Persönliche Überreichung einer Kündigung des Mietvertrags unter Zeugen - Pflicht zur Annahme?

...komplette Frage anzeigen

12 Antworten

Nein. Eine Kündigung ist eine einseitige Willenserklärung, deren Empfang nicht bestätigt werden muß.

Ehefrau als Zeuge ist nicht so gut. Nimm besser jemanden mit der nicht zur Familie gehört und die Kündigung offen, also ohne Umschlag übergeben. Verweigert der VM die Annahme, ab in den Briefkasten damit. Vom Zeugen Einwurf und Inhalt bestätigen lassen.

Dies wird am 02. des Monats erfolgen, da ich dann erst wegen eines neuen Mietverhältnisses bescheid bekomme.

Bescheid ist aber noch kein wirksamer Vertrag.

  1. Zunächst: Ein Kündigungsschreiben muss namentlich an alle im Mietvertrg unter "Vermieter" genannten Personen gerichtet, eine (frühstmöglich) (gesetzlich) zulässige Frist benennen und von allen unter "Mieter" genannten Personen eigenhändig unterschrieben sein, sofern keine dementsprechende Vollmacht im Origninal einer Vertretungsberechtigung für den Miter, dessen Unterschrift fehtl, beigefügt wäre. An diesem formalen Unzulänglichkeiten scheitern weitaus mehr Kündigungen als an fristschädlichem Zugang :-O
  2. Eine Empfangsbestätigung muss der Gekündigte hingegen nicht abgeben.
  3. Ich rate daher zu folgender Vorgehensweise:
  • Fertigt 4 Kündigungsschreiben an, die alle im Original unterzeichnet sind
  • Variante1: Auf einer Kopie druckt ihr auf der Rückseite aus: "Empfangsbestätigung Umseitige Kündigung wurde am 02.09.2015 entgegegenommen: (Unterschrift)
  • Variante 2: Auf zwei Kündigungen schreibt man auf der Rückseite: "Umseitiges Schriftstück über Wohnraumkündigung wurde am 02.09.2015 um 14.53 Uhr persönlich zugestellt: Unterschrift. Als Zeuge: Unterschrift, (Name)" Ein unverfänglicher (dritter) Zeuge, der nicht Mietpartei ist, wäre da anzuraten.
  • Möchte der Vermieter Kopie der Variante 1 nicht unterschreiben, verabschiedet euch und nehmt alles mit. Werft auf dem Rückweg eine der Kündigungen aus Variante 2 mit unterzeichneter Zustellung in den Briefkasten und bewahrt die andere ebenfalls mit unterschriebener Zustellungsbestätigung gut auf. Die beiden Ausdruck der Variante 1 könnt ihr wegschmeissen.
  • Denn mit auf dem erhaltenen Kündigungsschreiben rückseitig vermerkten bezeugten Zugang  dürfte der Vermieter es kaum erst versuchen, Kenntnis bestreiten zu wollen.
  • Dass diese Bestätigung auf eurer Kopie und Aussage des Zeugen vor Gericht über fristwahrende Zustellung der Kündigung nun über jeden Zweifel erhaben wäre, dürfte einleuchten, oder?

G imager761

Er muss den Empfang nicht unbedingt schriftlich bestätigen. Wenn die Kündigung unter Zeugen in seinen Machtbereich gelangt ist, reicht das vollkommen aus. Auch wenn sie zur üblichen Zeit in seinem Briefkasten ist reicht das. Er ist verpflichtet seine Post zu den ortsüblichen Zeiten in Empfang zu nehmen. Wenn er es nicht tut, ist das sein Problem.

Ein unparteiischer Zeuge möge das Kündigungsschreiben am 3. September in den Briefkasten des Vermieters einwerfen, das bis 16 Uhr. Du kannst das auch selbst im Beisein des Zeugen tun. Der bestätigt auf dem Umschlag mit Unterschrift Datum und Uhrzeit des Einwurfes sowie inhaltliche Kenntnisnahme.

Rede doch mit dem Vermieter, sprich das Thema schon jetzt an, eventuell kennst Du einen Nachmieter.

Wenn Ihr zu zweit seid, umso besser. Zusätzlich kannst Du auch ein Schreiben aufsetzen, dann hast Du die Kopie auf dem Rechner. 

