PC Spiel entwerfen?

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2 Antworten

Erstmal: Die Idee erstmal alles zu Papier zu bringen und dann wegzupacken ist schon ein Schritt in die richtige Richtung. Das Konzept später nochmal durchzugehen zeigt dir ob du wirklich Interesse an dem Stoff hast.

Das eigentliche Problem, dass ich sehe ist das du scheinbar noch nie etwas derartiges gemacht hast und gleich ein komplexes Mammutprojekt starten willst (ich verstehe Lore, Skizzen etc jetzt als Anzeichen für eine gut gefüllte Hintergrundwelt wie bei einem Rollenspiel). Auf YouTube gibt es einen Kanal namens ExtraCredits deren Videos sich zum Teil auf Spieledesign beziehen und auch ein paar Infos dazu geben wie man am besten damit anfängt.

Die wichtigsten Schritte sind:
1. Reduziere das Spie lauf die grundlegenden Mechaniken. Eine lebendige Welt und coole, ausgearbeitete Lore sind zwar schön - und ein guter Anfang für z bsp einen Roman oder ein Video - um ein Spiel zu designen aber zu Beginn eher im Weg. Werde dir klar was für eine Art Spiel du machen willst und überleg dir welche Mechaniken für den Spaßfaktor sorgen und wie sie miteinander interargieren.
Eine der einfachsten Mechaniken ist Ausweichen: Du weichst dem roten Quadrat aus - du überlebst. Du wirst getroffen - Du stirbst. Ob das rote Quadrat im fertigen Spiel ein Pfeil, eine Bombe, ein Laserstrahl oder ein pinkes Einhorn ist, die Mechanik bleibt die gleiche.

2. Reduziere die Lore auf die grundlegende Story. Es ist schwierig eine gute Geschichte zu schreiben. Es ist noch schwieriger eine gute Geschichte zu schreiben und sie in ein Spiel einzubetten. Um das zu vereinfachen solltest du dir Ankerpunkte festlegen, an denen du die Lore "befestigen" kannst.
Ein Beispiel wäre die typische "Prinzessin in Gefahr" Idee, die sich zu einem Fantasy-Spiel wie Legend of Zelda, einem Jump'n'Run wie Super Mario oder zu (zumindest einem Teil) der Story von Star Wars ausschmücken lässt.

3. Sei dir darüber im Klaren, dass es Vieles nicht ins Endprodukt schaffen wird. Wie du siehst, lassen sich Spiele sehr weit vereinfachen und in einzelne Elemente einteilen. Das ist gut so. Denn es werden Teile davon wegfallen. Es werden vielleicht auch andere dazukommen. Gründe dafür gibt es viele. Das beginnt schon mit sich ändernder Vorstellung von der Welt, endet aber noch lange nicht bei zeitlichen und technischen Grenzen.

4. Know where to stop. Du hast das Spiel jetzt in seinen grundlegenden Mechaniken fertiggestellt und die Story reduziert. Du hast Teile wegfallen lassen und bist trotzdem mit dem Grundgerüst zufrieden. Dann kannst du anfangen es mit Leben zu füllen. Es gibt nur einen Fehler den du nicht machen darfst: Merke, wann der Zeitpunkt gekommen ist an dem ein Bereich fertiggestellt ist. Du wirst noch Dinge hinzufügen wollen, verbessern wollen um es perfekt zu machen. Aber perfekt ist keine Option. Hör da auf, wo es sich gut anfühlt und Spaß macht, nicht da wo du tagelang an der selben Stelle rumdoktorst und es nur immer schlimmer machst.

5. Ein Spiel zu erstellen ist teuer. Die Idee selbst ein Spiel zu programmieren haben sicher viele Leute. Ich selbst hatte sie auch schon, wobei mich vorallem eines abgeschreckt hat: Ein Spiel ist ein Mammutprojekt, es verschlingt Zeit und Geld und als Indie-Developer weißt du nichtmal sicher, ob es sich überhaupt verkaufen wird. Natürlich lassen sich die Kosten minimieren, es ist vollkommen in Ordnung Spieleentwicklung nur hobbymäßig zu betreiben. Vielleicht wirst du einige Jahre brauchen. Aber wenn das Spiel dann fertig ist und dir und vielen anderen Spaß macht, war es das wert.
Mach nur nicht den Fehler und versuche alles so schnell wie möglich so perfekt wie möglich umzusetzen. Programmierfehler, Zeitverzug und Kompromisse sind unvermeidbar.

Im Endeffekt läuft alles was ich geschrieben habe auf folgendes raus:

Keep it short. Keep it simple. Every small step is an achievement.

Auf deutsch: Halte es einfach und unkompliziert. Überforder dich nicht damit, von Anfang an eine lebendige Spielwelt erzeugen zu wollen. Wenn das Grundgerüst einmal steht, kannst du damit anfangen die Welt zu füllen.

Ich würde dir außerdem empfehlen A Story about my uncle zu spielen, da man daran gut sehen kann das ein, zwei simple Mechaniken und eine in fünf Minuten erzählte Story für ein Spiel vollkommen ausreichen.

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Kommentar von khargor
20.12.2015, 17:21

Danke für die sehr ausführliche Antwort. Gibt nen Stern sobalt es geht. Probeweise schnupper ich mal wieder ein bisschen in Blender rein und beschäftige mich etwas mit C. Aber halt nur hobby mäßig.

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Kommentar von gigagloin
21.12.2015, 12:13

Wie gesagt, C ist ein guter Einstiegspunkt, die Unity-Engine z Bsp arbeitet aber mit C# oder JavaScript.

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Lern erstmal richtig C, sonst geht garnichts, weil du auch nicht weißt ob deine Idee überhaupt umzusetzen ist. Entweder du schaust dir Video tutorials an, lernst es selber (was recht schwer ist) oder du gehst gleich auf ein Technik Gymnasium o.ä. Damit du programmieren lernen kannst, denn wenn es wirklich eine gute Idee ist könnte man damit viel Gewinn machen ;) (siehe Flappy Bird :P)

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Kommentar von gigagloin
20.12.2015, 12:30

C ist nicht zwingend der richtige Einstiegspunkt. Gerade Spieleengines sind zwar selbst oft in C geschrieben, um aber bspw mit Unity oder Unreal ein Spiel zu erstellen muss man selbst kein C beherrschen. Es bietet sich eher eine objektorientierte Sprache wie C++, Java oder C# an. Unity z Bsp arbeitet mit JavaScript oder C#-

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