Pauschsatz Warenentnahme Gastronomie wurde vom Steuerberater nicht darauf hingewiesen

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5 Antworten

Im Gegensatz zu einigen anderen Meinungen hier im Forum würde ich nicht einfach die Haftung des Steuerberaters verwerfen - gleich ob nun per Saldo ein Schaden entstanden ist oder nicht:

"Der Steuerberater hat im Rahmen seines Auftrags den Mandanten umfassend zu beraten und ungefragt über alle bedeutsamen steuerrechtlichen Einzelheiten und deren Folgen zu unterrichten. Insbesondere muss er seinen Auftraggeber möglichst vor Schaden bewahren. Kommen verschiedene steuerrechtliche Wege mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen in Betracht, so hat der Steuerberater seinem Auftraggeber diese Möglichkeiten und die mit ihnen verbundenen Rechtsfolgen aufzuzeigen. Die Beratung soll den Mandanten in die Lage versetzen, eigenverantwortlich seine Rechte und Interessen wahrzunehmen und eine Fehlentscheidung vermeiden zu können." OLG Koblenz - 30.05.2012 - 2 U 694/11 - zitiert nach: http://www.rechtsberaterhaftung.de/urteilShow.php?ID=53

Also, ich kann da nur mit dem Kopf schütteln.

Ich bin seit 40 Jahren (genauer sind es im April 42 Jahre) im Beratungsbereich tätig.

Mit den Eigenverbrauchssätzen hatte ich schon in der Ausbildung zu tun. dass ist Standard. Das gibt es nicht nur in der Gastronomie, sondern auch bei Bäckereien, Fleischereien usw.

Das Ihr bei 20 Jahren in der Gastronomie, dann bei der X-ten Steuerprüfung "überrascht werden," ist die (Entschuldigung) blödeste Begründung, die ich je von einem Unternehmer gehört habe. Das steht in jeder 3. Veröffentlichung von der Dehoga, oder einem anderen Verband. Das ist (natürlich) Standardprogramm für Euren Berater, wie es auch für Euch sein müsste.

Er hat es, aus welchem Grund auch immer , nicht gebucht. Zugegeben wirklich blöd. #Das Ihr es angeblich nicht gewusst habe, ist eine Schutzbehauptung, um die Schuld beim Berater zu suchen.

Er hat schuld, dass es erst jetzt hochkommt.

aber ein Haftpflichtfall ist es natürlich nicht, weil die Zahlung, die ihr nun leisten müsst, der Gesetzeslage entspricht.

Aber natürlich müsste man die private Kocherei anerkennen.

Aber dass Du die Zutaten zum kochen privat kaufst dun ncith aus der Gastronomieküche mitnimmst, kannst Du Leuten erzählen, die sich die Unterhose mit der Kneifzange anziehen.

Entweder ihr habt keine Speisewirtschaft, dann kann man es dem Betriebsprüfer nachweisen, oder es ist eine Speisewirtschaft, dann glaube ich dir nicht, dass Du die Tomaten, das Fleisch usw. nicht aus dem Betrieb mitnimmst.

Also: Gehe n Dich, wie es wirklich war und ist und dann entscheide, was zu tun ist.

Question72 17.01.2015, 22:57

Also wenn du es so siehst, dann sind wir so blöd. Es mögen viele Gastronomen so vorgehen, wie du es uns unterstellst, aber dann hätte ich es nicht nötig gehabt, dem Prüfer auch meine Kontoauszüge vorzulegen, die belegen, dass ich regelmäßig bei sämtlichen Discountern in unserem Stadteil für meinen Privathaushalt einkaufe. Jetzt unterstelle mir aber bitte nicht auch noch, dass ich da schwarz für unseren Laden einkaufe. Hätte wir den Pauschsatz als Familie in Anspruch genommen, wäre es eine feine Sache gewesen. Und ausserdem: würden wir ständig Waren aus dem Berieb für uns privat abziehen hätten wir einen ganz anderen Wareneinsatz gehabt, der dann in der Prüfung aufgefallen wäre. Ich bin immernoch der Meinung, dass der Steuerberater uns hätte fragen müssen, wie wir das machen möchten. Ob mit Warenentnahmebuch, oder Pauschsatz. Es gehört doch zu seiner Augfgabe!? Beim Auto fragt er doch auch so oder so. Mein Mann hat den Pauschsatz ja auch in Anspruch genomen. Logisch, wer im Betrieb arbeitet isst und trinkt auch dort.

