Paulskirchenversammlung oder Nationalversammlung?

1 Antwort

Ja, man kann beides als Synonyme verwenden. Eigentlich ist es die Frankfurter Nationalversammlung, die jedoch auch Paulskirchenversammlung genannt wird, weil sie in der Paulskirche in Frankfurt stattfand.

P.S.: Die Französische Revolution begann 1789 in Paris, also in Frankreich. Die europaweiten Aufstände im 19. Jahrhundert fielen auf das Jahr 1848 , speziell waren es die Februarrevolution in Frankreich und die Märzrevolution im Deutschen Bund/ Berlin. Da hast du wohl was durcheinander gebracht..

Danke für die Antwort! Jedoch stellt sich mir jetzt eine weitere Frage. Ich bin in Geschichte wirklich nicht gerade die Beste. Es wäre nett falls du mehr über die Februarrevolution und die Märzrevolution wüsstest und mir da ungefähr sagen könntest was da alles passiert ist. Ich schreibe morgen eine Arbeit darüber und verstehe kaum etwas ..

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@JaninM

Schon 1814 fand in Frankreich die sogenannte "Restauration" statt, wie z.B. auch auf dem Wiener Kongress für den neu geschaffenen Deutschen Bund. Der Bruder vom guillotinierten Ludwig XVI. wurde französischer König, bis Napoléon im Zuge seiner Rückkehr aus dem Exil für "Hundert Tage" wieder an die Macht kam. Nach seiner endgültigen Niederlage bei Waterloo wurde er allerdings nach St. Helena verbannt. Bis 1830 regierten dann die beiden Brüder Ludwig XVI.

Infolge der Julirevolution sollte das Bourbounentum nun endgültig gestürzt worden sein. Die neuen Machthaber sollten mit dem Bürgertum eine liberale, die Julimonarchie errichten, Louis-Philippe wurde König, genannt: "Bürgerkönig". So kam es dazu dass die französischen Revolutionen von 1789 und 1830 nur dem Besitzbürgertum politische Rechte zugesprochen wurden, dem proletarischen, also Kleinbürger- und Arbeitermillieu wurden keine Vorteile zugesprochen. Diese Schicht war zunehmend unzufrieden mit der Agrar- und Handelskrise, mit den vielen Arbeitslosen und allgemein mit der Regierung.

Die wichtigste Forderung war die Änderung des Wahlrechts und somit die Gleichstellung der Kleinbürger und 'Besitzbürger. Am 21. Februar 1848 gab es öffentliche Proteste in vorübergehender Zusammenarbeit zwischen Arbeitern und Bürgern, die am 23. Februar in heftigen Barrikaden- und Straßenkämpfen zwischen den Aufständischen und den royalistischen Truppen gipfelten und viele Tote forderten. Der vermeintliche "Bürgerkönig" Louis-Philippe flüchtet daraufhin nach England ins Exil. Es wird eine Regierung aus Bürgern gebildet, die Frankreich zur Republik erklärt.

Die wichtigen neuen Entscheidungen waren die Einführung des Wahlrechts für alle frz. Männer über 21 Jahren, "Recht auf Arbeit", die Abschaffung der Sklaverei in den frz. Kolonien und der Todesstrafe sowie die Einführung der Pressefreiheit.


Die Märzrevolution erreichte in Deutschland ihren Höhepunkt am 18. März 1848. Noch während die Proklamation von König Friedrich Wilhelm IV. verlesen wird, schießt das Militär aufgrund der Unruhen mehrmals in die Menge: Die Bürger errichteten Barrikaden! Die Revolution von 1848/49 war einer der wichtigsten Marksteine auf dem Weg Deutschlands zu einem demokratischen Verfassungsstaat. Auch wenn sie damals nicht vollständig durchgesetzt werden konnte, so war die von der Nationalversammlung in der Paulskirche ausgearbeitete und verabschiedete Verfassung Vorbild für die späteren Verfassungen von 1919 und 1949.

Am 18. März 1848 wurden nach der Proklamation Friedrich Wilhelm IV. zum König in kürzester Zeit die ersten Barrikaden errichtet. Die Bürger lieferten sich am Abend und in der folgenden Nacht blutige Straßenkämpfe mit dem Militär.
In der Nacht zum 19. März wandte sich der König Friedrich Wilhelm IV. an sein Volk. Er versprach den Abzug aller Truppen, falls die Barrikaden verschwänden. Insgesamt forderte die Märzrevolution allein in Berlin fast 240 Tote und rund 1000 Verletzte unter der Zivilbevölkerung sowie über 200 Tote und mehr als 250 Verletzte bei den Militär- und Polizeikräften. Zu den "Märzerrungenschaften" gehörten zunächst die Gewährung der Pressefreiheit, die Einführung von Schwurgerichten und Volksbewaffnung sowie die Anbahnung von Wahlen zu einem deutschen Nationalparlament.

Trotz der Verluste sah sich der König gezwungen, den Gefallenen Revolutionären seine Achtung zu bezeugen: Am Nachmittag des 19. März verneigte er sich im Schlosshof vor den über 200 Märzgefallenen und am 21. März ritt er mit einer schwarz-rot-goldenen Binde durch Berlin. In seinem Aufruf "an sein Volk und an die deutsche Nation" versprach Friedrich Wilhelm IV. seinem Volk das Aufgehen Preußens in Deutschland. Darauf erfolgte die Einsetzung der Märzregierung. Es konnte sich allerdings nicht gegen Adel und Militär durchsetzten und wurde am 20. Juni 1848 bereits wieder entlassen.

Anfang März 1848 stimmte eine Versammlung Liberaler für die Einberufung einer Nationalversammlung, die alle deutschen Staaten vertreten sollte. Ende März 1848 tagte dieses Vorparlament in Frankfurt und legte die Grundsätze zur Wahl einer Nationalversammlung fest. Je 50.000 Männer wählten in unmittelbarer, gleicher und geheimer Wahl einen Abgeordneten.
Aufgabe der Nationalversammlung war die Ausarbeitung einer Verfassung für ein geeintes Deutschland. Sie wurde Ende März 1949 verabschiedet.
Das Paulkirchenparlament scheiterte daran, die Verfassung gegenüber den Fürsten durchzusetzen. Als erstes demokratisch gewähltes, gesamtdeutsches Parlament stellte es aber einen wichtigen Bezugspunkt für die weitere Entwicklung der deutschen Demokratie dar.

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