Personal filmen erlaubt?

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5 Antworten

Da es sich um Kassen im öffentlichen Bereich handeln dürfte, betrachte ich nur diesen Teilaspekt (es ist vom Sachverhalt in geschlossenen Geschäftsräumen wie Lagen oder Gewerbehalle abweichend geregelt, in Sozialräumen sind Aufzeichnungen immer untersagt). Bei öffentlich zugänglichen Stellen ist nach § 6b BDGS  bei Erforderlichkeit zur Wahrung des Hausrechts und berechtigter Interessen für konkret festgelegte Zwecke und keine Anhaltspunkte dafür bestehen, daß schutzwürdige Interessen der Arbeitnehmer überwiegen. Der Betriebsrat ist zu beteiligen (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). Auch ist § 4d BDSG zu beachten, insbesondere bei besonderen Risiken für die Rechte der Betroffenen , http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/14/057/1405793.pdf.

Zunächst stehen sich hier drei Grundrechte gegenüber. Zum einen die Persönlichkeitsrechte nach Art. 2 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG in Form der Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter, zum anderen das Eigentumsrecht aus Art.14 GG und die Berufsausübungsfreiheit aus Art. 12 GG seitens des Unternehmers. Hier muß abgewogen werden und die Überwachung muß so stattfinden, daß das Schwergewicht auf der Sicherung der eigenen Grundrechte des Unternehmers zu liegen hat, nicht auf der Überwachung der Mitarbeiter. Es ist das Prinzip der Verhältnismäßigkeit einzuhalten.

Insbesondere muß, außer in Fällen eines konkreten Verdachts  (BAG, Urteil vom 21.6.2012, 2 AZR 153/11), dann aber müssen sehr hohe Anforderungen erfüllt sein, die Videoüberwachung mit Wissen der Beschäftigten erfolgen. Auch muß es das mildeste Mittel zum Schutz sein.

Nicht ganz unerheblich ist die konkrete Ausführung. Sind nur Hände sichtbar oder die Betroffenen insgesamt, werden Gesichter verpixelt oder nicht, wie steht es mit der Dauer der Überwachung, wird aufgezeichnet oder erfolgt nur ein Monitoring? Was aber immer untersagt ist: Tonaufnahmen (§ 201 StGB).

Nach § 6b Abs. 3 BDGS besteht auch die Pflicht der unverzüglichen Löschung nach Erfüllung der Aufgabe, was grundsätzlich gemäß Aufsichtsbehörden nach spätestens 7 Tagen der Fall ist. In Ausnahmefällen kann auch eine Löschung nach 10 Tagen reichen gemäß z.B. dem LG Lüneburg.

Da bei Verstößen empfindliche Bußgelder drohen können, es aber auch stark von der konkreten Ausführung abhängt, ob eine Videoüberwachung zulässig ist, kann es auf dieser Plattform nicht eindeutig gefaßt werden, dazu sind Spezialisten vor Ort zu fragen.

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Über sowas erkundigt man sich wo anders. Aber 100% kann man das nicht im Auge behalten.
Etwas vertrauen muß man dem Personal gegenüber haben. Vor allem wenn man selbst nicht da ist.
Wenn die klauen wollen dann können die das auch mit Kamera, die kennen sich schließlich aus.
In Geschäften wird das oft so gemacht, das das Personal die an der Kasse sind immer das gleiche an Geld in der Kasse am Anfang des Arbeitstages haben.
Das was an der Kasse eingetippt wird, wird gespeichert. Am Feierabend wird dann ein Kassenbuch ausgedruckt und laut dem Kassenbuch wird der Umsatz dann rausgezählt. Also sollte man danach wieder das Geld in der Kasse haben mit dem man in der früh angefangen hat. Stimmt die Kasse nicht wird nachgeforscht und der Kassierer muß Rechenschaft abgeben.

Aber bei ner Bar wird das nicht so einfach gehen da es nicht auffällt wenn jemand nicht eintippt und das Geld einstecken tut. Die wenigsten wollen ne Quittung in ner Bar.

Klar kannst mit Angestellten auch auf die Nase fallen aber das Risiko hast nun mal. Aber mit der Zeit weist Du ca was der Umsatz ausmachen sollte. Da wirst du es merken wenn größere Summen fehlen.

So viel ich das kenne steht überall ein Schild das man Video überwacht wird. Aber ob das jetzt zwingend notwendig ist weis ich nicht.
Um 100% Sicherheit zu bekommen was man tun soll/kann da musst zu Fachleuten. Anwalt/Steuerberater/Finanzamt usw.

Ich denke laut Deiner Frage musst du noch einiges lernen. So einfach ist das nicht.

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Alter...
Alleine das du eine solche Frage hier bei GF stellst, zeigt mir, dass ich dir folgenden Tipp gebe: Lass es mit deiner "mehreren-Bar-oder-Hotel-Eröffnung". Denn du hast scheinbar mal so gar keine Führungsqualitäten bzw. Teambuilding-Fähigkeiten.


Außerdem hast du doch letztens erst über Casinos usw. sinniert!?
Und was ist aus deiner Fonds-/Investmentmanager-Idee geworden? :)

Wäre es vielleicht nicht besser in Game of Thrones zu investieren?

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Kommentar von KaiSel09
10.11.2016, 07:47

Hahahhahaha geil ;)

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Natürlich is das erlaubt, alles was du da filmst gehört immerhin zur Gesellschaft und das darum erlaubt. Überall hängen doch Kameras und niemand kann was dagegen machen und erst recht nicht in einer Gaststätte oder so.

Im Hotel ist es bisschen anders. Dort darfst du nur in öffentlichen räumen filmen wo jeder Zutritt hat und nicht in Hotelzimmern aber das dürfte auf der Hand liegen.

Aber am besten du sicherst dich nochmal bei deinem Anwalt ab

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Kommentar von Lkwfahrer1003
10.11.2016, 07:53

Das wusste ich gar nicht , wann wurden denn die Persönlichkeitsrechte bzw. das verbot der Mitarbeiterüberwachung durch Filmaufnahmen abgeschafft ?

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klar, aber du musst dem personal mitteilen, das du sie aufnimmst

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Kommentar von KaiSel09
10.11.2016, 07:46

Nicht unbedingt, es gibt auch ausnahmen zb. wenn du den verdacht hast das dein personal dich bestielt.. 

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