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wfwbinder 18.01.2015, 19:45
@Question72

Also, wenn Du die Zahlungen für die prvaten Wareneinkäufe hast, würde ich als Euer Berater wiederum den Prüfer zusammensch.....en, das er in keinen Sarg mehr paßt.

Das Euer Berater eher zweite Wahl ist, ist schon klar. Schließlich würde jeder Barater der etwas auf sich hält schon diese Privatanteile und Eigenverbräuche im Abschluss mit aufführen um zu zeigen, dass daran gedacht wurde.

Zieht schon mal in Erwägung für die Zukunft zu wechseln. Verschlechtern könnt Ihr Euch nicht.

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Wieso ist das ein Beratungsfehler des Steuerberaters?

Hätte er die die Sachentnahmen für alle Familienmitglieder in der richtigen Höhe berücksichtigt, hättet Ihr jedes Jahr mehr Steuern zahlen müssen.

Jetzt kommen die Steuern halt auf einmal.

Wo bite ist Euer Nachteil?

Möglicherweise in Höhe der Nachzahlungzinsen.

Durch den Verzicht des Steuerberaters auf die Rechnung für die Betreuung bei der Betriebsprüfung dürfte dieser Zinsnachteil wohl ausgeglichen sein.

Ein weiterer finanzieller Schaden ist Euch jedenfalls nicht entstanden.

Question72 17.01.2015, 17:30

Wir essen nie im Betrieb und entnehmen auch nichts. Mögen andere das so machen, wir nicht! Das ist unserer Nachteil. Ich z.B. arbeite nicht mit im Betrieb und koche mittags zu Hause für die Kinder. Hätte der Steuerberater uns darauf Aufmerksam gemacht das wir den Pauschsatz für 4 Personen bezahlen müssen, oder alternativ ein Warenentnahmebuch führen, hätten wir dieses auch getan. Logisch in unserem Fall. Das wäre eine ganz simple Angelegenheit gewesen, die jetzt natürlich zu unserem Vorteil wäre. Wir wurden aber nicht auf die beiden Möglichkeiten hingewiesen.

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Helmuthk 17.01.2015, 17:34
@Question72

Nach jeder Betriebsprüfung gibt es eine Schlussbesprechung.

War da nur der Steuerberater da und von Euch niemand?

Das würde ich nicht verstehen, denn es sollte immer der Betriebsinhaber dabei sein.

Und der könnte dann sofort eingreifen und sagen, dass die Mahlzeiten für Frau und Kinder von privat gekauften Lebensmitteln zubereitet werden.

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Question72 17.01.2015, 18:47
@Helmuthk

Bis jetzt war ein Zwischengespräch. Eigentlich wäre der Betrag auch noch höher gewesen, das ist schon ein Entgegenkommen. Das wir zu Hause essen/kochen akzeptiert er nicht! Das wird unterstellt, wenn man kein Warenentnahmebuch führt, sonst wie gesagt Pauschsatz. Beim Firmenwagen wurden wir bei der Privatnutzung ja auch darauf hingeweisen, da machen wir die 1% Regelung. Fahrtenbuch ist da mühselig. Aber wenn keiner Isst pauschal zu zahlen wäre das doch dumm. Wofür haben wir denn unseren Steuerberater? Er soll uns beraten und das hat er versäumt!

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Wieviele Gastro- / Hotel-Mandanten hat der Steuerberater, ausser Euch?

Question72 17.01.2015, 18:48

Wissen wir nicht genau, aber er sagte, bis jetzt wurde das bei keinem seiner Mandanten beanstandet.

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Question72 17.01.2015, 18:57
@Question72

Er wollte jetzt auch "nach unserem Fall" sofort alle seine Mandanten darüber in Kenntnis setzten. Auch schon merkwürdig?? Da scheint er wirklich eine Bildungslücke zu haben, für die wir jetzt aufkommen müssen.

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Sicherlich. Da kann ich nur raten: Frag-einen-Anwalt.de

Helmuthk 17.01.2015, 17:19

Sicherlich nicht.

Und wenn der Frager einen Anwalt einschaltet, bleibt er auf den Kosten sitzen, und er kann sich außerdem sofort nach einem anderen Steuerberater umsehen.

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Question72 17.01.2015, 18:53
@Helmuthk

Wir werden prüfen, ob die Dehoga uns in so einem Fall vertreten kann. Wir sind Mitglied.

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