiengerd

Siehe BAG vom 04.01.2004, 2 AZR 17/04

Ausgehändigt wurde nur die Kopie, vorher gesehen wurde die Originalkündigung. Kündigung ist rechtens. Zugang reicht auch nur kurz. Dauerhafter Zugang ist nicht notwendig.

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