Wenn ich ihm die Kündigung persönlich überreiche und meine Ehefrau dabei ist, ist er verpflichtet mir den Empfang schriftlich zu bestätigen, wenn ich ein entsprechend vorbereitetes Schreiben mitbringe, welches er nur unterschreiben müsste?

 Nein, muss er nicht.

Man kann das Schreiben unter Zeugen in Briefkasten werfen ( nicht der Ehepartner) oder man schickt die Kündigung als Einwurfeinschreiben.

MfG

johnnymcmuff

Du kannst es auch einfacher handhaben. Nimm beide Exemplare des Kündigungsschreibens mit, wobei er auf deinem Exemplar "Bestätigt, Datum, Unterschrift" die Kündigung bestätigt. Das kannst du maschinell schon vorbereiten, so dass er nur noch seinen "Wilhelm" darunter setzen muss.

Auf der ganz sicheren Seite bist du natürlich, wenn du das Schreiben per Einschreiben mit Rückschein rechtzeitig abschickst. Dann hast du die Bestätigung!

Auf der ganz sicheren Seite bist du natürlich, wenn du das Schreiben per Einschreiben mit Rückschein rechtzeitig abschickst.

Mal abgesehen davon, das dies gerade nicht in Frage kommt, scheint dieser Mythos unausrottbar:

Übergabe- wie Rückscheineinschreiben können annahmeverweigert oder, bei Nichtantreffen lagernd, (bewußt)  fristschädlich abgeholt werden und kosten denjenigen, der sich auf diesen Rat verlässt, eine satte Monatsmiete :-O

G imager761

1
@imager761

Vielen Dank für den Hinweis, das werde ich mal schnell weiter erzählen, damit sich unsere Bekannten darauf nicht verlassen!

0

Er muß nix unterschreiben. Die Überreichung der Kündigung zusammen mit einer zweiten Person ist Nachweis genug. ICH würde allerdings einen guten Bekannten mitnehmen, sodaß der Zeuge nicht zur eigenen Familie gehört.

GutenTag, ich kann Ihnen nur Raten, die Kündigung nicht persönlich mit selbst gefertigten Schreiben zu übergeben. Erstens muss Ihr Vermieter keine Unterschrift bei Ihrem Schreiben leisten, zweitens ist es sicherer, die Kosten für ein Einschreiben (entweder mit Rückschein oder eben als Einwurf) zu investieren. In Ihrem Fall kommen jedoch noch Expresskosten hinzu, da Sie ja erst am 02. des Monats die evtl. Zusage für Ihre neue Wohnung erhalten, das Kündigungsschreiben jedoch am 03. des Monats eingegangen sein muss. Damit sind Sie was die Kündigungsfrist angeht immer auf der sicheren Seite. 

Er muss das nicht bestätigen. Deine Ehefrau ist aber als Zeugin dabei. 

Gilt die eigene Ehefrau auf Grund des Verwandschaftsverhältnisses als als "vollwertige" Zeugin?

0
@dissonanz666

Ehefrau ist nicht so gut als Zeuge.

@dissonanz666

Eheleute sind i. d. R. nicht miteinander verwandt;-)

0

verpflichtet ist er nicht, den Kündigungserhalt zu unterschreiben - er kann es aber tun. 

Bist Du denn sicher, dass Du am 2. bereits einen neuen Mietvertrag hast?

Du schreibst nur, Du bekommst Bescheid.

Es handelt sich um den Erwerb einer Immobilie. Am Mittwoch wird das geklärt sein.

0
@dissonanz666

Per Notarvertrag? Wenn ja, seid Ihr sicher bis 30.11. in die Immo einziehen zu können?

1

Er muss nicht unterschreiben, aber dafür hast Du ja den zeugen dabei.

Gilt die eigene Ehefrau auf Grund des Verwandschaftsverhältnisses als als "vollwertige" Zeugin?

0
@dissonanz666

es kommt auf den Richter an, wie die Aussage gewertet wird. Ihr habt die selben wirtschaftlichen Interessen.

0
@dissonanz666

Ja, aber als Mitmieterin wäre ihre Aussage als Gefälligkeit oder im Eigeninteresse anzuzweifeln. Deshalb mein Rat, eine weiteren oder unverfänglihen Zeugen den Zugang bescheingen zu lassen, dem kein Eigeninteresse unterstellt werden könnte.

1

Was möchtest Du wissen?