persönlichkeitsstörungen therapieren

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4 Antworten

Ich persönlich bin ein großer Fan der Klärungsorientierten Psychotherapie bei Persönlichkeitsstörungen.

Generell ist natürlich alles möglich, von Psychoanalyse über Tiefenpsychologische Therapie, Schematherapie, Gestalttherapie bis Verhaltenstherapie und kognitiver Therapie. Und noch eine Menge dazwischen.

Bei vielen Störungen bieten sich auch generelle Trainings zu verschiedenen Fertigkeiten an, die aber keine eigenständigen Therapieformen, sondern mehr Ergänzung sind. So zB. Achtsamkeitstraining, Training sozialer Kompetenzen, Training emotionaler Kompetenzen, Skillstraining (wobei das im Wesentlichen im Rahmen der DBT nach Linehan gemacht wird), diverse Entspannungsverfahren (Jacobson etc), imaginative Verfahren....

Und auch jedes Therapieverfahren hat ja noch dutzende einzelne Methoden wie zB die kognitive Umstrukturierung, zirkuläres Fragen, Beziehungsklären, Konditionierung usw.

Folgendes Buch ist ein gutes Grundlagenwerk zu deiner Fragestellung: http://www.amazon.de/Grundkonzepte-Psychotherapie-CD-ROM-J%C3%BCrgen-Kriz/dp/3621276017/ref=sr_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1345844666&sr=1-3

Ich möchte noch ergänzen, dass es bei der Therapie von Persönlichkeitsstörungen viel mehr, als bei anderen Problemen wie z.B. Angststörungen auf den Therapeuten ankommt. Der Therapeut sollte sich speziell mit dieser Persönlichkeitsstörung auskennen. Das ist besonders bei der Borderline Persönlichkeitsstörung der Fall, aber es trifft auch auf andere PS zu. Problem ist die Versorgung in Deutschland. Es gibt nicht genug Therapeuten und wenige haben sich auf PS spezialisiert, weil die Veränderung und Heilung der Betroffenen ein schwierigeres Unternehmen darstellt, als bei anderen Erkrankungen. Der Therapeut sollte auf jeden Fall ausdauernd, geduldig und nicht wertend sein. Auch wenn er/sie jetzt nicht auf PS spezialisiert ist. Er sollte eine große Beziehungsfähigkeit besitzen und die Fähigkeit, nicht auf persönliche Erfolge ausgerichtet zu sein, sondern sich voll auf den Klienten einzustellen. Die Methode ist oft zweitrangig.

Viele Möglichkeiten. Es kommt nicht nur auf die Art der "Störungen" an, sondern auch auf die Stärken und Fähigkeiten - schließlich auf den ganzen Menschen (die Diagnose ist nur eine bestimmte Schublade). Und dazu auf den Therapeuten, die beiden müssen zusammen passen. Die meisten Therapeut/innen wenden verschiedene Methoden kombiniert an und suchen je nach Phase der Therapie und aktueller Situation aus, was gerade hilfreich ist. Zum Glück sind die Methoden-Fragen nicht mehr so dogmatisch wie das eine Zeitlang mal gewesen ist.

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